Solide Quartalszahlen hieven den S&P 500 auf neue Höchststände

Analysen
Analysen

VZ Analyse

In den USA fallen die Unternehmensergebnisse zum ersten Quartal besser aus als erwartet: Die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr wurden zuletzt spürbar nach oben angepasst. Das treibt den S&P 500 von einem Allzeithoch zum nächsten.

Publiziert 6. Mai 2026

Autor

Christoph Sax

Funktion Anlagechef

Beschreibung

Die Berichtssaison in den USA zeichnet ein überraschend robustes Bild der Umsatz- und Gewinnentwicklung der Unternehmen. Rund zwei Drittel der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Zahlen für das erste Quartal bereits vorgelegt – und die Quartalsausweise fallen in der Summe besser aus als noch zu Jahresbeginn erwartet. Der S&P 500 legte deutlich zu und erreichte neue Rekordstände. Von Kriegsängsten ist an den US-Börsen wenig zu spüren. 

Zu Beginn der Berichtssaison gingen Analysten von einem durchschnittlichen Wachstum des Quartalsgewinns von etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Inzwischen wurde diese Schätzung markant nach oben revidiert: Nach der Vorlage der Quartalszahlen von Schwergewichten wie Alphabet, Amazon und Meta liegt das erwartete Gewinnwachstum aktuell bei rund 27 Prozent. Von der hohen Investitionsdynamik profitieren nicht nur Technologiewerte, sondern auch Anbieter von Infrastruktur im weiteren Sinne – wie etwa Industriewerte, Versorger und Grundstoffhersteller. 

Keine Spur von Margendruck 

Bemerkenswert ist dabei, dass die hohen Investitionen in Datenzentren und KI-Dienstleistungen bisher kaum die Profitabilität schmälern. Einige Unternehmen im Technologiebereich profitieren auch stark von der Knappheit bei Hardware-Komponenten, insbesondere bei Speichermedien. Es steht allerdings weiterhin die Frage im Raum, wie gut sich die neuen Datenzentren künftig auslasten und amortisieren lassen. 

Weniger gut abgeschnitten haben im 1. Quartal der Gesundheitssektor und der Energiebereich.  Die Energiebranche dürfte im zweiten Quartal allerdings deutlich besser abschneiden. Der stark gestiegene Ölpreis wirkt sich positiv auf die Ertragslage aus. Im Zuge des Iran-Kriegs haben die USA ihre Öl-Ausfuhren stark erhöht. Sie haben damit Saudi-Arabien als grössten Exporteur der Welt überholt. 

Weniger positiv bleibt der Ausblick im Gesundheitssektor. Insbesondere bei Krankenversicherern hat der Margendruck zugenommen, was sich dämpfend auf die Gewinnentwicklung auswirkt. Gründe hierfür sind unter anderem staatliche Eingriffe, gestiegene Kosten sowie ein intensiver Wettbewerb. 

Schweiz hinkt hinterher 

Auch für das Gesamtjahr 2026 bleiben die Aussichten für die US-Unternehmen positiv. Im Durchschnitt erwarten Analysten derzeit ein Gewinnwachstum von 21 Prozent. Im internationalen Vergleich heben sich die USA damit deutlich ab: Für die Schweiz beispielsweise wird gemäss Yardeni Research lediglich ein Gewinnwachstum von 7,2 Prozent erwartet, weil Technologie-Werte an der Schweizer Börse untervertreten sind. 

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.