Zurich: Wann zündet der Dividendenstar den Turbo?

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Die Aktien von Zurich Insurance sind bekannt für ihre üppigen Dividenden. Dennoch konnte der Aktienkurs jüngst nicht vollends überzeugen. Das sind die Gründe – und so könnte es weitergehen.

Publiziert vor 9 Stunden

Autor

Stefan Müller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Versicherungsgesellschaften zählen mit Dividendenrenditen von 4 Prozent und mehr zu den ausschüttungsstärksten Werten im Schweizer Aktienmarkt. Auch ihre Kurse sind in den letzten drei Jahren stark gestiegen und haben dabei den Swiss Performance Index (SPI) klar geschlagen. Bloss die Aktie von Zurich hat seit dem "Liberation Day" an Schwung verloren und befindet sich seither in einem Seitwärtstrend. Dafür gibt es durchaus Gründe. 

Übernahme als Kursbremse

Seit einigen Monaten ist Zurich in Verhandlungen, um den britischen Konkurrenten Beazley zu übernehmen. Anfang März dürfte mit dem finalen Angebot der Durchbruch gelungen sein. Dadurch entsteht der grösste Spezialversicherer der Welt mit einem Prämienvolumen von über 15 Milliarden Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Günstig ist die Übernahme aber nicht zu haben – das Preisschild liegt bei 10,9 Milliarden Dollar. Zurich finanziert dies aus einer Mischung von Barmitteln, neuen Schulden und einer Kapitalerhöhung. Grundsätzlich dürfte dies aber gut stemmbar sein.

Womöglich sind die längere Verhandlungsphase und die verhältnismässig hohe Finanzierung die Hauptgründe, weshalb der Aktienkurs seit einiger Zeit nicht vom Fleck kommt. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zurich-Aktie von Swiss Life und der neuformierten Helvetia Baloise abgehängt worden.

Operativ schwungvoll unterwegs

Doch dies eröffnet Einstiegschancen. Einerseits rechnet Zurich mittelfristig durch die Beazly-Übernahme mit zusätzlichen Umsatzmöglichkeiten von mehr als einer Milliarde Dollar pro Jahr. Andererseits dürfte die Transaktion auch dank Kosteneinsparungen vom ersten Jahr an einen positiven Einfluss auf den Gewinn pro Aktie haben.

Die Geschäftsdynamik wird mit dem Zukauf beschleunigt. Operativ läuft es bei Zurich ohnehin rund. Der Rekordgewinn von 2024 konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals verbessert werden und lag deutlich über den Erwartungen.

Vom guten Lauf profitieren auch kontinuierlich die Aktionäre. Zurich gilt als stabiler Dividendenzahler und erhöht die Ausschüttung regelmässig. Die Dividendenrendite ist mit über 5 Prozent überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus sind immer wieder Sonderdividenden und Aktienrückkäufe möglich.

Grundsolides Geschäftsmodell

Als weltweit tätiger Erstversicherer ist Zurich im Bereich von Sach-, Lebens- und Unfallversicherungen tätig. Zu den Kunden zählen Privatpersonen, Unternehmen sowie multinationale Konzerne. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen in mehr als 210 Ländern an.

Unter der Führung von Mario Greco hat sich Zurich in den letzten zehn Jahren konstant verbessert und entwickelte sich insbesondere auch finanziell stark weiter. Ein wesentlicher Ertragsanteil sind wiederkehrende Prämien, was hohe Visibilität und starker Cashflow bedeuten.

Viele Qualitätsmerkmale

Zurich verfügt über eine gute Preissetzungsmacht und überdurchschnittliche Margenqualität. Die Solvenz des Unternehmens ist sehr solide. In einem Umfeld mit erhöhter Unsicherheit und moderatem Wachstum sind solche Qualitätsmerkmale besonders attraktiv.

Eine hohe Visibilität, die starke Bilanz und eine klare Aktionärsorientierung fassen die positiven Argumente für den Investment Case zusammen. Die Aktie hat in den letzten Monaten schwächer performt als die übrigen Versicherungsaktien, was zu einer moderaten Bewertung geführt hat. Diese Bewertungslücke dürfte früher oder später wieder geschlossen werden.

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