Ausblick Sonova
vor 3 Stunden
Beschreibung
Stäfa (awp) - In den letzten Monaten haben sich Marktakteure immer wieder um die aktuelle Marktlage gesorgt und wie sie sich auf die Nachfrage etwa auch nach Hörsystemen auswirken könnte. Denn eine steigende Inflation gekoppelt mit der Möglichkeit, dass die Zinsen eher wieder steigen als fallen und den zahlreichen geopoltischen Krisenherden dürfte Verbraucher weniger investitionsfreudig stimmen. Entsprechend dürfte dies auch bei Sonova ein zentrales Thema sein - sowohl beim Blick zurück als auch nach vorne.
Der Hörsystemhersteller Sonova publiziert am Montag, 18. Mai, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März). Insgesamt haben 14 Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
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2025/26 (in Mio Fr.) AWP-Konsens 2024/25 Umsatz 3'841 3'865 Umsatz* 3'605 3'613 - Wachstum in LW 5,5 7,6 EBITA Normalized* 792 764 - Marge (%) 22,0 20,9 Gewinn nach Steuern 534 547 (in Fr.) Dividende je Aktie 4,09 4,40 *excl. Consumer Hearing
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Worauf ist zu achten?
Mit dem Strategie-Update Ende März hat der seit vergangenem Jahr amtierende CEO Eric Bernard die Richtung für die weitere Geschäftsausrichtung des Hörsystem-Spezialisten ausgegeben. Mit der angekündigten Trennung von der Marke Sennheiser und damit den sogenannten Consumer Hearing Geschäft fokussiert Bernard Sonova denn auch wieder stärker auf das Kerngeschäft mit Hörgeräten. Wenn man bedenkt, dass diese Sparte im ersten Semester einen prozentual zweistelligen Umsatzrückgang verbuchte, macht diese Entscheidung durchaus Sinn - so auch der Tenor der Analysten.
Allerdings haben noch nicht alle Analysten in ihren Schätzungen die angekündigte Trennung von dem Bereich berücksichtigt, so dass im AWP-Konsens beide Umsätze abgefragt wurden. Immerhin gehen die meisten Analysten davon aus, dass Sonova die eigenen Umsatz-Prognose erfüllt haben dürfte.
Welche Themen sind wichtig?
Vor allem werden Investoren und Analysten darauf achten, was Sonova zum allgemeinen Marktumfeld zu sagen hat. So dürfte der Markt für Hörgeräte zuletzt eher unterdurchschnittlich gewachsen sein. Wie der zuständige Analyst von Research Partners herausstellt, dürfte das Mengenwachstum mit etwas mehr als 3 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt geblieben sein. Bei der wertmässigen Entwicklung dürften Märkte mit tieferen Preisen zwar überdurchschnittlich gewachsen sein, heisst es weiter. Andererseits habe es markante Preiserhöhungen etwa im US-Absatzkanal "Veterans Affairs" gegeben.
Gerade der US-Markt dürfte ein zentrales Thema dabei sein. Hier hatte der Branchenkollege Cochlear Ende April die gesamte Branche mit einer Gewinnwarnung belastet. Als Grund hatte der Konzern eine verschlechterte Verbraucherstimmung in den Industrieländern, einschliesslich "historischer Tiefststände" in den USA genannt. Dies habe sich belastend auf freiwillige Gesundheitsentscheidungen im Seniorensegment ausgewirkt. Zudem seien die Operationszahlen in Westeuropa gesunken, der Iran-Konflikt habe die Unsicherheit verstärkt und die Erstattungen in einigen Teilen Chinas seien wegen der Preisreformen tiefer ausgefallen als bislang.
Neben dem US-Markt dürfte auch Asien von Interesse sein. Immerhin hat der neue CEO selbst beim Strategie-Update klargemacht, dass man in Asien noch nicht die Reichweite hätte, die man haben wolle. Bleibt also abzuwarten, ob es zu diesem Punkt bereits weitere Neuigkeiten gibt.
Welche Wachstumsraten strebt das Management an?
Ein wenig Spannung hat das Management-Team um CEO Bernard bereits beim Strategie-Update im März vorweggenommen, als es ankündigte, dass sowohl der Umsatz als auch normalisierte EBITA jeweils am unteren Ende der erwarteten Wachstums-Spanne von 5 bis 9 bzw. 14 bis 18 Prozent zu liegen kommen könnte.
Mit Blick nach vorne stellte das Team eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 5-10 Prozent beim Umsatz und von 7-12 Prozent beim Kern-EBIT - jeweils in Lokalwährungen - in Aussicht. Damit setzt Sonova künftig bei der Profitabilität nicht mehr auf den normalisierten EBITA, bei dem Sondereffekte ausgeklammert sind. Die Margen sollen durch operativen Leverage und strukturelle Einsparungen weiter gestärkt werden. "Ziel ist es, bis zum Geschäftsjahr 2030/31 einen Umsatz von 6 Milliarden Franken zu erreichen", hiess es dazu im Strategie-Update.
Wie steht es um die Aktie?
Die Aktien von Sonova haben im bisherigen Jahresverlauf gut 15 Prozent verloren. Damit schneiden sie deutlich schlechter ab als der Gesamtmarkt gemessen am SPI. Bereits im vergangenen Jahr entwickelten sich die Papiere unterdurchschnittlich.
Website: www.sonova.com
lh/an/hr