VZ Analyse
Für einmal rückten die Zahlen zum abgelaufenen Quartal bei Netflix, Intel und weiteren Unternehmen in den Hintergrund. Unternehmensspezifische Informationen prägten die Reaktionen.
Publiziert vor 3 Stunden
Beschreibung
Nach den Banken legten Firmen aus verschiedenen Branchen ihre Resultate vor. Viele präsentierten solide Ergebnisse. Wirklich überzeugen konnte jedoch nur GE Aerospace mit starken Gewinnen und steigenden Umsätzen. Bei mehreren Unternehmen führten zusätzliche Faktoren trotz guter Zahlen zu negativen Kursreaktionen.
Unternehmensnews im Fokus
Netflix erfüllte im vierten Quartal die Erwartungen. Umsatz und Gewinn stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahr. Höhere Preise, wachsende Werbeeinnahmen und ein Anstieg der Abonnenten auf 325 Millionen trugen dazu bei. Die Börse reagierte dennoch zurückhaltend. Grund war das neue Angebot für die Übernahme von Warner Bros. Künftig soll der Kauf vollständig in bar bezahlt werden. Dafür will Netflix die Aktienrückkäufe aussetzen.
Johnson & Johnson übertraf die Prognosen leicht. Starke Verkäufe des Krebsmedikaments Darzalex und ein stabiles Medizintechnikgeschäft sorgten für das Wachstum. Auch der Ausblick für 2026 lag über den Erwartungen. Dies gelang trotz geringerer Einnahmen durch niedrigere Medikamentenpreise in den USA aufgrund der Abmachung mit der US-Regierung. Das Unternehmen rechnet mit Einbussen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar.
Procter & Gamble steigerte den Gewinn stärker als erwartet. Gleichzeitig spürt der Konzern die Zurückhaltung der Kunden. Die anhaltend hohe Inflation belastet den Konsum. In einzelnen Bereichen gingen die Absatzmengen zurück, etwa bei Gillette-Rasierern und Pampers-Windeln. Zudem senkte das Unternehmen den Ausblick leicht. Als Grund nannte es höhere Restrukturierungskosten.
GE Aerospace übertraf die Erwartungen klar. Schwächere Auslieferungen der Turbine GE9X wurden durch höhere Serviceerträge ausgeglichen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Flugreisen stützt das Geschäft. Auch die Bestellungen für neue Triebwerke nahmen zu. Trotz der guten Zahlen fiel die Aktie. Nach starken Kursgewinnen in den vergangenen Monaten kam es zu Gewinnmitnahmen.
Bei Intel überwog die Enttäuschung über den Umsatz. Die Erlöse lagen unter den Erwartungen, obwohl sich der Gewinn positiv entwickelte. Engpässe in der Produktion bremsten das Wachstum. Die Nachfrage nach KI-Chips wurde laut Finanzchef unterschätzt. Der Ausbau der Kapazitäten braucht Zeit. Gleichzeitig belastete der Fokus auf Rechenzentren das Geschäft mit PC-Speicherchips. Der schwächere Ausblick führte nachbörslich zu deutlichen Kursverlusten.
Insgesamt reagierten die Märkte unterschiedlich. Netflix geriet trotz guter Zahlen unter Druck. GE Aerospace litt unter Gewinnmitnahmen. Johnson & Johnson zeigte kaum Bewegung. Procter & Gamble legte leicht zu. Besonders stark fielen die Intel-Aktien, die nachbörslich mehr als zehn Prozent verloren.
In der kommenden Woche erreicht die Berichtssaison ihren Höhepunkt. Am Mittwoch veröffentlichen Meta, Microsoft und Tesla ihre Zahlen. Einen Tag später folgen Apple sowie die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard.
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