Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 19. Juni 2020

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

AHV-Rente: Irrtümer, die man vermeiden sollte

Die AHV ist das wichtigste Schweizer Sozialwerk. Trotzdem blicken nur wenige durch. Nur wer die Regeln kennt, kann unnötige Fehler vermeiden.

Bei der Pensionierung spielt die AHV-Rente eine wichtige Rolle. Umso wichtiger ist es, sich nicht von falschen Annahmen leiten zu lassen. Diese Irrtümer sind zum Beispiel weit verbreitet.

Irrtum 1: Ehe- und Lebenspartner bekommen gleich viel

Das stimmt nicht. 2020 beträgt die maximale Einzelrente 2370 Franken pro Monat, die Minimalrente 1185 Franken. Konkubinatspartner können zusammen also bis zu 4740 Franken pro Monat bekommen. Anders ist es aber bei Verheirateten, weil die AHV-Rente für Ehepaare "plafoniert" wird. Das heisst: Die beiden Einzelrenten dürfen zusammen nicht mehr als 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende betragen. Ehepaare erhalten also höchstens 3555 Franken pro Monat (Tabelle).

AHV-Rente: Splitting und Plafonierung (vereinfacht)
Ausgangslage: Jahrgang Frau 1955, Jahrgang Mann 1954, verheiratet seit 1978, 1 Kind, vollständige Beitragsdauer ohne Lücken (Frau 43 Jahre, Mann 44 Jahre); Angaben in Franken
AHV-Rente: Splitting und Plafonierung (vereinfacht)

Irrtum 2: Wenn ich sterbe, bleibt die Rente des Ehepartners gleich

Falsch. Stirbt ein Ehepartner, wird die Rente des überlebenden Ehepartners neu berechnet. Er erhält dann eine Rente wie eine alleinstehende Person, allerdings mit einem Witwen- oder Witwerzuschlag von 20 Prozent. Inklusive diesem Zuschlag sind es aber maximal 2370 Franken Rente pro Monat.

Irrtum 3: Bei Jobverlust lohnt sich der Vorbezug immer

Nicht ganz. Wer seine Stelle kurz vor der Pensionierung verliert, muss gut abwägen, ob sich ein Vorbezug lohnt. Die AHV-Rente kann man ein oder zwei Jahre vor dem regulären Pensionierungsalter beziehen – Frauen frühestens mit 62, Männer mit 63. Die Folge: Bei einem Vorbezug um ein Jahr schrumpft die Rente um 6,8 Prozent, bei einem Vorbezug um zwei Jahre sind es 13,6 Prozent. Meistens lohnt sich das nur, wenn man von einer verkürzten Lebenserwartung ausgeht.

Irrtum 4: Ein Aufschub der Rente ist sehr lukrativ

Man muss differenzieren. Schiebt man die Rente auf, bekommt man später tatsächlich mehr Geld – und zwar ein Leben lang. Bezieht man die erste AHV mit 66 statt mit 65, sind es 5,2 Prozent mehr. Bei einem Aufschub um fünf Jahre fällt die monatliche Rente um 31,5 Prozent höher aus.

Steuerlich ist ein Aufschub vor allem dann sinnvoll, wenn man nach 65 erwerbstätig bleibt. Denn so kann man sein steuerbares Einkommen senken. Aber Achtung: Der Entscheid hängt vom Einkommen und Vermögen ab. Solange man die Rente aufschiebt, sollten die anderen Einnahmen ausreichen, damit man gut ohne die AHV-Rente leben kann.

Auch die Lebenserwartung spielt eine Rolle. Ein Aufschub lohnt sich vor allem, wenn man bei guter Gesundheit ist. Ein Beispiel: Bezieht man die AHV-Rente erst mit 70, muss man mindestens 86 Jahre alt werden, bis die Summe der Rentenbezüge höher ist als bei einem regulären Bezug.

Irrtum 5: Die Rente kommt automatisch

Nein. Den Bezug seiner AHV-Rente muss man bei der Ausgleichskasse anmelden – am besten fünf bis sechs Monate im Voraus. Die Adresse der zuständigen AHV-Zweigstelle kennt der Arbeitgeber.

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