Börsenbericht
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hält die globalen Finanzmärkte in Atem. Ein Überblick, wie Aktien, Währungen und Rohstoffe auf die aktuellen Ereignisse reagieren.
Publiziert 9. März 2026
Beschreibung
Aktualisiert um 06:55 Uhr
*****
Aktien: US-Börsen schliessen im Plus, starke Erholung in Asien
- SMI: Der Schweizer Leitindex schloss gestern mit einem Minus von 0,7 Prozent. Heute Morgen weisen die Indikationen auf einer höhere Eröffnung hin.
- DAX: In Deutschland büsste der Leitindex 0,8 Prozent ein.
- EuroStoxx 50: Der Index mit den 50 grössten Werten Europas endete den Tag ebenfalls mit roten Zahlen. Das Minus beträgt 0,5 Prozent.
- Wall Street: Die US-Börsen haben anfängliche Kursverluste in ein Plus verwandeln können. Der S&P 500 schloss 0,8 Prozent höher, der technologielastige Nasdaq sogar 1,4 Prozent.
- Asien: Die asiatischen Börsen haben am Dienstag deutlich zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump ein mögliches baldiges Ende des Nahost-Krieges in Aussicht gestellt hatte. Der Nikkei legt 1,8 Prozent zu, in Südkorea sprang der Kospi um 5,4 Prozent. Die Börse in Shanghai gewinnt 0,4 Prozent.
Öl und Gas im Fokus
Die strategische Bedeutung des nahen Ostens für die weltweite Energieversorgung sorgt für einen massiven Preisschub. Besonders die Strasse von Hormus, durch die ein Grossteil der globalen Öl- und Gasexporte transportiert wird, gilt nun als kritische Variable. Nach dem jüngsten Preisschub stabilisierten sich die Ölpreise inzwischen wieder.
- Rohöl (Brent): Der Preis für Rohöl zeigt wilde Schwünge. Über das Wochenende ist er auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen. Aktuell wird für ein Fass der Sorte Brent rund 90 Dollar bezahlt. Der Ölpreis brach deutlich ein, nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt hatte. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt laut drei Insidern eine weitere Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl, um den Anstieg der weltweiten Energiepreise zu dämpfen. Zugleich warnte er Teheran vor einer Blockade der Strasse von Hormus – einem der wichtigsten Nadelöhre des globalen Ölhandels.
- Erdgas: Die europäischen Gaspreise notieren weiter unter den 60 EUR/MWh, die in der Spitze nach dem Beginn des Iran-Kriegs erreicht wurden. Trotzdem notieren sie weiterhin fast doppelt so hoch vor Ausbruch des Kriegs.
Die Bedeutung des Gaspreis-Sprungs: Ein Anstieg in dieser Höhe ist ein Alarmsignal für die europäische Industrie und die Privathaushalte. Er spiegelt die Sorge wider, dass Lieferungen aus der Region (insbesondere LNG aus Katar) längerfristig unterbrochen bleiben könnten. Sollte dieses erhöhte Preisniveau andauern, droht eine neue Inflationswelle, die die Bemühungen der Zentralbanken um Zinssenkungen zunichtemachen könnte.
Währungen: Flucht in den "Sicheren Hafen" Franken – Euro pendelt um 90 Rappen
Die Flucht in den Franken hält punktuell weiter an. Der Euro fiel zwischenzeitlich unter die 90-Rappen-Grenze und pendelt seit Tagen um diese Marke. Für einen Dollar werden etwas weniger als 78 Rappen bezahlt. Vergangene Woche hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöhte Interventionsbereitschaft signalisiert, um eine zu starke Aufwertung des Frankens und damit Nachteile für die Schweizer Exportwirtschaft zu verhindern.
Edelmetalle und Bitcoin
Gold hat den jüngsten Aufwärtstrend vorübergehend gestoppt. Aktuell kostet eine Feinunze Gold rund 5150 Dollar. Der Silber-Kurs liegt bei 89 Dollar. Der Bitcoin hat nach seinem Rücksetzer am Freitag wieder etwas erholen können. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 70'000 Dollar.
Politische Signale und Entwicklungen
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Krieg gegen den Iran als weitgehend entschieden. Der Iran verfüge nach den Angriffen über keine Marine, keine Luftwaffe und kaum noch Kommunikationssysteme mehr, sagte Trump in einem Interview. Der Konflikt werde zwar nicht bereits diese Woche enden, jedoch „sehr bald“. Die grösste Gefahr sei bereits seit drei Tagen vorüber.
Mehrere demokratische Senatoren verlangen öffentliche Anhörungen zum Krieg gegen den Iran und drohen andernfalls mit einer Blockade der Senatsarbeit. Ziel ist es, eine Debatte über die Rolle des Kongresses bei weiteren Militärschlägen zu erzwingen. Eine entsprechende Resolution zu den Kriegsbefugnissen war zuvor entlang der Parteigrenzen gescheitert.
Die US-Regierung warnte den Iran davor, die weltweite Ölversorgung über die Strasse von Hormus zu stören. Die Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Ölhandel. Trump sagte zudem, die USA könnten erwägen, die Passage zu „übernehmen“, liess jedoch offen, was genau damit gemeint sei.
Der Iran steht nach eigenen Angaben mit mehreren Ländern über eine mögliche Waffenruhe in Kontakt. China, Russland und Frankreich hätten entsprechende Gespräche angestossen, sagte Vize-Aussenminister Kasem Gharibabadi. Voraussetzung für eine Feuerpause sei ein Ende weiterer Angriffe.
Die Spannungen verschärften sich, nachdem im Iran am Montag der Sohn von Ajatollah Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, zum Nachfolger seines Vaters und damit zum Obersten Führer ernannt wurde. Dies signalisiere, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten. US-Präsident Donald Trump hatte den Sohn als "inakzeptabel" bezeichnet.
Der Iran hat in der Nacht Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien und Kuwait gestartet. Beide Länder meldeten abgefangene Flugobjekte über wichtigen Energie- und Infrastrukturregionen. Die Revolutionsgarden erklärten zugleich, allein Teheran entscheide über das Ende des Konflikts.
Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.