Steueroptimierung für Unternehmer: Lohn oder Dividende?

Seit die revidierte Dividendenbesteuerung in Kraft ist, beziehen viele Unternehmer mehr Dividende und weniger Lohn. Dabei ist der Lohnbezug oft attraktiver, wenn man alle Faktoren in die Rechnung einbezieht.

Die Unternehmenssteuerreform II hat die Doppelbesteuerung von Dividenden abgeschwächt. Trotzdem ist es für viele Inhaber von Aktiengesellschaften und GmbHs steuerlich vorteilhafter, mehr Lohn und weniger Dividende zu beziehen, weil dann mehr Geld in die Pensionskasse fliesst.

Dazu ein Beispiel: Ein kleines Unternehmen in Zürich erwirtschaftet einen Gewinn vor Inhaberlohn und Dividende von 280’000 Franken. Davon bezieht der Inhaber 120’000 Franken als Dividende, den Rest als Lohn. Nach Abzug der Beiträge an die 1. Säule, der Sparbeiträge an die Pensionskasse und der Steuern bleiben netto 184’000 Franken.

Dividenden und Lohn im Vergleich
Beispiel: Unternehmen und Unternehmer (unverheiratet), steuerpflichtig, Stadt Zürich, Angaben in Fr. (gerundet)

Wenn sich der Inhaber hingegen nur 30’000 Franken als Dividende auszahlt und den Lohn erhöht, steigen die Beiträge an die erste und zweite Säule. Weil gleichzeitig der Gewinn kleiner ausfällt, zahlt das Unternehmen dafür deutlich weniger Ertragssteuern.

Das verfügbare Einkommen nimmt zwar um 11’000 Franken ab (siehe Nettobezüge nach Steuern). Unter dem Strich bleiben dem Unternehmer mit dem höheren Lohn jedoch 9’000 Franken mehr als mit der hohen Dividende. Die Differenz ergibt sich aus den höheren Sparbeiträgen, die aufgrund des höheren Lohns in die Pensionskasse eingezahlt werden.

Die Vergleichsrechnung vernachlässigt die zusätzlichen Steuern, die beim Bezug des PK-Guthabens anfallen. Im Gegenzug sind aber auch die Vermögenssteuern nicht berücksichtigt, die bei der Auszahlung von Unternehmensgewinnen in Dividendenform fortan zu zahlen sind. Guthaben in der Pensionskasse sind dagegen von der Vermögenssteuer befreit.

Hohe Lohnbezüge haben den Vorteil, dass sich die Sparbeiträge und das Potenzial für freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse erhöhen, womit gleichzeitig das steuerbare Einkommen abnimmt. Die Aufteilung in eine Basis- und eine Zusatzvorsorge reduziert die Steuerbelastung zusätzlich, weil sie Spielraum für gestaffelte Bezüge des Altersguthabens schafft.

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