Warum Cathie Woods Tech-Wetten hinterherhinken

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Während der Corona-Pandemie erzielte der ARK-Innovation-ETF der Star-Fondsmanagerin Cathie Wood eine Rendite von 131 Prozent. Weshalb sich das Blatt inzwischen gewendet hat und das Erkennen von Trends allein nicht ausreicht.

Publiziert 8. Jun 2026

Autor

Ramon Hess

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Kunst, einen Trend frühzeitig zu erkennen, kann Anlegern aussergewöhnliche Renditen bescheren. Genau dies gelang Cathie Wood bei Tesla. Zu einer Zeit, als viele Analysten die Aktie noch kritisch beurteilten, prognostizierte die Fondsmanagerin bereits deutlich höhere Bewertungen.

Den Durchbruch als Star-Investorin schaffte sie während der Corona-Pandemie. Im Jahr 2020 erzielte ihr Flaggschiff-Fonds, der ARK Innovation ETF (ARKK), in Schweizer Franken gerechnet eine Gesamtrendite von rund 131 Prozent.

Treiber waren insbesondere die Kursrally von Tesla sowie der Boom von Digitalisierungsaktien wie Zoom. Unterstützt wurde die Entwicklung zusätzlich durch das Tiefzinsumfeld, das die Bewertungen von Wachstumsunternehmen stark begünstigte.

Der ARK Innovation ETF investiert gezielt in Unternehmen, die von sogenannten disruptiven Innovationen profitieren sollen. Darunter versteht ARK Technologien und Geschäftsmodelle, die bestehende Industrien grundlegend verändern können – beispielsweise Künstliche Intelligenz, Robotik oder Genomforschung.

Die Boom-Jahre des ARKK-ETF sind jedoch vorbei. Der Fonds hat gegenüber dem Technologieindex Nasdaq 100 deutlich an Boden verloren.

Während der Nasdaq 100 die grössten börsenkotierten Technologieunternehmen der USA umfasst, enthält der ARKK rund 50 Aktien, die von Cathie Wood und ihrem Team aktiv ausgewählt werden.

Die Erklärung des Renditeunterschieds wird bei den grössten Positionen besonders deutlich. Während Cathie Wood auf Titel wie Tesla, Tempus AI oder Advanced Micro Devices setzt, sind im Nasdaq 100 Schwergewichte wie Nvidia, Alphabet und Apple deutlich stärker vertreten.

Das zeigt: Es genügt nicht, lediglich die richtigen Technologien zu identifizieren. Entscheidend ist auch die Auswahl der Unternehmen, die von diesen Trends tatsächlich profitieren. Zwar erkannte Wood Entwicklungen wie Elektromobilität oder Künstliche Intelligenz frühzeitig, doch nicht jedes Unternehmen in diesen Bereichen entwickelte sich zum Börsenerfolg.

Ein marktgewichteter Index wie der Nasdaq 100 profitiert automatisch von den grössten Gewinnern. Der ARKK hingegen setzt bewusst auf die potenziellen Gewinner von morgen. Diese Strategie kann überdurchschnittliche Renditen ermöglichen, birgt aber auch ein höheres Risiko. Seit dem Ende der Corona-Pandemie ist die Rechnung für viele dieser Wetten nicht aufgegangen.

Die Phase nach der Corona-Pandemie zeigt auch, wie schnell Trends wieder verschwinden können und wie riskant eine solche Themenstrategie sein kann. Auf der einen Seite stehen hohe Gewinnchancen bei technologischen Durchbrüchen, auf der anderen Seite geht die Rendite mit starken Schwankungen und einer hohen Abhängigkeit von wenigen Gewinnern einher.

Lohnen sich Tech-Fonds noch?

Wer am Wachstum des Technologiesektors partizipieren möchte, muss nicht zwingend in einen reinen Tech-Fonds investieren. Der S&P 500 umfasst die 500 grössten US-Unternehmen und enthält ebenfalls zahlreiche Technologiekonzerne. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im Nasdaq 100 sind auch im S&P 500 vertreten, darunter sämtliche grossen Technologieführer.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Gewichtung. Im S&P 500 ist der Technologiesektor weniger stark gewichtet,  wodurch die Renditechancen etwas tiefer ausfallen können. Gleichzeitig reduziert sich aber auch das Risiko. Anleger erhalten damit eine breitere Diversifikation, ohne auf die wichtigsten Technologiewerte verzichten zu müssen.

Fazit

Themenfonds bieten zwar die Chance, frühzeitig an technologischen Durchbrüchen teilzuhaben. Gleichzeitig sind sie jedoch stärker von einzelnen Erfolgsgeschichten abhängig und weisen oft deutlich höhere Kursschwankungen auf als breit diversifizierte Indizes. Eine VZ-Studie zeigt, dass solche Fonds in den allermeisten Fällen keine bessere Performance erbringen als ETF auf herkömmliche Indizes. 

Gerade die vergangenen Jahre zeigen, dass Anleger, die langfristig auf technologische Innovation setzen möchten, mit einem breit diversifizierten Index oft besser fahren als mit einer konzentrierten Themenstrategie.

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