Sika: Warten auf den Blick nach vorne

Ausblick Jahreszahlen

vor 2 Stunden

Beschreibung

Baar (awp) - Nachdem die Umsatzzahlen eher auf der schwachen Seite waren, wartet der Markt vor allem auf den Blick nach vorne. 2025 dürfte dabei nicht unbedingt als eines der stärksten Geschäftsjahre in die Annalen eingehen - eher das Gegenteil.

Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika gibt am Freitag, 20. Februar, das Geschäftsergebnis 2025 bekannt. Zum AWP-Konsens haben insgesamt elf Analysten beigetragen.

2025
(in Mio Fr.)                AWP-Konsens   2024  

EBITDA                         2'055    2'270
- Marge (in %)                  18,4     19,3
Reingewinn                     1'055    1'248

(in Fr.)
Dividende je Inhaberaktie       3,58     3,60

Was steht im Fokus?

Dass Sika kein besonders gutes Jahr 2025 hinter sich hat, ist seit der Publikation der Umsatzzahlen im Januar definitiv sicher. Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin hat die Erwartungen der Analysten deutlich unterschritten, weil die Geschäfte auch im letzten Jahresviertel geharzt haben. Zudem musste die Prognose für die EBITDA-Marge in 2025 erneut gesenkt werden.

Daher stehen insbesondere die Prognose für das laufende Jahr 2026 im Fokus der Anleger sowie allgemeine Aussagen zu den Baumärkten. Dabei steht Sika im Urteil der UBS vor einer schwierigen Abwägung: Einer über den Erwartungen liegenden Prognose könnte es an Glaubwürdigkeit mangeln, da Sika die Guidance zuletzt zwei Mal in Folge senken musste. Eine vorsichtige Prognose könnte auf den anderen Seite weitere Verkäufe an der Börse auslösen.

Was bremst Sika?

Das Marktumfeld hat sich im vergangenen Jahr spürbar eingetrübt. Besonders belastend wirkten die schwachen Baumärkte, allen voran in China. Dort leidet der Bausektor unter der anhaltenden Immobilienkrise, was sich auch in der Nachfrage nach Bauchemie niederschlägt.

Und im vierten Quartal wurde die Bauindustrie in den USA durch den dortigen Government-Shutdown zurückgebunden. Über all dem steht das Problem des starken Schweizer Frankens, der den Umsatz bei der Umrechnung in die eigene Währung schwinden lässt.

Wie regiert Sika?

Sika hat auf die veränderten Rahmenbedingungen mit einem Stellenabbau reagiert: Werden weltweit bis zu 1500 Arbeitsplätze abgebaut, ein grosser Teil davon im Reich der Mitte. Gleichzeitig soll das neue vergangenen Oktober angekündigte Programm "Fast Forward" die Digitalisierung beschleunigen sowie Innovation und Wachstum fördern. Das Programm soll bis 2028 jährliche Einsparungen von 150 bis 200 Millionen Franken einspielen.

Was ist mit den Zielen des Managements passiert?

Diese musste Sika zuletzt zwei Mal in Folge senken. Ende Oktober wurden die mittelfristigen Prognose gesenkt, weil Märkte deutlich an Dynamik eingebüsst hatten. Neu rechnet der Konzern bis 2028 noch mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 6 Prozent in Lokalwährungen nach zuvor 6 bis 9 Prozent. Es würde die Gemüter beruhigen, würden die Innerschweizer kommenden Freitag diese Prognosen bekräftigen.

Und weil die im Herbst gesprochenen Massnahmen Kosten nach sich ziehen, wurden auch die Prognosen für 2025 leicht gesenkt: Neu sollte die EBITDA-Marge in 2025 bei "rund" 19 Prozent liegen. Ohne diese Kosten wurde unverändert ein Wert von 19,5 bis 19,8 Prozent vorhergesagt. Das war primär eine technische Belastung durch Restrukturierungskosten.

Nicht einmal drei Monate später wurde die Prognose erneut gesenkt - diesmal aus operativen Gründen. Eine Abschwächung zum Jahresende plus Währungseffekte machten die die ursprüngliche Margenspanne von 19,5 bis 19,8 Prozent endgültig unrealistisch. Mitte Januar wurde die Guidance auf "leicht über 19 Prozent" gesenkt - und zwar ohne die erwähnten Einmalkosten. Der ausgewiesene Wert dürfte daher noch einmal deutlich tiefer liegen.

Wie steht es um die Aktie?

Seit Anfang 2026 hat sich die Sika-Aktie eher schwach entwickelt, mit deutlichen Kursrückgängen im Januar, anschliessender Seitwärtsbewegung ohne klaren Erholungstrend und anhaltender Schwäche im Februar 2026.

Seit Jahresbeginn haben die Papiere knapp 6 Prozent eingebüsst, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI mit +4% leicht zugelegt hat. Letztes Jahr gehörten die Papiere mit einem Minus von rund 25 Prozent zu den schwächsten Blue Chips.

lh/an/ra