So schlugen sich die US‑Banken im ersten Quartal

Analysen
Analysen

VZ Analyse

Krieg, Unsicherheit und volatile Märkte prägten den Start ins Jahr 2026. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie widerstandsfähig die grössten US‑Banken wirklich sind.

Publiziert vor 16 Stunden

Autor

Roman Gfeller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Das erste Quartal 2026 stand für die grossen US‑Banken unter aussergewöhnlich schwierigen Vorzeichen. Der seit Ende Februar eskalierte Konflikt mit Iran dominierte das geopolitische Umfeld und sorgte weltweit für steigende Unsicherheit, stark schwankende Rohstoffpreise und zurückhaltende Investitionsentscheidungen. Die Folgen reichten von erhöhter Marktvolatilität bis hin zu Verzögerungen bei Börsengängen und Unternehmensübernahmen, da viele Marktteilnehmer Risiken neu bewerteten.

Vor diesem Hintergrund legten JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, BlackRock und Citigroup ihre Zahlen vor. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte verband die Unternehmen ein gemeinsames Merkmal: Die erhöhte Marktbewegung liess zentrale Ertragsquellen nicht versiegen, während sich die Risikolage bislang beherrschbar zeigte.

Solide Ergebnisse trotz angespanntem Umfeld

Bei Goldman Sachs zeigte sich erneut, wie stark das Unternehmen vom Marktumfeld abhängt. Vor allem der Aktienhandel entwickelte sich dynamisch, da institutionelle Investoren Umschichtungen vornahmen und Absicherungsstrategien ausbauten. Auch die Beratung rund um Unternehmensübernahmen trug stärker zum Ergebnis bei als erwartet. Weniger gefragt waren hingegen Geschäfte mit Zinsen und Anleihen, die hinter früheren Quartalen zurückblieben. Gleichzeitig erhöhte die Grossbank ihre Rücklagen für Kreditausfälle.

JPMorgan profitierte von einer breiteren Aufstellung der Dienstleistungen. Das Handelsgeschäft zeigte sich stabil, ebenso die Bereiche Emissionen und Unternehmensberatung, die von einer schrittweisen Belebung der Transaktionsmärkte profitierten. Auffällig war, dass die Bank geringere Vorsorge für Kreditausfälle bilden musste als erwartet, was auf eine weiterhin solide Verfassung vieler Kunden hindeutet. Gleichzeitig machte die Bank deutlich, dass mit steigender Unsicherheit auch die Anforderungen an das Risikomanagement zunehmen.

Ein ähnliches Bild ergab sich bei Morgan Stanley. Die Investmentbank verzeichnete einen deutlichen Umsatz‑ und Gewinnzuwachs, getragen von lebhafter Handelsaktivität sowie einer steigenden Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen. Die ausgeprägte Volatilität führte dazu, dass Anleger ihre Portfolios aktiver steuerten, was das Geschäft stützte. Zugleich blieb die Vermögensverwaltung ein stabilisierender Faktor, der das Ergebnis zusätzlich absicherte.

Weniger marktgetrieben präsentierte sich BlackRock. Der Vermögensverwalter konnte erneut eine Zunahme der Mittelzuflüsse verzeichnen, insbesondere in börsengehandelte Fonds. Höhere erfolgsabhängige Gebühren trugen zusätzlich zum Ergebnis bei. Im Bereich privater Anlagen blieb das Volumen insgesamt stabil, wobei sich institutionelle Investoren als verlässliche Kapitalgeber erwiesen. Die breite Aufstellung wirkte damit als Puffer gegen kurzfristige Marktschwankungen.

Bei Citigroup spiegeln die Zahlen Fortschritte aus dem laufenden Umbau wider. Das Marktgeschäft entwickelte sich lebhaft, unterstützt durch hohe Aktivität im Handel. Gleichzeitig gewann das Service‑Geschäft weiter an Bedeutung. Auf der Risikoseite erhöhte Citi ihre Absicherung im Konsumentensegment. Diese Massnahme änderte jedoch nichts daran, dass die Grossbank eines der stärksten Umsatzquartale der vergangenen Jahre erzielte.

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.