US-Aktien mit Zugkraft: Diese Titel zeigen das stärkste Momentum

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Eine Analyse nach dem Prinzip der relativen Stärke zeigt, welche US-Titel derzeit das grösste Momentum besitzen – und warum Disziplin beim Timing entscheidend bleibt.

15. Okt 2025

Beschreibung

Die wichtigsten Aktienmärkte in den USA konnten im bisherigen Jahresverlauf trotz Zollthematik zulegen. Einige Aktien haben sich in dieser Zeit überdurchschnittlich stark entwickelt. Mit einer Anlagestrategie nach relativer Stärke haben Anleger ein einfaches, aber attraktives Instrument für die Suche nach solchen Titeln.

Einzelne Aktien können eine deutlich höhere Rendite erzielen als ein Index. Die Auswahl ist allerdings anspruchsvoll. Eine vielversprechende Methode zur Wahl der chancenreichen Aktien folgt dem Prinzip „Kaufe, was gut läuft“. Es baut darauf, dass Aktien mit starker Entwicklung in jüngster Vergangenheit meist auch in näherer Zukunft eine gute Rendite erzielen werden.

Man spricht in diesem Zusammenhang oft davon, dass solche Aktien ein positives Momentum oder eine relative Stärke gegenüber anderen Aktien aufweisen. Wer nach dem Prinzip der relativen Stärke investiert, kauft Aktien, die sich in jüngster Vergangenheit stark entwickelten.

Für den Aufbau eines Aktienportfolios nach dem Prinzip der relativen Stärke empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Definition des Anlageuniversums

Es wird festgelegt, welche Gruppe von Aktien (z.B. welche Region oder welcher Sektor) zur Auswahl stehen soll. Dieses sogenannte Anlageuniversum kann beispielsweise einem Aktienindex entsprechen. Dabei eignen sich Indizes mit einer hohen Anzahl Titel besser als Indizes mit nur wenigen Titeln, da erstere eine grössere Vielfalt und bessere Auswahlmöglichkeiten bieten. Möchte ein Anleger in US-Aktien investieren, bietet sich zum Beispiel der S&P 500 an, der die Aktien der nach Marktkapitalisierung 500 grössten Unternehmen der USA enthält.

Schritt 2: Auswahl der Titel

Ist das Anlageuniversum bestimmt, geht es in einem nächsten Schritt darum, die Regeln für die Auswahl zu definieren. Eine einfache Variante zur Ermittlung der relativen Stärke vergleicht beispielsweise die Aktienrendite über die letzten zwölf Monate. Erfolgversprechender sind Ansätze, welche die Rendite über verschiedene Zeiträume messen und weitere Faktoren wie das Risikomass Volatilität analysieren. Die Regeln sollten nicht zu komplex sein und in unterschiedlichen Marktphasen zu guten Resultaten führen.

Der Anleger misst nun die relative Stärke aller im Anlageuniversum enthaltenen Titel und erstellt eine Rangliste. Oben stehen die Titel mit dem stärksten Momentum in der jüngsten Vergangenheit, unten jene mit dem schwächsten Momentum.

Werden beispielsweise für sämtliche Aktien des S&P 500 Ranglisten für die Renditen der vergangenen drei und zwölf Monate sowie für die Volatilität über zwölf Monate erstellt, und werden diese Ranglisten anschliessend gleichgewichtet, dann ergibt sich folgende Gesamtrangliste der gemäss relativer Stärke besten fünf Aktien: Auf dem ersten Platz steht der Tabakkonzern Altria Group, gefolgt vom Versorgungsunternehmen Evergy, dem Stromkonzern Xcel Energy, dem Erdgasverteiler Atmos Energy und dem Pharmakonzern Johnson & Johnson (siehe Tabelle und Grafik).

Der Anleger kann je nach Renditeziel und Risikotoleranz beispielsweise in drei, in fünf oder in noch mehr Titel investieren. Je weniger Titel er berücksichtigt, desto grösser ist das Renditepotenzial, aber auch das Risiko.

Schritt 3: Überwachung der Titel

Jedes Momentum ist früher oder später zu Ende. Titel mit aussergewöhnlich erfolgreicher Entwicklung in der Vergangenheit brechen bei einer Korrektur des Gesamtmarktes oft besonders stark ein. Eine strikte und ebenfalls regelbasierte Überwachung des Risikos der Anlage ist daher unumgänglich. Dieses Risikomanagement sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

Regelmässige Aktualisierung der Rangliste

Der Anleger muss die Rangliste in regelmässigen Abständen, beispielsweise monatlich, aktualisieren. Haben einzelne Titel seit der letzten Erhebung deutlich an Momentum verloren, werden sie verkauft und durch die Titel mit dem aktuell stärksten Momentum ersetzt. Das stellt sicher, dass laufend in die stärksten Titel investiert wird.

Risikomanagement auf Titelebene

Um grosse Verluste aufgrund eines heftigen und schnellen Kurseinbruchs zu verhindern, kann es empfehlenswert sein, Kriterien für den Verkauf einer Aktie zu definieren. Hier kann sich eine sogenannte Stopp-Loss-Order anbieten, die einen Verkauf automatisch auslöst, sobald der Titel unter einen bestimmten Preis fällt.

Risikomanagement auf Gesamtmarktebene

Zusätzlich zur Analyse der einzelnen Aktien empfiehlt sich eine Analyse des Gesamtmarkts, ebenfalls mit regelbasierten Trendmessungen. Der Anleger erkennt damit, ob der Markt in einem Aufwärts- oder in einem Abwärtstrend liegt. Befindet er sich in einer Korrekturphase, sollte der Anleger sämtliche Aktien verkaufen, um seinen Verlust zu begrenzen. In Krisen ist es zu riskant, an einzelnen Aktien festzuhalten, weil in solchen Phasen fast alle Aktienkurse einbrechen, unabhängig von der Qualität der einzelnen Unternehmen.

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