VZ Analyse
Nach einem starken Börsenjahr 2025 sind Schweizer Aktien ruhig ins neue Jahr gestartet. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein erstaunlich ungleiches Kräfteverhältnis im SMI.
Publiziert 2. Febr. 2026
Beschreibung
Der Schweizer Aktienmarkt ist solide ins Jahr gestartet, gab jedoch ab Mitte Januar seine Gewinne wieder ab. Während der SPI am Monatsende praktisch unverändert schloss und der SMI leicht um 0,6 Prozent nachgab, täuscht diese ruhige Gesamtbilanz über deutliche Unterschiede auf Einzeltitelebene hinweg. Einige Aktien legten markant zu, andere verloren stark. Besonders auffällig war die breite Streuung – sowohl bei den 20 SMI-Schwergewichten als auch innerhalb der Finanztitel.
Nachzügler, eine Überraschung und ein Dauerbrenner als Gewinner
Partners Group zählte 2025 zu den schwächsten Werten im Leitindex und verlor rund 20 Prozent an Wert. Steigende Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten belasteten das Geschäft, zudem blieb die Aktie hinter der Konkurrenz zurück. Trotz des herausfordernden Wirtschaftsumfelds stiegen die verwalteten Vermögen. Im Januar gelang eine Erholung. Mit einem Plus von rund 7 Prozent rückte Partners Group den dritten Platz im SMI vor.
Für eine Überraschung sorgte Swisscom. Die Aktie legte um 10 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit 26 Jahren. Während der Schweizer Markt weitgehend gesättigt ist, kamen Wachstumsimpulse vor allem aus dem Italiengeschäft. Das Unternehmen kündigte zusätzlich höhere Abo-Preise ab April an. Diese Entscheidung stärkte das Vertrauen der Anleger, und Analysten beurteilten die Aktie positiver. Der ansonsten defensive Dividendenwert überzeugte seit dem Jahresstart mit einer starken Kursperformance.
An der Spitze der Gewinnerliste stand im Januar ABB. Der Industriekonzern gehört seit Jahren zu den stärksten Titeln im Index. Nach einem ruhigen Start sprang die Aktie nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025 um mehr als 8 Prozent nach oben. Auslöser waren ein hoher Auftragseingang, solide Resultate und ein überzeugender Ausblick.
Versicherer und konsumentenabhängige Titel als Verlierer
Am unteren Ende des Rankings finden sich die grossen Versicherungen. Swiss Life, Swiss Re und Zurich leiden unter tieferen Zinsen, da diese Prämien und Anlageergebnisse belasten. Die schwache Entwicklung folgte jedoch auf mehrere starke Jahre, in denen sich alle drei Titel besser entwickelten als der Gesamtmarkt.
Richemont steigerte im letzten Quartal 2025 den Umsatz stärker als erwartet wobei das Schmuckgeschäft der wichtigste Wachstumstreiber blieb. Der Gewinn wurde jedoch von ungünstigen Wechselkursen belastet, was zu einer negativen Marktreaktion führte. Hinzu kamen Sorgen über US-Zölle sowie steigende Gold- und Silberpreise. Ein Lichtblick bleibt die anziehende Nachfrage aus China.
Für Logitech ist China ein wichtiger Wachstumstreiber. Die Region Asien entwickelte sich weiterhin stark. Zusätzlich profitierte das Unternehmen vom US-Geschäft. Ein grosser Teil der Produktion für die USA wurde bereits aus China dorthin verlagert. Trotz guter Zahlen stieg der Aktienkurs nicht: Unsichere Aussichten und höhere Kosten drückten auf die Stimmung. Mehrere Analysten stuften zudem die Aktie früh im Jahr herab. Bis Ende Januar summierte sich der Verlust auf fast 18 Prozent.
Pharmariesen und Nebenwerte sorgen für Stabilität
Novartis und Roche starteten mit Kursgewinnen von 4,6 und 6,9 Prozent ins neue Jahr. Beide Unternehmen setzten damit ihren positiven Trend aus 2025 fort. Diese Entwicklung milderte die Schwäche der Nestlé-Aktie, die 6,7 Prozent verlor. Auch kleinere und mittlere Unternehmen entwickelten sich solide. Der SPI Extra legte um rund zwei Prozent zu.
Grosse Unterschiede bei ruhigem Gesamtbild
Im Januar lagen zwischen dem stärksten und dem schwächsten SMI-Titel rund 30 Prozentpunkte. Diese Spanne zeigt, wie unterschiedlich sich einzelne Aktien entwickelten. Trotz dieser Divergenz blieb der Gesamtmarkt nahezu unverändert. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob sich die aktuellen Trends festigen oder neue Gewinner in den Vordergrund rücken.
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