Mehr Planungssicherheit für die Schweizer Industrie

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VZ Analyse

Nach schwierigen Jahren sprechen viele Zeichen für eine Erholung der globalen Industrie. Auch Schweizer Unternehmen stehen vor besseren Zeiten.

Publiziert 28. Jan. 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Wer Flugzeuge erneuert, Maschinen ersetzt oder Anlagen modernisiert, investiert viel Geld. Solche Projekte brauchen Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung. Nur wenn Unternehmen an stabile Rahmenbedingungen glauben, nehmen sie Kredite auf und planen langfristig. Verbessert sich die Konjunktur, steigt die Planungssicherheit. Das stärkt die Investitionsbereitschaft und belebt die Industrie.

Unter den elf Sektoren, zu denen die Unternehmen zugeteilt werden, ist keiner so breit und divers wie der Industriesektor. Er umfasst weltweit aktuell 257 Unternehmen aus 14 Geschäftsfeldern. Dazu gehören klassische Maschinenbauer wie Caterpillar, Raumfahrt- und Rüstungskonzerne wie GE Aerospace sowie Fluggesellschaften wie die Lufthansa. Entsprechend unterschiedlich reagieren diese Firmen auf wirtschaftliche Impulse.

Wie steht es um die grössten Schweizer Industriewerte?

In der Schweiz ist der Industriesektor besonders stark vertreten. Im SPI gehören 48 Unternehmen dazu. Jedes vierte kotierte Unternehmen zählt damit zur Industrie. Das grösste und bekannteste ist ABB. Der Konzern profitierte in den letzten Jahren von der steigenden Nachfrage nach Automatisierung und vom Bau neuer Rechenzentren im Zuge des KI-Booms. Auch der Klimaspezialist Belimo gewann durch diese Entwicklung. Die VAT Group ist stark vom Halbleiterzyklus abhängig und liefert wichtige Komponenten für die Chipindustrie.

Am stärksten auf die Konjunktur reagiert unter den grossen Schweizer Industriewerten Kühne + Nagel. Belebt sich der Welthandel, steigt das Transportvolumen. Davon profitiert das Unternehmen direkt. Accelleron liefert Turbolader für Schiffe und verbessert deren Effizienz. Mit einem Anziehen des Welthandels nimmt auch hier die Nachfrage zu.

Geberit und Schindler hängen vor allem von der Baukonjunktur ab. Tiefe Zinsen und eine stabile Wirtschaft fördern Investitionen in Gebäude, Sanitärtechnik und Aufzüge. Georg Fischer profitiert sowohl von einer robusten Bauwirtschaft als auch von einer wachsenden Industrieproduktion. Belastend bleibt hingegen die Schwäche der Automobilbranche.

Mehr industrielle Produktion führt zu zudem  zu einem höheren Bedarf an Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Davon profitiert SGS als globaler Spezialist in diesem Bereich. Auch der Flughafen Zürich gehört zu den bedeutendsten Industrietiteln. Die Reiselust ist bereits hoch. Mit einer stärkeren Wirtschaft dürfte sie weiter zunehmen.

Aussichten verbessern sich

Um die hohe Inflation zu bekämpfen, haben die Zentralbanken in den vergangenen Jahren die Leitzinsen deutlich angehoben. Die höheren Zinsen verteuern die Finanzierung für Unternehmen und Haushalte. Als Folge verschieben viele Firmen Investitionen, und Konsumenten warten mit grösseren Anschaffungen auf bessere Bedingungen. In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit verstärkt sich dieser Effekt. Zwar bleiben die Zinsen vor allem in den USA erhöht, doch die Chancen auf stabile oder sinkende Sätze nehmen zu.

Zusätzliche Unsicherheit brachte im letzten Jahr der Handelskonflikt. US-Präsident Trump nutzte Zölle als Druckmittel, auch gegenüber Europa. Die schlimmsten Folgen scheinen jedoch überwunden. Gleichzeitig führten die Handelsstreitigkeiten dazu, dass Unternehmen ihre Lieferketten widerstandsfähiger gestalten. Das stärkt langfristig die Stabilität der Industrie.

Unterstützend wirken zudem staatliche Investitionsprogramme. In vielen Ländern fliessen Mittel in die Modernisierung von Stromnetzen, Verkehrssystemen und Energieinfrastruktur. Auch die Energiewende treibt neue Projekte an. Diese Investitionen schaffen Nachfrage und sichern Aufträge.

Nach Jahren mit hohen Zinsen und politischen Spannungen haben sich die Rahmenbedingungen verbessert. Die Wachstumsaussichten bleiben stabil, und Unternehmen können wieder verlässlicher planen. Das erhöht die Investitionsbereitschaft und stärkt den Industriesektor. Davon dürften auch Schweizer Industriewerte in den kommenden Jahren profitieren.

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