VZ Analyse
Privatmarkt-Anlagen waren bislang nur vermögenden Anlegern zugänglich gewesen. Partners Group und ICG wollen jetzt ihr Portfolio auch kleineren Anlegern zugänglich machen. Davon könnten auch ihre Aktionäre profitieren.
Publiziert 16. März 2026
Beschreibung
Das Geschäft mit Beteiligungen und Unternehmenskrediten rückte zuletzt stärker in den Fokus der Finanzmärkte. Im Zentrum stehen sogenannte Private Markets – Investitionen in Unternehmen, Infrastruktur oder Kredite ausserhalb der Börse, bei denen Investoren direkte Beteiligungen an nichtkotierten Firmen eingehen oder Unternehmen über private Kreditmärkte finanzieren.
Nach Jahren sehr günstiger Finanzierungsbedingungen hat sich das Umfeld jedoch verändert: Höhere Zinsen und teurere Kredite haben den Markt für Firmenübernahmen gebremst, geplante Verkäufe verzögert und die Bewertungen vieler Anbieter unter Druck gesetzt. Gleichzeitig öffnet sich die Branche strukturell neuen Kapitalquellen. Während solche Anlagen früher fast ausschliesslich grossen Investoren wie Pensionskassen oder Staatsfonds vorbehalten waren, versuchen Anbieter nun zunehmend, auch Privatanlegern Zugang zu diesen Märkten zu ermöglichen – in Zusammenarbeit mit grossen Vermögensverwaltern, die über globale Vertriebsplattformen verfügen.
Private Markets für neue Anlegergruppen
Das SMI-Unternehmen Partners Group kooperiert seit eineinhalb Jahren mit BlackRock, um Private-Markets-Strategien über standardisierte Produkte leichter zugänglich zu machen. Die britische Intermediate Capital Group (ICG) verfolgt einen ähnlichen Ansatz mit Amundi, die kürzlich mit einer 9,9-Prozent-Beteiligung am Unternehmen eingestiegen sind. Die Idee dahinter ist klar: Die Privatmarktspezialisten liefern die Anlagestrategien, die Vermögensverwalter bieten Zugang zu einem breiten Kundenstamm.
Trotz dieser Gemeinsamkeit unterscheiden sich die Geschäftsmodelle deutlich. Partners Group ist eine breit aufgestellte Privatmarkt-Plattform und investiert weltweit in nichtkotierte Unternehmen, in Infrastruktur, in Immobilien und in Unternehmenskredite. Der Fokus liegt stark auf direkten Beteiligungen und der operativen Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen. Ein wesentlicher Teil der Gewinne entsteht erst beim Verkauf dieser Beteiligungen in Form von erfolgsabhängigen Gebühren.
ICG hingegen ist historisch stärker im Kreditgeschäft verankert. Das Unternehmen strukturiert Finanzierungen für Unternehmen und Private-Equity-Transaktionen. Dabei erzielen sie einen grossen Teil der Einnahmen durch Managementgebühren und Zinserträgen. Während Partners Group stärker vom Erfolg einzelner Beteiligungen und von funktionierenden Exit-Märkten abhängt, basiert das Modell von ICG stärker auf regelmässigen Cashflows aus Kreditstrategien.
So entwickelten sich die Aktienkurse
Die Unterschiede zeigen sich auch an der Börse. Seit der Aufnahme in den Schweizer Leitindex SMI blieb die langfristige Kursentwicklung bei Partners Group jedoch hinter den Erwartungen vieler Anleger zurück. Nach einem starken Anstieg während der Niedrigzinsphase fiel der Kurs zuletzt deutlich von früheren Höchstständen über 1300 Franken.
ICG konnte sich im gleichen Umfeld stabiler entwickeln. Der Boom im Bereich Private Debt und die stabileren Einnahmeströme wirkten unterstützend, auch wenn der Titel ebenfalls unter seinen früheren Höchstständen notiert. Ein Teil der schwächeren Entwicklung in Franken ist jedochder deutlichen Abwertung des Pfunds geschuldet.
Was heisst das für den Anleger?
Für Anleger ergeben sich damit zwei unterschiedliche Profile innerhalb derselben Branche: Partners Group steht für wachstumsorientierte Privatmarkt-Strategien mit hoher operativer Wertschöpfung, ist jedoch stärker vom Umfeld abhängig. ICG hingegen verfolgt ein kreditgetriebenes Modell mit stabileren Einnahmen aus Gebühren und Zinserträgen. Während Partners Group damit eher eine zyklische Wachstumswette auf eine Belebung des Marktes für Übernahmen und Beteiligungsverkäufe darstellt, gilt ICG aufgrund der berechenbareren Cashflows als defensivere Alternative im Sektor.
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