Partners Group: Im negativen Sog oder Einstiegschance?

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Partners Group galten als einer der grossen Börsenfavoriten für 2026. Nach drei Monaten gehören Sie jedoch zu den Schlusslichtern im SMI. Mutigen Anlegern bietet sich eine zyklische Wachstumswette.

Publiziert vor 11 Stunden

Autor

Stefan Müller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Partners Group gehört weltweit zu den drei grössten kotierten Vermögensverwaltern im Bereich von Privatmarktanlagen (Private Equity, Private Debt, Private Infrastructure, Private Real Estate). Aufgrund dessen Geschäftsumfeld wird der Aktienkurs momentan stark abgestraft.

 

Trotz soliden Ergebnissen zum abgelaufenen Geschäftsjahr kann der Titel nicht überzeugen. Die momentane Marktstimmung, ausgehend von grösseren Rückzügen im Bereich von Privatkrediten (Private Debt), führt in der ganzen Branche zu einer negativen Stimmung. Gemäss Schätzungen wurden global 20 bis 40 Prozent aller Ausleihungen von Privatkrediten an Softwareunternehmen vergeben. Und diese könnten durch künstliche Intelligenz massiv an Einfluss verlieren, was zu einer voranschreitenden Disruption im Softwaresektor führt.

Die direkte Kreditfinanzierung von Unternehmen aus privaten Geldern hat einen langfristigen Anlagecharakter. In guten Zeiten sind Rücknahmen kein Problem. Sind die Investoren jedoch verunsichert und wollen grössere Volumen abziehen, funktioniert diese Struktur nicht mehr korrekt. Die Lösung lautet damit meist: Die Rückforderungen werden beschränkt. Die Verunsicherung der Investoren steigt dadurch weiter, und die Kurse der Anbieter wie Partners Group geraten unter Druck.

Breit aufgestelltes Unternehmen

Beim Zuger Vermögensverwalter handelt es sich um eine breit aufgestellte Investmentgesellschaft. Der Fokus liegt auf direkten Beteiligungen (Private Equities) und deren operativen Weiterentwicklung. Zudem sind die verwalteten Kundengelder bei Partners Group insgesamt auf über einhundert Teilbereiche und mehr als zehntausend einzelne Unternehmen diversifiziert. Investments in Private Debt von Softwareunternehmen machen weniger als 3 Prozent der gesamten Assets under Management (AuM) aus.

Trotz schwierigem Umfeld verzeichnete Partners Group 2025 ein zweistelliges Wachstum bei den AuM auf 185 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Plus von 21 Prozent. Das Unternehmen erwartet auch im neuen Jahr mit Kapitalzusagen von 26 bis 32 Milliarden Dollar, was für eine äusserst solide Pipeline spricht.

Auch bei den Erträgen und dem Gewinn konnte das Partners Group zulegen. Die Einnahmen legten im vergangenen Jahr um 20 Prozent und der Reingewinn um 12 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu.

Unterdurchschnittlich bewertet

Die Kursverluste der vergangenen Monate führten zu einer Bewertungskontraktion. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf der Gewinnschätzung für das kommenden Jahr beträgt 16, was deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegt.

Es gibt aber einige Punkte, warum Partners Group für langfristige Investitionen attraktiv bleibt. Die Gründe liegen in der breiten Diversifikation, der starken Marktposition und der visiblen Wachstumsstrategie.

Vor diesem Hintergrund dürften die Aktien den momentanen Kursrückgang mittelfristig verdauen. Partners Group steht für wachstumsorientierte Privatmarkt-Strategien mit hoher operativer Wertschöpfung. Die Aktie ist zwar vom gesamten Umfeld abhängig und bleibt deshalb auch eine zyklische Wachstumswette. Die höheren Risiken werden dafür mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite von über 5 Prozent entschädigt.

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