Ausblick Quartalszahlen
vor 3 Stunden
Beschreibung
Basel (awp) - Der Pharmakonzern Roche dürfte im ersten Quartal vor allem die Wechselkurse belastend zu spüren bekommen haben. Zu konstanten Kursen wiederum sollte der Konzern im Rahmen der eigenen Prognose gewachsen sein. Spannend wird vor allem ein Blick auf die Liste der Forschungsprojekte und wie gut die Basler da vorankommen.
Roche veröffentlicht am Donnerstag, 23. April, Umsatzzahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2026. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
Q1 2026 (in Mio Fr.) AWP-Konsens Q1 2025 Umsatz Gruppe 14'840 15'440 Umsatz Pharma 11'442 11'949 - Ocrevus 1'740 1'778 - Hemlibra 1'138 1'165 - Vabysmo 1'024 1'018 - Tecentriq 818 870 - Perjeta 648 840 - Xolair 758 645 - Evrysdi 413 420 Umsatz Diagnostics 3'318 3'491 - Molecular Lab 595 634 - Near Patient Care 505 536 - Pathology Lab 408 417
Welchen Einfluss haben Wechselkurse?
Roche dürfte im ersten Quartal ein kräftiger Wind von Währungsseite entgegengeweht sein. Der Konzern publiziert traditionell nur Umsatzzahlen und da dürfte der negative Effekt bei um die 9 Prozent gelegen haben, sind sich Analysten einig. Allerdings dürfte sich diese Belastung im Jahresverlauf dann etwas abschwächen, heisst es etwa bei der UBS. Der Experte geht auf Jahressicht von einer 4-prozentigen Belastung aus.
Was könnte ein Gesprächsthema sein?
Bei Roche dürften sich im ersten Quartal viele Fragen mit den Aussichten für die Hoffnungsträger Giredestrant (Brustkrebs) und Fenebrutinib (Multiple Sklerose) befassen. Bei beiden werten Analysten die jüngsten Studiendaten als gemischt. So hatte das Krebsmittel als Erstlinientherapie nicht die gewünschte Wirksamkeit gezeigt, wohl aber, wenn es später eingesetzt wird. Bei dem MS-Mittel haben vor allem die Nebenwirklungen Fragen aufgeworfen.
Wie stehts um die Diagnostik in China?
Zuletzt hatte das Diagnostik-Geschäft vor allem in China eine Delle aufgewiesen. Schuld daran ist die volumenbasierte Preispolitik der Regierung in Peking, die für erheblichen Druck sorgte. Roche hatte immer wieder betont, dass die Belastungen nur vorübergehend seien, bis der Markt sich eingependelt habe. Hierzu werden Investoren denn auch Updates hören wollen.
Wie siehts aus mit den anderen Hoffnungsträgern?
Roche ist mit der Übernahme von Carmot Ende 2023 auf den neuartigen GLP-1-Zug zur Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes aufgesprungen. Seither hat der Konzern seine Pipeline noch ausgeweitet und auch erste Studienergebnisse vorgelegt. Die jüngsten zum Wirkstoff Petrelintide waren in puncto Gewichtsverlust dann vom Markt zwar als eher ernüchternd eingestuft worden. Allerdings war die Verträglichkeit als attraktiv eigestuft worden. Zur Erinnerung: Viele der neuartigen Abnehmpräparate gehen mit erheblichen Nebenwirklungen einher.
Ist etwas von der Zoll-Front zu erwarten?
US-Präsident Donald Trump hat der Pharmaindustrie zwar neue Zölle angedroht. Allerdings dürften diese Roche nicht weiter beschäftigen, da der Konzern im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit der US-Regierung zur künftigen Preispolitik in den USA sowie umfangreichen Investitionen geschlossen hatte.
Wie lauten die Wachstumsziele für 2026?
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 geht das Management um CEO Thomas Schinecker zu konstanten Wechselkursen von einem Anstieg der Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Ausserdem ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.
Was hat die Aktie zuletzt gemacht?
Nachdem die Anteilsscheine gegen Ende Februar bei knapp 375 Franken auf den höchsten Stand seit knapp vier Jahren gestiegen waren, ging es in der Folge wieder recht stetig bergab. Auf dem aktuellen Niveau von 318,70 Franken notieren sie um knapp 3 Prozent tiefer als noch Ende 2025. Damit schneiden sie etwas schlechter ab als der Leitindex SMI.
hr/ab