US-Banken starten mit hohen Gewinnen in die Berichtssaison

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Die grossen US-Banken eröffnen traditionell die Gewinnsaison in den USA. Obwohl sie im Schlussquartal 2025 ihre Gewinne steigern konnten, reagierte die Börse uneinheitlich.

Publiziert 19. Jan. 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Zum Auftakt der Berichtssaison legten grosse Bankinstitute Zahlen vor, die zumindest beim Gewinn über den Erwartungen lagen. Beim Ertrag blieben Überraschungen aus. Ein starkes Handelsgeschäft und eine höhere Aktivität im M&A-Bereich stützten die Resultate. Die Kursreaktionen fielen jedoch unterschiedlich aus, da unternehmensspezifische Faktoren stärker ins Gewicht fielen.

Starke Gewinne dank mehr Aktivität

JPMorgan, die grösste Bank der USA, überzeugte auf den ersten Blick mit höheren Umsätzen und Gewinnen. Das Zinsergebnis stieg weiter und der Aktienhandel legte um 40 Prozent zu. Schwächer als erwartet entwickelte sich allerdings das Investment Banking. Zusätzlich belastete eine Rückstellung im Zusammenhang mit der Übernahme des Apple-Card-Kreditportfolios von Goldman Sachs.

Auch die Bank of America übertraf die Gewinnerwartungen. Ein höheres Zinsergebnis, starke Erträge im Aktienhandel und tiefere Rückstellungen für Kreditausfälle trugen dazu bei. Enttäuschend verlief dagegen der Handel mit festverzinslichen Anlagen. Wie JPMorgan, ist auch Bank of America für 2026 zuversichtlich und rechnet mit weiterem Wirtschaftswachstum.

Die Retailbank Wells Fargo überzeugte nur auf der Gewinnseite. Der Umsatz blieb unter den Erwartungen. Im wichtigen Kreditgeschäft sanken die Nettoabschreibungen deutlich, während die Kosten kaum stiegen. Die Kreditkarten-Ausgaben der Kunden nahmen zu, ebenso das Volumen bei Autokrediten, das im Jahresvergleich um 19 Prozent wuchs.

Morgan Stanley legte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn klar zu. Ausschlaggebend war das starke Geschäft in der Vermögensverwaltung, das von höheren Kundeneinlagen profitierte. Auch das Investment Banking entwickelte sich dynamisch. Die Umsätze stiegen deutlich, getragen von höheren Kommissionen aus einer weltweit stärkeren M&A-Aktivität.

Goldman Sachs präsentierte ebenfalls starke Zahlen. Der Aktienhandel und das Geschäft mit festverzinslichen Anlagen wuchsen deutlich. In der Vermögensverwaltung profitierte die Bank von höheren Honoraren dank gestiegener Kurse. Auch das Investment Banking legte um 25 Prozent zu, gestützt durch mehr Einnahmen aus M&A-Beratung und Anleiheemissionen.

 

Trotz insgesamt starker Resultate reagierte der Markt uneinheitlich. Die Aktien von JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo verloren nach der Veröffentlichung ihrer Zahlen zwischen vier und fünf Prozent. Morgan Stanley und Goldman Sachs verzeichneten hingegen Kursgewinne. Seit Jahresbeginn liegen diese beiden Banken im Plus, während die übrigen Institute im Minus notieren. Dies folgt auf ein sehr starkes Vorjahr für den gesamten Sektor.

Für das laufende Jahr zeigen sich die Banken grundsätzlich optimistisch. Ob sich diese Zuversicht in weiter steigenden Kursen widerspiegelt, hängt vor allem vom Handelsgeschäft bei Aktien und von der weiteren Entwicklung im M&A-Markt ab.

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