VZ Analyse
Tesla galt lange als Sinnbild für Börsenerfolg, doch im bisherigen Börsenjahr 2026 trifft das Gegenteil zu: Mit Rang 420 von insgesamt 503 Aktien zählt der Konzern derzeit zu den schwächsten Performern im gesamten S&P 500. Die Gründe.
Publiziert vor 5 Stunden
Beschreibung
Seit Jahresbeginn bewegt sich der S&P 500 in Franken gerechnet in einer vergleichsweise engen Bandbreite und notiert Mitte April nur leicht unter dem Ausgangsniveau. Für Anleger mit breiter Indexallokation verlief das Börsenjahr bislang unspektakulär, also keineswegs so dramatisch, wie es die geopolitische Grosswetterlage vermuten liesse.
Auf Einzeltitelebene zeigt sich jedoch ein völlig anderes Bild. Die Performance-Spanne innerhalb des Index ist aussergewöhnlich gross: Zwischen massiven Kursgewinnen einzelner Titel und klaren Verlierern klafft eine immer grössere Lücke. Tesla befindet sich klar am unteren Ende dieser Skala.
Tesla: Rang 420 von 503
Seit Jahresbeginn hat die Tesla‑Aktie rund 14 Prozent an Wert verloren. Zwar kam es zuletzt zu einem markanten Tagesanstieg, der für Aufmerksamkeit sorgte und einen Teil der vorherigen Verluste ausglich. Diese fast 8‑prozentige Bewegung war jedoch eine typische Erholungsrally: angestossen durch ein Analysten‑Upgrade und verstärkt durch neu belebte KI‑ und Robotik‑Fantasie – nicht durch eine Verbesserung der operativen Kennzahlen wie Absatz oder Ertragskraft.
Im bisherigen Jahresverlauf zählt der Titel damit weiterhin zu den klaren Verlierern im US‑Aktienmarkt, und dies in einem Umfeld, in dem sich der Gesamtmarkt insgesamt weitgehend stabil entwickelt hat.
Im Performance-Vergleich des S&P 500 belegt Tesla aktuell Rang 420 von insgesamt 503 Indexmitgliedern. Lediglich 83 Aktien weisen seit Jahresbeginn eine noch schwächere Entwicklung auf. Tesla befindet sich damit im untersten Zehntel des Index. Diese Platzierung steht in starkem Kontrast zur früheren Rolle des Unternehmens als einer der prägenden Börsenstars.
Sinkende Verkaufszahlen bei Tesla
Ein zentraler Belastungsfaktor ist die nachlassende Absatzdynamik. Nach mehreren Jahren kräftigen Wachstums bis 2023 gingen die Fahrzeugauslieferungen im Jahr 2025 sowohl beim Model Y als auch beim Model 3 zurück.
Dabei überholte der chinesische Hersteller BYD im Jahr 2025 Tesla erstmals bei den weltweiten Verkaufszahlen von Elektroautos. Während Tesla weltweit rund 1,64 Millionen Fahrzeuge auslieferte, setzte BYD über 2,2 Millionen Elektroautos ab.
Diese Verschiebung bedeutet nicht, dass weniger Elektroautos nachgefragt werden. Im Gegenteil: 2025 war in Deutschland ein Rekordjahr für Elektroauto-Neuzulassungen. Mit 545'142 neu zugelassenen batterieelektrischen Fahrzeugen wurde der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2023 um rund 20’000 Fahrzeuge übertroffen, was einem Zuwachs von knapp 4 Prozent entspricht.
Auch in der Schweiz nahm die Nachfrage nach Elektroautos im Jahr 2025 zu. Laut dem Bundesamt für Statistik stiegen die Neuzulassungen von batterieelektrischen Personenwagen um 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 52’843 Fahrzeuge.
Preisdruck belastet Profitabilität
Tesla hat die Preise für seine Kernmodelle in mehreren aufeinanderfolgenden Runden gesenkt, insbesondere in den USA, China und Europa. Die wiederholten Preisanpassungen sind Teil eines globalen Preiskampfs und haben spürbar zur Erosion der Margen von Tesla beigetragen.
Der Preisdruck wird dabei massgeblich durch günstigere Wettbewerbsangebote verschärft. Vor allem der chinesische Hersteller BYD verfügt über ein breites Portfolio an Elektroautos, das unterhalb der zentralen Tesla-Segmente positioniert ist. Modelle wie der BYD Dolphin, der BYD Seagull oder der Renault 5 und sprechen preisbewusste Käufer an und liegen teilweise deutlich unter den Einstiegspreisen von Tesla. Die wachsende Konkurrenz gewinnt damit nicht nur Marktanteile, sondern erhöht zugleich den Druck auf Tesla, die eigenen Preise weiter zu senken, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend umkämpften Marktumfeld aufrechtzuerhalten.
In der Folge ist die Bruttomarge aus dem Fahrzeugverkauf in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Während sie 2021 noch bei rund 29 Prozent lag, sank sie bis 2025 auf knapp 18 Prozent. Damit hat Tesla einen erheblichen Teil seiner früheren Profitabilitätsvorteile eingebüsst.
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