US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in Folge

Zinsentscheid USA

Die US-Notenbank Fed hat wie erwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt.

11. Dez. 2025

Beschreibung

Die US-Notenbank hat den Leitzins zum dritten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte auf 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt – das niedrigste Niveau seit drei Jahren. Ausschlaggebend waren zunehmende Schwächesignale am Arbeitsmarkt, während die Inflation zwar hoch bleibt, laut neuen Projektionen aber schneller sinken dürfte als bisher erwartet. 

Das Fed hat zudem ihre Wachstumserwartungen für die USA angehoben: Für 2026 rechnet sie nun mit einem Plus von 2,3 Prozent, nach zuvor prognostizierten 1,8 Prozent im September. Gleichzeitig kommt auch geldpolitisch Bewegung hinein: Nach dem im Oktober gestoppten Bilanzabbau nimmt das Fed nun wieder Anleihekäufe auf und will ab Freitag monatlich US-Staatstitel im Umfang von 40 Milliarden Dollar erwerben – eine Reaktion auf mögliche Spannungen am Geldmarkt.

Der Entscheid fiel ungewöhnlich knapp aus: Neun von zwölf FOMC-Mitgliedern stimmten zu, zwei wollten die Zinsen unverändert lassen, und ein Gouverneur forderte sogar eine stärkere Lockerung. Diese grösste Dissensquote seit 2019 zeigt, wie stark die Notenbank zwischen Inflationsbekämpfung und dem Ziel der Vollbeschäftigung ringt.

Die neuen „Dot Plots“ unterstreichen die Unsicherheit: Für Ende 2026 reichen die Zinserwartungen von sechs weiteren Senkungen bis hin zu einem höheren Niveau als heute. Zwar bleibt die Arbeitslosenquote historisch niedrig, doch mehrere Fed-Mitglieder sehen eine deutlich nachlassende Jobdynamik, während andere wegen anhaltender Preisdrucke im Dienstleistungssektor vor einer zu lockeren Geldpolitik warnen. 

Das Fed erwartet nun, dass die Inflation 2025 auf 2,4 Prozent fällt – statt 2,6 Prozent in der letzten Prognose.

An den Märkten blieb die Reaktion verhalten: Die zweijährige Rendite sank auf 3,57 Prozent, US-Staatsanleihen legten zu und die Aktienmärkte verzeichneten moderate Gewinne. Analysten verweisen darauf, dass die drei Gegenstimmen den Ausblick verkomplizieren und die Hoffnung auf eine klare geldpolitische Richtung dämpfen.