SpaceX-IPO: Reicht es für den Rekord?

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Ende vergangener Woche wurden neue Details zum geplanten Börsengang von SpaceX veröffentlicht. Noch sind nicht alle Informationen bekannt. Das Datum und das erwartete Emissionsvolumen sollen aber bereits feststehen.

Publiziert vor 3 Stunden

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

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Am 12. Juni soll SpaceX sein Börsendebüt an der Technologiebörse Nasdaq feiern – so geht es aus einem Artikel der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Damit könnte einer der meist erwarteten Börsengänge des Jahres bereits vor der Jahresmitte stattfinden. Besonders im Fokus steht die Bewertung: Sie soll zwischen 1,8 und 2 Billionen Dollar liegen. Damit würde SpaceX den bisherigen Rekord von Saudi Aramco leicht übertreffen. Der saudische Ölkonzern kam 2019 mit einer Bewertung von rund 1,7 Billionen Dollar an die Börse.

Es wird davon ausgeangen, dass nur ein kleiner Teil des Unternehmens auf den Markt kommt. Das erwartete Emissionsvolumen liegt bei 75 Milliarden Dollar. Gründer Elon Musk dürfte auch nach dem IPO die Mehrheit der Stimmrechte halten. SpaceX hat die Angaben von Reuters bisher nicht bestätigt. Klarheit dürfte erst der Börsenprospekt bringen, der kurz vor dem IPO veröffentlicht wird.

Was macht SpaceX so wertvoll?

SpaceX ist vor allem für seine Raketen und Raumfahrtprojekte bekannt. Musk hat gezeigt, dass Raumfahrt nicht nur von Staaten getragen werden muss, sondern auch privat organisiert werden kann. Dieser Bereich dürfte bisher aber kaum gewinnbringend gewesen sein. Auch das kürzlich in SpaceX integrierte KI-Geschäft xAI verursacht hohe Kosten. Finanziert werden diese Zukunftsprojekte durch Starlink, das Geschäft mit Satelliteninternet.

Die hohe Bewertung dürfte deshalb nicht allein auf der breiten Kundenbasis und den wiederkehrenden Einnahmen von Starlink beruhen. Entscheidend sind vor allem die Zukunftserwartungen. Die Raumfahrtsparte soll nicht nur Transporte in die Erdumlaufbahn anbieten. Die langfristigen Ziele liegen auf dem Mond und dem Mars. Auch xAI soll über den Chatbot Grok, der auf dem Social-Media-Kanal von X zur Anwendung kommt, hinaus wachsen. Geplant sind Rechenzentren, Kooperationen mit Unternehmen und weitere Anwendungen. Der Börsengang dürfte daher auch dazu dienen, diese ehrgeizigen Pläne zu finanzieren.

Was bedeutet der Börsengang für Privatanleger?

Die Nachfrage nach SpaceX-Aktien dürfte das Angebot deutlich übersteigen. Für Privatanleger wird eine direkte Zuteilung deshalb schwierig. Angebote, die frühen oder garantierten Zugang versprechen, sollten sorgfältig geprüft werden. Gerade bei stark erwarteten IPOs sind zudem die ersten Handelsstunden oder sogar die ersten Handelstage oft von grossen Kursschwankungen geprägt.

Mit einer möglichen Marktkapitalisierung von bis zu 2 Billionen Dollar würde SpaceX sofort zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt gehören. Damit läge das Unternehmen sogar vor Meta und Tesla, die derzeit jeweils auf rund 1,6 Billionen Dollar kommen. Eine direkte Aufnahme in wichtige Indizes ist damit aber nicht garantiert. Aufgrund der Grösse könnte SpaceX zwar rasch in den Nasdaq 100 oder den MSCI World aufgenommen werden. Beim S&P 500 könnte es länger dauern, auch wenn hier eine ähnliche Sonderregelung möglich wäre. Wegen des geringen Streubesitzes dürfte das Indexgewicht von SpaceX trotz der hohen Bewertung deutlich tiefer ausfallen als bei anderen Schwergewichten wie Nvidia oder Apple.

Spannend in naher und weiter Zukunft

Bis zum geplanten Börsengang bleibt weniger als ein Monat. In dieser Zeit dürften weitere Details zu einem möglichen Rekord-IPO bekannt werden. Auch der Handelsstart wird viel Aufmerksamkeit erhalten.

Danach richtet sich der Blick auf die langfristige Entwicklung. Entscheidend wird sein, ob SpaceX seine ehrgeizigen Ziele in der Raumfahrt, beim Satelliteninternet und im KI-Geschäft erreichen kann. An grossen, teils kühnen Plänen fehlt es Elon Musk bekanntlich nicht.

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