VZ Analyse
Seit der Börsenkotierung sind die Aktien von Stadler Rail eine grosse Enttäuschung. Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich deshalb: Wann kommt dieser Zug wieder zurück in die Spur?
Publiziert 13. Apr 2026
Beschreibung
Mit vielen Vorschusslorbeeren sind die Aktien von Stadler Rail im Jahr 2019 an der Börse kotiert worden. Seither haben sie aber rund die Hälfte an Wert eingebüsst. Obwohl die Auftragsbücher stets gut gefüllt sind, kennt der Titel spätestens seit 2022 nur eine Richtung. Der Swiss Performance Index (SPI) hat seit dem IPO von Stadler Rail hingegen 60 Prozent zugelegt.
Hoher Wettbewerb, Verzögerungen in den Lieferketten und die Frankenstärke bereiten Stadler Rail Sorgen. Dies schlägt sich negativ in der Margenentwicklung nieder. Gleichzeitig gab es in den vergangenen Jahren einige Personalrochaden im Management. Deshalb erstaunt die schwache Kursentwicklung nicht. Stadler Rail sucht nach Ruhe und Kontinuität.
Boden gefunden
Immerhin scheinen die Aktien den Tiefpunkt erreicht zu haben. Der Titel tendiert seit rund einem Jahr seitwärts und wartet auf einen Ausbruch nach oben.
In kurzer Folge haben jüngst zwei Analysten ihre Ratings für die Aktieneinschätzung hochgestuft. Nach der abschmetternden Niederlage beim SBB-Grossauftrag sind dies willkommene Good-News für die leidgeprüften Aktionärinnen und Aktionäre.
Doch reicht dies, damit der langersehnte Turnaround gelingt? Der Investment Case bringt grundsätzlich einige positive Aspekte mit, was den Aktienkurs langfristig beflügeln sollte.
Intaktes Umfeld
Der Wettbewerb der Schienenfahrzeughersteller ist zwar hart umkämpft. Es handelt sich aber um einen attraktiven und strukturell wachsenden Markt. Insbesondere staatliche Infrastrukturinvestitionen in Europa und eine langfristig steigende Nachfrage nach emissionsarmen Mobilitätslösungen, in denen Stadler technologisch gut positioniert ist, spielen dem Unternehmen in die Karten.
Zudem verfügt Stadler Rail mit rund 32 Milliarden Franken über einen der weltweit höchsten Auftragsbestände in der Branche. Dies bietet für mehrere Jahre Umsatzvisibilität und reduziert zyklische Risiken deutlich. Ein grosser Anteil von öffentlich-rechtlichen Kunden sorgen mit langfristigen Investitionsbudgets für eine hohe Planungssicherheit.
Die kritische Grösse
Doch die entscheidende Kennzahl ist weniger der Umsatz und dessen Wachstum oder der Auftragsbestand. Vielmehr im Fokus steht die Gewinn- und Margenentwicklung. Beim IPO wurde ein Margenziel für den EBIT (Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen) von 8 bis 9 Prozent angepeilt. In der Realität liegt diese aktuell aber lediglich bei der Hälfte.
Als Schlüssel zum Erfolg braucht es also einen Margenhebel. Dieser könnten durch ein wachsendes Servicegeschäft sowie einer Technologie- und Innovationsführerschaft kommen. Instandhaltungsverträge über die gesamte Lebensdauer sorgen für wiederkehrende Einnahmen. Und eigene Kompetenzen sowie eine hohe Engineering-Tiefe stärken die Preissetzungsmacht bei Ausschreibungen.
Die Basis ist mit einem hohen Auftragsbestand eigentlich seit Jahren gelegt. Nun muss dies endlich besser materialisiert werden können. Steigt der freie Cashflow zukünftig entsprechend den Erwartungen, wird das Vertrauen der Investorinnen und Investoren zurückkehren.
Ein erster Schritt ist Stadler Rail diesbezüglich mit den Jahreszahlen für 2025 gelungen. Der Reingewinn hat sich fast verdoppelt, während beim Umsatz ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr präsentiert werden konnte. Allerdings hatten im Jahr davor verheerende Unwetter das Ergebnis von Stadler Rail zerzaust, was es entsprechend zu berücksichtigen gilt.
Fazit
Mutigen Anlegerinnen und Anleger mit Weitblick öffnen sich am Horizont Anlagechancen, um auf den Zug aufzuspringen. Dieser ist nach schwierigen Jahren zumindest zurück in der Spur und eine weitere Entgleisung ist aufgrund einer robusten Auftrags- und Finanzbasis kaum angezeigt. Allerdings dürfte er nur langsam in Fahrt kommen, auch wenn das Ticket jetzt günstig zu haben ist.
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