VZ Analyse
Der Dollar und der Euro werten sich seit Jahren kontinuierlich ab. Das trifft Anleger, die in ausländische Wertschriften investieren. Doch wann lohnt sich eine Währungsabsicherung – und wann nicht?
Publiziert vor 7 Stunden
Beschreibung
Erst gerade diese Woche hat der Euro gegenüber dem Franken ein Allzeittief erreicht. Er notierte erstmals unter 91 Rappen. Auch der Dollar hat seit Jahresanfang seinen Abwärtstrend fortgesetzt. Auch längerfristig befinden sich diese zwei Währungen im Abwärtstrend. Seit der Finanzkrise 2008 hat der Dollar gegenüber dem Franken 32 Prozent an Wert verloren, der Euro 45 Prozent.
Aber auch andere Währungen verlieren gegenüber dem Franken konstant an Wert – unter ihnen vor allem solche, deren Wirtschaft von Rohstoffen abhängig ist oder solche, die konjunktursensitiv sind.
Für Anleger, die in ihrem Wertschriftendepot Positionen in Fremdwährungen halten, bedeutet diese Entwicklung oftmals spürbare Renditeeinbussen. Viele überlegen sich deshalb, ob das Fremdwährungsrisiko eingegangen oder aber abgesichert werden soll.
Starker Franken kann die Rendite schmälern
Die Auswirkungen von Währungsrisiken zeigen sich besonders gut bei globalen Aktienindizes. Dazu ein Beispiel: Wer in einen ETF auf den MSCI World investiert, muss sich entscheiden, ob er einen währungsgesicherten ETF wählt oder einen, der diese Absicherung nicht anbietet. Der Renditeunterschied ist spürbar: Während der währungsabgesicherte Index seit Jahresbeginn um 2,2 Prozent zugelegt hat, liegt die ungesicherte Variante knapp im Minus bei -0,1 Prozent.
Der MSCI World umfasst 1319 Aktien aus 23 Ländern, die in insgesamt 14 Lokalwährungen notiert sind. Ohne Währungsabsicherung liegt das Wechselkursrisiko beim Anleger. Abgesicherte Fonds reduzieren dieses Risiko und sind häufig am Zusatz «CHF Hedged» in der Fondsbezeichnung oder im Factsheet erkennbar.
Kosten einer Währungsabsicherung
Eine Währungsabsicherung ist jedoch nicht kostenlos. Bei gleichbleibender Zinsdifferenz fallen aktuell pro Jahr rund 3,8 Prozent für die Absicherung des Dollar-Risikos und rund 2,1 Prozent für das Euro-Risiko an. Diese Kosten schmälern die Rendite. Die Absicherungskosten sind nicht konstant und hängen von der Zinsdifferenz in den entsprechenden Währungspaaren ab. Im historischen Vergleich sind die aktuellen Absicherungskosten für den Dollar hoch.
Währungsrisiken können aber auch Renditechancen bieten – nämlich dann, wenn sich Fremdwährungen gegenüber dem Franken aufwerten. Wird das Währungsrisiko abgesichert, entgeht Anlegerinnen und Anlegern diese Renditechance.
Nutzen der Währungsabsicherung
Der Nutzen der Währungsabsicherung ist in der Risikoreduktion zu suchen – nicht in einer höheren Rendite. Die Schwankungen globaler Anlagen lassen sich dabei in zwei Komponenten unterteilen: das Währungsrisiko und die natürliche Marktschwankung.
Bei globalen Aktien macht das Währungsrisiko rund 31 Prozent des Gesamtrisikos aus, während die übrigen 69 Prozent auf Kursschwankungen der Aktien zurückzuführen sind. Da viele Unternehmen international tätig sind und selbst verschiedenen Währungen ausgesetzt sind, ist jedoch nicht eindeutig, welche Währungen überhaupt abgesichert werden sollten. Zudem betreiben zahlreiche Unternehmen ein eigenes Währungsmanagement.
Klar ist jedoch: Wird die Währung des Unternehmenssitzes abgesichert, reduziert sich in erster Linie das Wechselkursrisiko zwischen der Heimatwährung der Anlegerin oder des Anlegers und der Berichtswährung des Unternehmens. Da viele kotierte Unternehmen ihre Umsätze und Kosten jedoch weltweit erzielen und teilweise selbst Währungsrisiken absichern, kann eine solche Absicherung aus Anlegersicht zu einer Überabsicherung führen.
Da die Schwankungen von Obligationen in der Regel gering sind, machen Währungsschwankungen mehr als die Hälfte der Gesamtrisiken von Obligationen aus. Mögliche Währungsverluste machen häufig den Zinsvorteil zunichte. Im schlimmsten Fall wird die Anlage ohne Währungsabsicherung sogar zum Verlustgeschäft. Für Anleger, die Obligationen gezielt als Stabilitätsanker im Portfolio einsetzen, ist eine Währungsabsicherung häufig sinnvoll.
Fazit
Ob eine Währungsabsicherung sinnvoll ist, hängt stark von der Anlageklasse sowie von den Zielen und der Risikobereitschaft der Anleger ab. Eine Absicherung erhöht langfristig nicht die Rendite, kann jedoch die Schwankungen eines Portfolios deutlich reduzieren.
Bei Obligationen, die primär der Stabilität dienen, ist ein Hedging häufig sinnvoll, da Währungsschwankungen einen grossen Teil des Gesamtrisikos ausmachen und Zinsvorteile schnell aufzehren können.
Bei Aktien fällt der Absicherungsnutzen hingegen geringer aus. Der dominante Risikotreiber ist die Kursschwankungen der Unternehmen selbst, während Währungen nur einen Teil des Gesamtrisikos erklären. Zudem agieren viele kotierte Unternehmen global, erzielen Umsätze in unterschiedlichen Währungsräumen und betreiben teilweise ein eigenes Währungsmanagement. Ein Teil des wirtschaftlichen Währungsrisikos ist damit bereits indirekt diversifiziert oder reduziert.
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