Pensionskasse

BVG-Reform: Für KMU würde sich einiges ändern

Tieferer Umwandlungssatz, flexibler Koordinationsabzug und vieles mehr: Arbeitgeber sollten sich gut informieren, was für Neuerungen die Reform vorsieht.

Jasmin Salmina

Leiterin Legal Services Firmenkunden
Publiziert am
27. März 2023

Die Reform der beruflichen Vorsorge nimmt die nächste Hürde: Just am letzten Tag der Frühlingssession haben National- und Ständerat Ja gesagt zur Reform. Voraussichtlich wird das Referendum ergriffen und das Volk kann im März 2024 über die Vorlage abstimmen. Falls die BVG-Reform angenommen wird, dann ändert sich einiges. Das müssen Arbeitgeber wissen:

  • Der Mindestumwandlungssatz soll von aktuell 6,8 auf neu 6 Prozent sinken. Das bedeutet, dass pro 100'000 Franken Pensionskassenkapital neu nur noch 6000 Franken statt 6800 Franken Rente im Jahr ausbezahlt werden sollen. Dieser Mindestumwandlungssatz gilt nur für den obligatorischen Teil des Altersguthabens. Im Überobligatorium können die Pensionskassen schon heute deutlich tiefere Sätze anwenden.
  • Um den tieferen Umwandlungssatz abzufedern, soll es Kompensationszahlungen für 15 Übergangsjahrgänge geben. Rund die Hälfte dieser Generation soll Rentenzuschläge erhalten. Den vollen Zuschlag erhalten nur Versicherte mit weniger als 220'500 Altersguthaben. Danach sinken die Rentenzuschläge, je höher das in der Pensionskasse angesparte Guthaben ist. Wer über 441'000 Franken angespart hat, soll gar keine Kompensation erhalten. Um überhaupt Zuschläge zu erhalten, muss man eine Reihe von Voraussetzung erfüllen. Zum Beispiel gibt es nur Rentenzuschläge für jene, die vorher während mindestens zehn aufeinanderfolgenden Jahren in der AHV versichert waren und mindestens 50 Prozent ihres Pensionskassenguthaben als Rente statt als Kapital beziehen.
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  • Wie werden die Rentenzuschläge finanziert? Die Reform sieht vor, dass die Vorsorgeeinrichtungen einen Teil durch vorhandene technische Rückstellungen bezahlen. Dazu kommen Zuschüsse des nationalen Sicherheitsfonds. Die Zuschüsse sollen durch Beiträge von 0,24 Prozent des koordinierten Lohnes bis 176’400 Franken finanziert werden.
  • Neu soll kein fixer Koordinationsabzug mehr gelten. Stattdessen würden immer 80 Prozent des Lohnes versichert. Heute sind die ersten 25‘725 Franken Jahreslohn nicht in der zweiten Säule versichert, weil dieser Betrag schon durch die AHV abgedeckt ist. Und die Eintrittsschwelle würde durch die Reform von aktuell 22'050 auf 19'845 Franken sinken. Durch diese beiden Massnahmen sollen Teilzeitarbeitende und Menschen mit tiefem Einkommen besser in der beruflichen Vorsorge abgesichert werden.
  • Die Lohnbeiträge in die Pensionskasse sollen abgeflacht werden. Für ältere Arbeitskräfte würden tiefere Altersgutschrift gelten. Das soll ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Neu sind zwei Stufen vorgesehen: 9 Prozent Lohnabzug im Alter 25 bis 44 und 14 Prozent von 45 bis 65 (siehe Grafik unten). Heute gibt es vier Stufen, mit einer Spannweite von 7 bis 18 Prozent.

Noch ist offen, ob die BVG-Reform auch die Hürde einer Referendumsabstimmung überwinden wird. KMU sollten nicht warten und schon heute prüfen, ob sie bei der richtigen Pensionskasse sind. Der kostenlose Check vom VZ zeigt, wie es Ihrer Pensionskasse wirklich geht. Oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.