Zinswette: Diese Schweizer Aktien profitieren von steigenden Zinsen

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Inmitten des Iran-Konflikts und dem Ölpreisanstieg sind die langlaufenden Zinsen angestiegen. Welche Schweizer Titel profitieren davon – und welche nicht?

Publiziert vor 4 Stunden

Autor

Robert Leitner

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Angst der Anlegerinnen und Anleger vor einer aufkeimenden Inflation und damit einem erneuten Anziehen der Zinsen hat jüngst deutlich zugenommen. Ursache dafür ist der Ölpreisanstieg der vergangenen Wochen aufgrund des Iran-Konflikts. Ein Ölpreis von deutlich über 100 Dollar sorgte dafür, dass sich die zehnjährigen US-Zinsen in Richtung Jahreshoch bei 4,4 Prozent bewegten. Auch der zehnjährige Schweizer Eidgenosse rentierte jüngst wieder mit 0,4 Prozent pro Jahr. 

Zinsumfeld als grösster Einflussfaktor 

Zinsen sind weit mehr als nur der Preis für Geld – sie nehmen direkt Einfluss auf die Kurse von Aktien. Steigen die Zinsen, geraten Aktien unter Druck: Kredite werden teurer, Investitionen schwieriger und Obligationen als Alternative werden attraktiver. Dreht sich der Trend und die Zinsen fallen, werden Aktien vermehrt gesucht. Doch dieser Zusammenhang trifft nicht auf alle Unternehmen gleichermassen zu. 

Das VZ hat untersucht, wie Schweizer Aktien mit Veränderungen der zehnjährigen Dollar- und Franken-Zinsen korrelieren. Je näher der Wert bei -1 liegt, desto mehr profitieren solche Titel von fallenden Zinsen. 

Banken und Versicherungen als Profiteure

Banken-Aktien gelten als besonders zinssensitiv. Für sie bedeuten steigende Zinsen meist höhere Einnahmen aus dem Zinsgeschäft. Banken, insbesondere Retail- und Kantonalbanken wie die Liechtensteinische Landesbank oder die St. Galler Kantonalbank, welche sich auf das Zinsgeschäft spezialisiert haben, profitieren überdurchschnittlich stark. Je weiter mögliche Negativzinsen in die Ferne geraten, desto besser für die Kurse dieser Aktien. Auch Versicherer wie die Swiss Life oder HelvetiaBaloise profitieren. 

 
 

Immobilien- und Versorgeraktien als Leidtragende 

Wer auf fallende Zinsen setzen möchte, sollte tendenziell in Unternehmen investieren, die höher verschuldet sind oder mehr Betriebskapital einsetzen. Sie finden sich am Ende der Rangliste. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, in welchen Währungen die Unternehmen verschuldet sind. So sind die meisten Firmen abhängig von Frankenzinsen, einige jedoch auch von Dollar-Zinsen. 

Wenig überraschend finden sich darunter Immobilienunternehmen wie SF Urban Properties, Investis, Plazza oder Peach Property Group. Denn neben den negativen Auswirkungen auf die Finanzierungskosten führen steigende Zinsen üblicherweise auch zu fallenden Immobilienpreisen. Versorgungsunternehmen wie BKW und Edisun Power Europe leiden ebenfalls unter fallenden Zinsen. Die Ursache dürfte allerdings in der oftmals gleichermassen nachgebenden Inflation liegen. Mit ihr steigen und sinken die Energieeinkaufs- und Netznutzungskosten. 

Das Korrelationsmass ist eine Indikation, zu welchem Ausmass die Rendite einer Aktie mit der Zinsveränderung historisch im Einklang stand. Sie ist indikativ und nicht abschliessend. Vor allem stellt das Mass keine direkte Kausalität her. Die Daten sind deshalb mit Vorsicht zu geniessen. Oft findet man jedoch die Erklärung im Geschäftsmodell oder der Finanzierungsstruktur des Unternehmens. 

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG. Die Analysen haben nur indikativen Charakter und stellen keinesfalls ein Angebot, eine Beratung oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments oder zur Ausführung irgendeiner Transaktion dar.