VZ Analyse
Zahlreiche Schweizer Bankinstitute haben in den vergangenen Tagen ihre Jahresergebnisse publiziert. Wir machen nachfolgend eine Auslegeordnung und gehen der Frage nach, wo Kurspotenzial schlummert.
Publiziert 9. Febr. 2026
Beschreibung
Grossbank unter Beobachtung
Mit der UBS hat die einzig verbliebene Schweizer Grossbank die Geschäftszahlen für 2025 präsentiert. Dabei konnte der Finanzriese auf den ersten Blick überzeugen und hat die Erwartungen in allen Belangen übertroffen.
Die Aktie reagierte dennoch mit einem Kursabschlag auf die Resultate. Dies kann einerseits mit Gewinnmitnahmen in Verbindung gebracht werden, andererseits hängt die Auseinandersetzung mit dem Bundesrat bezüglich den Kapitalanforderungen wie ein Damoklesschwert über den Valoren. Dennoch gehören die UBS-Aktien zu den besten Performern in den letzten drei Jahren. Seit der CS-Übernahme ist der Kurs um über 120 Prozent gestiegen.
Dies widerspiegelt auch die operative Stärke. Trotz erheblichen personellen und finanziellen Belastungen infolge der Integration der Credit Suisse ist der Gewinn um 53 Prozent gestiegen. Davon profitieren auch die Aktionäre infolge einer Dividendenerhöhung von 90 Cents auf 1,10 Dollar pro Aktie. Das sehr wichtige, um Sonderfaktoren bereinigte Kosten/Ertrags-Verhältnis verbesserte sich auf 75,2 Prozent.
Bei den Nettoneugeldern wurde das Jahresziel mit 100,5 Milliarden Dollar erreicht. Allerdings hat die Dynamik im vierten Quartal merklich nachgelassen. Im wichtigsten Markt USA flossen zum dritten Mal in Folge Gelder ab. Dies sowie die Tatsache, dass ein hoher Gewinnbeitrag aus dem volatilen Investmentbanking stammt, sorgen bei den Investoren für Zurückhaltung.
Dennoch darf festgehalten werden, dass die UBS operativ seit einiger Zeit überzeugt. Die regulatorische Unklarheit wirkt allerdings bremsend auf die Kursfantasien und stellen die prognostizierten Renditeziele für die Zukunft in Frage. Sollte dies eliminiert oder die Hürden zumindest verkleinert werden können, stehen der Aktie neue Horizonte offen. Bis Klarheit herrscht, braucht es aber Geduld. Das Warten wird immerhin mit einer anständigen Dividende versüsst.
Privatbanken mit unterschiedlicher Dynamik
Der grosse Gewinner des CS-Unterganges ist zweifellos EFG. Die Privatbank konnte auch 2025 nahtlos an die vorherigen Rekordjahre anknüpfen. Die definitiven Ergebniszahlen für das vergangene Jahr sind zwar noch nicht bekannt. Aber der Geschäftsverlauf nach 10 Monaten im vergangenen Jahr lässt keine Zweifel offen, dass die Ziele übertroffen werden.
EFG überzeugt mit einem konstant wachsenden Nettoneugeldzufluss und stetig steigenden verwalteten Kundengelder. Der Aktienkurs hat sich zurecht sehr positiv entwickelt, dürfte aber mittlerweile einiges der sehr guten operativen Entwicklung einpreisen.
Obwohl der Aktienkurs ein neues Allzeithoch erklommen hat, ist Julius Bär noch weit von einer ähnlichen Geschäftsdynamik entfernt wie EFG. Aber immerhin schreitet die traditionsreiche Schweizer Privatbank voran und entledigt sich den Altlasten aus dem Benko-Skandal.
Der neue CEO Stefan Bollinger agiert zwar zurückhaltend, scheint aber die richtigen Massnahmen eingeleitet zu haben. Der Gewinn ist 2025 aufgrund von hohen Kredit-Wertberichtigungen deutlich tiefer als im Vorjahr ausgefallen. Aber die verwalteten Vermögen stiegen um 5 Prozent auf 521 Milliarden, was auch am ansehnlichen Neugeldzufluss von 14,4 Milliarden Franken geschuldet ist.
Bleiben weitere negative Nachrichten aus der Vergangenheitsbewältigung aus, dürfte bei Julius Bär zuversichtlich in die Zukunft geblickt werden.
Solide Kantonalbanken
Innerhalb der Kantonalbanken haben unter anderem die beiden Zentralschweizer aus Zug und Luzern ihre Jahresergebnisse publiziert. Beide konnten ihre Gewinne weiter steigern und die Dividenden erhöhen. Verhältnismässig ist es bisher noch vielen Kantonalbanken gut gelungen, das Nullzinsumfeld zu kaschieren.
Dies bildet sich auch in den Aktienkursen ab. Normalerweise stehen die Papiere der Kantonalbanken eher für Stabilität, wenig Kursfantasien und eine attraktive Ausschüttungspolitik. 2025 legten aber beispielsweise die Aktien aus den Kantonen Waadt, Basel Stadt oder Luzern zwischen 20 und 45 Prozent zu.
Schwer vorstellbar, dass dieser Lauf ungebremst so weitergeht. Zentrale Faktoren für die zukünftige Entwicklung sind florierende Wirtschaftsregionen, ein attraktiver Immobilienmarkt und eine zunehmende Diversifikation der Ertragspfeiler. Historisch bedingt verdienen die Kantonalbanken hauptsächlich am Zinsdifferenzgeschäft. Dieses steht mit der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank allerdings unter Druck.
Eine vermehrte Verlagerung auf das Anlage- und Handelsgeschäft in Verknüpfung mit einem attraktiven Standortkanton sowie eine nachhaltige Dividendenpolitik dürfte die beste Kombination für den zukünftigen Aktienkurs sein.
Diesbezüglich sind die drei Performance-Gewinner aus dem letzten Jahr allesamt gut aufgestellt. Dies dürfte auch dem Aktienkurs Unterstützung bieten. Für etwas risikoaffinere Kantonalbank-Anlegerinnen und Anleger könnte sich auch ein Blick nach Genf lohnen.
Attraktive sonstige Finanzgesellschaften
Keine Bank im klassischen Sinne ist Partners Group. Der Finanzdienstleister im Bereich der Privatmarktanlagen konnte im Jahr 2025 trotz schwierigen Marktbedingungen ein starkes Wachstum erzielen. Die Guidance für 2026 deutet auf eine Fortsetzung dessen hin.
Die Rahmenbedingungen hellen sich zudem auf, während das Kerngeschäft mit Schwerpunkt auf Private Equity und Private Debt Stabilität ausdrückt. Dies dürfte auch dem Aktienkurs gut bekommen, welcher deutlich tiefer handelt als im Frühjahr 2025. Darüber hinaus zahlt das Unternehmen eine attraktive Dividende von über 4 Prozent.
Auf einem jahrelangen Höhenflug waren bis letzten Sommer die Aktien der Onlinebank Swissquote. Seither ist die Kursentwicklung zwar ins Stocken geraten, nicht aber die operative Leistung. Swissquote hat im Geschäftsjahr 2025 sowohl den Ertrag wie auch den Gewinn erneut deutlich gesteigert und sah sich im Januar veranlasst, dies in einer positiven Gewinnwarnung mitzuteilen.
Weil eine gewisse Korrelation zwischen dem Aktienkurs und den Bewegungen am Krypto-Markt nicht von der Hand zu weisen ist, durchläuft die Aktie aktuell eine Schwächephase. Solche waren in der Vergangenheit jeweils Einstiegschancen.
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