VZ Analyse
Die US-Gewinnsaison geht voran. Technologiewerte, Öl-Riesen und Gesundheitsunternehmen publizierten ihre Zahlen zum vierten Quartal – Kursbewegungen gingen deutlich auseinander.
Publiziert 9. Febr. 2026
Beschreibung
Die US-Quartalszahlen der grossen Unternehmen führen erneut zu Aufsehen an den Märkten. In den vergangenen Tagen meldeten Technologie-, Energie- und Gesundheitskonzerne ihre Ergebnisse. Die Reaktionen der Aktienkurse fallen durchmischt aus und spiegeln die wachsende Skepsis gegenüber hohen Ausgaben und die Suche nach nachhaltiger Profitabilität wider.
Amazon und Alphabet treiben den KI-Ausbau voran
Amazon hat im vierten Quartal mit seiner Cloud-Sparte Amazon Web Services erneut ein starkes operatives Signal gesendet: Der Umsatz und Reingewinn legten zu, getragen von steigenden Margen und der hohen Nachfrage nach KI-Anwendungen. Amazon investiert entsprechend massiv in zusätzliche Rechenkapazitäten, um das erwartete Wachstum im KI-Geschäft abzusichern. 200 Milliarden Dollar sollen für das laufende Jahr verwendet werden.
Google-Mutter Alphabet legte ebenso robuste Quartalszahlen vor und baute sein Cloud-Geschäft aus, richtet den strategischen Fokus jedoch klar auf den Ausbau von KI-Infrastruktur und Rechenleistung. Der Gewinn legte deutlich zu, getragen von stabilen Werbeerlösen und dem wachsenden Cloud-Geschäft. Einzelne Bereiche wie YouTube blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Zudem signalisiert das Management, dass operative Fortschritte künftig stärker von der Skalierung neuer KI-Anwendungen abhängen werden. So dürften im laufenden Jahr die Kapitalausgaben auf 185 Milliarden Dollar steigen, nach zuletzt 175 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Diese milliardenschweren Ausbaupläne rückten bei beiden Konzernen in den Vordergrund und belasteten nach der Zahlenvorlage die Aktien beider Unternehmen, da Anleger kurzfristige Auswirkungen auf die Profitabilität fürchten.
AMD bleibt im KI-Boom unter Erwartungsdruck
Advanced Micro Devices steigerte im Schlussquartal den Umsatz sowie den Reingewinn. An der Börse wurde AMD jedoch von einem vorsichtigen Ausblick ausgebremst und um 17 Prozent abgestraft. Zwar rechnet der Chipkonzern mit weiterem Wachstum, doch fiel die Prognose angesichts des anhaltenden KI-Booms weniger ambitioniert aus als von Teilen des Marktes erhofft. Das Rechenzentrumsgeschäft blieb der zentrale Treiber, gestützt durch starke Nachfrage nach KI- und Serverchips. Konzernchefin Lisa Su verwies auf einen deutlichen Nachfrageanstieg in der zweiten Jahreshälfte mit neuen KI-Systemen. AMD rückt damit weiter an Marktführer Nvidia heran, gewinnt Grosskunden wie OpenAI und Oracle und baut zugleich Marktanteile im PC-Geschäft gegenüber Intel aus.
US-Ölriesen überzeugen trotz Gegenwind
Exxon Mobil und Chevron überzeugten im vierten Quartal trotz eines schwachen Ölpreisumfelds. Exxon übertraf die Erwartungen dank Rekordfördermengen in Guyana und im Permian Basin und erreichte damit die höchste Jahresproduktion seit über 40 Jahren. Während das Fördergeschäft unter dem Preisverfall litt, sorgte ein starkes Raffineriegeschäft für Stabilität. Zugleich hält der Konzern an einer disziplinierten Investitionsstrategie fest. Chevron schloss ebenfalls besser als erwartet ab, erhöhte die Dividende und profitierte von deutlich höheren Fördermengen. Kostensenkungen und ein verbessertes Raffineriegeschäft halfen, den Margendruck abzufedern. Beide Titel konnten nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen an den Börsen zulegen.
Eli Lilly lässt die Konkurrenz hinter sich
Eli Lilly hat im vierten Quartal seine starke Position im Markt für Diabetes- und Adipositas-Therapien untermauert. Der US-Konzern steigerte Umsatz und Reingewinn, getragen von der hohen Nachfrage nach Mounjaro und Zepbound. Trotz sinkender Preise gelang es Eli Lilly, das Wachstum über deutlich höhere Absatzvolumina in den USA abzusichern, während eine breite Produktpipeline und die Aussicht auf eine Ausweitung der Medicare-Erstattung zusätzlichen Rückenwind liefern.
Damit kann sich das US-Unternehmen vom dänischen Konkurrenten Novo Nordisk absetzen, der im US-Markt stärker unter Preisdruck und strukturellen Belastungen steht. Diese Entwicklung lässt sich auch an der Börse beobachten. Während Eli Lilly am Tag nach Veröffentlichung rund 10 Prozent zulegen konnte, verlor Novo Nordisk über 17 Prozent an Wert.
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