VZ Analyse
Trotz hoher Investitionen und eines attraktiven Umfelds dümpelt der Aktienkurs von Lonza seit einigen Jahren. Was heisst das für Anlegerinnen und Anleger?
Publiziert 18. Mai 2026
Beschreibung
Seit drei Jahren kommt die Aktie des SMI-Unternehmens Lonza nicht vom Fleck. Der Schweizer Aktienmarkt hat sich in dieser Zeit deutlich besser entwickelt. Auch bei der aktuellen Jahresperformance schneidet Lonza gegenüber dem Swiss Performance Index schwach ab. Mitbewerber wie Siegfried und Bachem performen besser.
Corona als Antrieb und Bremse
Lonza ist der weltweit grösste Auftragsfertiger für Pharma-, Biotech- und Ernährungsmärkte. Der Grossteil des Umsatzes wird in Europa und Nordamerika erwirtschaftet. Grosse Bekanntheit erlangte das Unternehmen vor allem auch während der Corona-Pandemie.
Die Partnerschaft zwischen Lonza und dem US-Biotechnologieunternehmen Moderna war ein zentraler Pfeiler der Covid-19-Impfstoffproduktion und hatte damals auch beim Aktienkurs einen Hype ausgelöst. Im Nachgang der Pandemie hat sich dies nun jedoch wieder verändert und Lonza musste sich seither neu aufstellen.
Diese Neuorientierung war geprägt von massiven Investitionen in Produktionsstandorte, Desinvestitionen von Geschäftseinheiten und diversen Managementwechseln. Die Transformation sollte mittlerweile abgeschlossen sein und die Anlegerinnen und Anleger fragen sich zu Recht, wann dies beim Aktienkurs ersichtlich wird.
Langfristig ausgerichtet
Als Marktführer geniesst Lonza eine ausserordentlich starke Marktstellung und unterhält mit vielen Geschäftspartnern langfristige Produktionsverträge. Häufig fallen zu Beginn einer Zusammenarbeit grössere Investitionen an, welche sich erst später, dafür umso kräftiger und nachhaltig lohnen.
Nachdem das Geschäftsjahr 2024 ein Übergangsjahr markierte, hat Lonza in der abgelaufenen Berichtsperiode die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg auf 6,53 Milliarden Franken, was einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr von 19,2 Prozent entspricht.
Begleitet wurde das Umsatzwachstum von einem Anstieg der EBITDA-Marge auf 31,6 Prozent. Gleichzeitig konnte die Dividende um 25 Prozent auf 5 Franken erhöht werden.
Der Schwung ist auch in das Jahr 2026 übernommen worden. Das erste Quartal scheint gut angelaufen zu sein und wird von einer anhaltend hohen Nachfrage in allen Geschäftsbereichen getragen. Das Unternehmen erwartet ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent sowie eine weitere Steigerung der EBITDA-Marge auf über 32 Prozent für das Gesamtjahr.
Zurückhaltende Investoren
Angesichts dieser Zahlen erstaunt es, dass der Aktienkurs seit langem nicht vorwärtskommt. Zumal gemäss Schätzungen das Marktumfeld von Lonza bis 2030 jährlich um durchschnittlich 9 Prozent wachsen dürfte.
Das investitionslastige Geschäft von Lonza wird aber angesichts geopolitischer Spannungen, höherer Zinsen und eines verstärkten Wettbewerbsdrucks kritisch betrachtet. Zudem wurde insgeheim beim kürzlich verkauften Kapselgeschäft ein leicht grösserer Verkaufserlös erhofft.
Doch grundsätzlich ist es positiv, dass Lonza mit diesem Verkauf die Transformation endgültig abgeschlossen hat. Die Investitionsausgaben dürften den Höhepunkt überschritten haben, und die Ernte könnte in den kommenden Jahren eingefahren werden.
Fazit
Bei Lonza handelt es sich um ein gut positioniertes Unternehmen, das viele Qualitätsmerkmale sowie Argumente für eine langfristige Anlage bietet. Die hohen Investitionen und der grosse Kapazitätsaufbau bringen dank langfristiger Verträge eine hohe Visibilität.
Vermutlich fehlt der Aktie momentan ein wenig die Fantasie. Bereits investierte Anlegerinnen und Anleger werden daher wohl noch etwas Geduld brauchen. Wer mehr Spannung und kurzfristige Kursavancen sucht, kann ein Auge auf die wesentlich volatilere und risikobehaftete Bachem werfen.
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