Neuer Anlauf von Bachem?

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VZ Analyse

Nach dem starken Kursanstieg während der Coronapandemie folgte beim Pharmazulieferer Bachem der Einbruch. Seither bewegt sich die Aktie seitwärts. Nun könnte sich das Bild wieder ändern.

Publiziert vor 10 Stunden

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die Aktie von Bachem gehörte während der Coronapandemie zu den grossen Gewinnern. Von Anfang 2020 bis Herbst 2021 verfünffachte sich der Kurs. Danach setzte eine Normalisierung ein. Wie bei vielen Pandemiegewinnern fiel die Aktie deutlich zurück. In den vergangenen Jahren blieben grössere Ausschläge aus. Unter dem Strich entwickelte sich der Kurs seitwärts. Neue Wachstumsimpulse könnten nun wieder für mehr Bewegung sorgen.

Peptide als Wachstumstreiber

Bachem beliefert Pharma- und Biotechunternehmen und hat sich auf die Herstellung und Entwicklung von Peptiden und Oligonukleotiden spezialisiert. Peptide bestehen aus Aminosäuren, die kurze Ketten bilden. Die Erweiterung sind Proteine, die aus deutlich längeren und komplexeren Ketten bestehen. Oligonukleotide dagegen sind kurze Bestandteile von DNA oder RNA.

Peptide lassen sich als Botenstoffe des Körpers verstehen. In Medikamenten können sie gezielte Signale auslösen. Ein bekanntes Beispiel ist Insulin. Es signalisiert dem Körper, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Ein weiteres Beispiel ist GLP-1. Dieses Peptid steht seit einiger Zeit stark im Fokus. Es signalisiert dem Körper ein Sättigungsgefühl und unterstützt die Ausschüttung von Insulin. Bekannt wurde GLP-1 vor allem durch Abnehmpräparate von Herstellern wie Eli Lilly und Novo Nordisk.

Höhere Nachfrage trifft auf mehr Kapazität

Der Erfolg von GLP-1-Medikamenten dürfte die Nachfrage nach Peptiden weiter erhöhen. Davon kann Bachem profitieren. Das Unternehmen beliefert nicht nur grosse Hersteller, sondern unterstützt auch andere Pharmaunternehmen bereits in der Entwicklung neuer Wirkstoffe.

Der Einsatzbereich geht über Fettleibigkeit und andere Stoffwechselerkrankungen hinaus. Bachem ist auch an der Entwicklung von Medikamenten in der Onkologie und in weiteren Bereichen beteiligt. Damit hängt das Wachstum nicht nur von einem einzelnen Trend ab.

Um die steigende Nachfrage zu bedienen, hat Bachem in den vergangenen Jahren stark investiert. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines neuen Produktionsgebäudes am Hauptsitz in Bubendorf BL. Dort werden bereits Wirkstoffe hergestellt. Ab Ende 2026 soll ein weiterer Teil der Anlage in Betrieb gehen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein deutliches Umsatzwachstum von 35 bis 45 Prozent. Auch danach will Bachem weiter in den Ausbau der Kapazitäten investieren.

Spezialisierung als Stärke

Bachem ist stark spezialisiert und kann sich vor allem über Qualität von vielen Wettbewerbern abheben. Diese Stärke hilft dem Unternehmen nicht nur bei bestehenden Produkten, sondern auch bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe zusammen mit Pharmaunternehmen.

Mit den steigenden Produktionskapazitäten kann Bachem den Umsatz auch über 2026 hinaus weiter erhöhen. Höhere Volumen sollten zudem die Margen stützen oder erhöhen. Entscheidend bleibt, ob sich dieses Wachstum auch im Aktienkurs zeigt. Die Voraussetzungen für einen neuen Anlauf sind jedoch besser als in den vergangenen Jahren.

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