Börsenbericht
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hält die globalen Finanzmärkte in Atem. So reagieren Aktienmärkte, Währungen und Rohstoffe nach der Eskalation.
Publiziert vor 2 Stunden
Beschreibung
Die Lage an den Märkten wird fortlaufend aktualisiert
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Der Konflikt mit dem Iran geht inzwischen in den sechsten Tag. Beide Seiten setzen ihre Angriffe fort, während zugleich vereinzelt über mögliche diplomatische Gesprächsbereitschaft berichtet wird. An den Märkten setzt derweil eine breite Erholung nach den anfänglichen Verwerfungen ein – die aktuelle Lage an den Aktien‑, Rohstoff‑ und Devisenmärkten.
Aktien: Erholung in Europa, Verluste im SMI
Der Stand um 16:30 Uhr:
- SMI: Der Schweizer Leitindex fällt zum Wochenschluss erneut. Kurz vor Handelsschluss verliert er rund 2 Prozent. Belastend wirken die Kursverluste der Pharma-Schwergewichte Roche (enttäuschende Studienergebnisse) und Novartis. Alle 20 SMI-Titel notieren im Minus.
- DAX: In Deutschland dreht der Leitindex im Tagesverlauf deutlich ins Minus. Aktuell liegt der DAX 1,3 Prozent unter dem Vortagesstand.
- EuroStoxx 50: Der Index mit den 50 grössten Werten Europas startete heute mit Gewinnen, liegt aber am späteren Nachmittag 1,5 Prozent im Minus.
- Wall Street: Die US-Börsen tragen ebenfalls zu einem düsteren Wochenschluss bei. Der S&P 500 büsst 1,2 Prozent ein, der Nasdaq 100 verliert ebenfalls über 1 Prozent.
- Asien: In Asien setzt sich die jüngste Aufwärtstendenz fort. Der Nikkei schliesst 0,6 Prozent höher, der koreanische Kospi weist ebenfalls ein kleines Plus auf, nachdem er gestern 11 Prozent zulegen konnte.
Öl und Gas im Fokus
Die strategische Bedeutung des nahen Ostens für die weltweite Energieversorgung sorgt für einen massiven Preisschub. Besonders die Strasse von Hormus, durch die ein Grossteil der globalen Öl- und Gasexporte transportiert wird, gilt nun als kritische Variable. Nach dem jüngsten Preisschub stabilisierten sich die Ölpreise inzwischen wieder.
- Rohöl (Brent): Der Preis legt am Freitag deutlich zu. Aktuell kostet ein Fass der Sorte Brent über 90 Dollar – gestern waren es noch weniger als 84 Dollar.
- Erdgas: Die europäischen Gaspreise notieren deutlich unter den 60 EUR/MWh, die in der Spitze nach dem Beginn des Iran-Kriegs erreicht wurden. Trotzdem notieren sie weiterhin fast doppelt so hoch wie letzte Woche.
Die Bedeutung des Gaspreis-Sprungs: Ein Anstieg in dieser Höhe ist ein Alarmsignal für die europäische Industrie und die Privathaushalte. Er spiegelt die Sorge wider, dass Lieferungen aus der Region (insbesondere LNG aus Katar) längerfristig unterbrochen bleiben könnten. Sollte dieses erhöhte Preisniveau andauern, droht eine neue Inflationswelle, die die Bemühungen der Zentralbanken um Zinssenkungen zunichtemachen könnte.
Währungen: Flucht in den "Sicheren Hafen" Franken
In Zeiten geopolitischer Krisen suchen Investoren Schutz in stabilen Währungen. Der Franken wertete infolge der Angriffe sprunghaft auf und drückte Euro und Dollar auf Mehrmonatstiefs.
Mittlerweile hat sich die Lage leicht beruhigt: Der Euro notiert wie gestern knapp unter 91 Rappen, der Dollar um die 78 Rappen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte erhöhte Interventionsbereitschaft signalisiert, um eine zu starke Aufwertung des Frankens und damit Nachteile für die Schweizer Exportwirtschaft zu verhindern. Mit der Stabilisierung der Märkte hat sich aber auch der Aufwertungsdruck teilweise reduziert.
Edelmetalle und Bitcoin
Gold gibt Gewinne im frühen Handel preis. Aktuell kostet eine Feinunze 5086 Dollar. Der Silber-Kurs liegt bei 83 Dollar. Bitcoin fällt wieder unter 70'000 Dollar, nachdem der Preis gestern zeitweise über 74'000 Dollar gestiegen war.
Politische Signale und Entwicklungen
Das US-Repräsentantenhaus hat eine Resolution zum Iran-Krieg mit knapper Mehrheit abgelehnt. Der Entwurf hätte dem Kongress mehr Mitspracherecht beim militärischen Vorgehen gegen den Iran eingeräumt. Das Ergebnis im Repräsentantenhaus fiel mit 212 zu 219 Stimmen knapp aus.
Im Krieg gegen den Iran sehen sich die USA haushoch überlegen und für einen längeren Einsatz gewappnet. «Wir haben keinen Mangel an Munition», sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Pressekonferenz. Die Vorräte an offensiven und defensiven Waffen ermöglichten es, die Kampagne «so lange aufrechtzuerhalten, wie es nötig ist».
Mindestens 67 Angehörige der kuwaitischen Armee sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei iranischen Angriffen auf die Golfstaaten verletzt worden. Die kuwaitischen Luftabwehrkräfte haben mehrere iranische Drohnen und Raketen abgefangen, wobei herabfallende Trümmer zu Verletzten führten.
Israels Luftwaffe griff in der Nacht auf Freitag erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Man habe eine grossangelegte Angriffswelle gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran gestartet, gab die Armee bekannt.
Irans Luftstreitkräfte haben in zwei neuen Wellen Raketen auf Israel gefeuert. Dabei seien auch Gefechtsköpfe mit Streumunition zum Einsatz gekommen, berichtete der staatliche iranische Rundfunk.
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