Iran-Krieg: So reagieren die Märkte heute

Börsenbericht

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hält die globalen Finanzmärkte in Atem. Ein Überblick, wie Aktien, Währungen und Rohstoffe auf die aktuellen Ereignisse reagieren.

Publiziert 2. Apr 2026

Autor

Andreas Paciorek

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Aktualisiert um 15:53 Uhr

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Aktien: Europa und Asien nach gestriger Erholungsrally wieder unter Druck

  • SMI: Der Schweizer Leitindex handelt am Nachmittag 0,8 Prozent tiefer.
  • DAX: Auch der deutsche Leitindex handelt im Minus (-2,3%).
  • Euro Stoxx 50: Der Index mit den 50 grössten Werten Europas wird aktuell 2,2 Prozent tiefer taxiert.
  • Wall Street: Kurz nach Eröffnung handeln die grossen US-Indizes erheblich schwächer, der S&P 500 -1,4 Prozent, der Nasdaq 100 -1,9 Prozent.
  • Asien: Die asiatischen Börsen geben am Donnerstag nach der sehr starken Erholung vom Vortag wieder deutlich Gewinne ab. Der Nikkei verliert aktuell 2,4 Prozent zu, der südkoreanische Kospi 4,0 Prozent. In Hongkong liegt der Hang Seng 1,5 Prozent hinten. 

Öl und Gas im Fokus

Die strategische Bedeutung des nahen Ostens für die weltweite Energieversorgung sorgt für einen massiven Preisschub. Besonders die Strasse von Hormus, durch die ein Grossteil der globalen Öl- und Gasexporte transportiert wird, gilt nun als kritische Variable. Nach dem jüngsten Preisschub stabilisierten sich die Ölpreise inzwischen wieder. 

  • Rohöl (Brent):  Nach US-Präsident Trumps Rede zieht der Rohölpreis aktuell deutlich an. Das Fass der Sorte Brent notiert aktuell bei rundknapp 109 Dollar.   
  • Erdgas: Der europäische Benchmark‑Gaspreis fällt wieder unter die 50-Euro-Marke auf aktuell noch 48 Euro/MWh.

Die Bedeutung des Gaspreis-Sprungs: Ein Anstieg in dieser Höhe ist ein Alarmsignal für die europäische Industrie und die Privathaushalte. Er spiegelt die Sorge wider, dass Lieferungen aus der Region (insbesondere LNG aus Katar) längerfristig unterbrochen bleiben könnten. Sollte dieses erhöhte Preisniveau andauern, droht eine neue Inflationswelle, die die Bemühungen der Zentralbanken um Zinssenkungen zunichtemachen könnte.

Währungen: Franken bleibt stabil

Der Euro kostet weiterhin knapp 92 Rappen. Der Dollar sinkt gegenüber dem Franken wieder etwas, für ihn werden gut 79 Rappen bezahlt.  

Edelmetalle und Bitcoin

Die Feinunze Gold zeigt sich gegenüber etwas stärker. Aktuell liegt der Goldpreis bei gut 4610 Dollar, Silber notiert um 71 Dollar. Bitcoin notiert bei 66'000 Dollar.    

Politische Signale und Entwicklungen

Der Iran hat den Philippinen laut Angaben aus Manila eine sichere und ungehinderte Durchfahrt durch die Strasse von Hormus zugesichert. Damit deutet sich zumindest punktuell eine Entspannung bei wichtigen Öl- und Düngemittellieferungen an.

Grossbritannien berät heute mit mehr als 40 Staaten – darunter auch Deutschland – über Wege zur Wiederöffnung der für den Ölhandel zentralen Strasse von Hormus. Hintergrund sind iranische Angriffe und Drohungen: Laut Aussenministerin Yvette Cooper wurden bereits über 25 Angriffe auf Schiffe gemeldet, rund 2'000 Schiffe sitzen fest und etwa 20'000 Seeleute befinden sich an Bord.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz zur gewaltsamen Öffnung der Strasse von Hormus für unrealistisch. Ein solches Vorgehen würde seiner Ansicht nach zu lange dauern und die Schifffahrt erheblichen Risiken durch iranische Revolutionsgarden und ballistische Raketen aussetzen.

China gibt den USA und Israel die Schuld an der Blockade der Strasse von Hormus und bezeichnet deren militärisches Vorgehen gegen den Iran als "Grundursache" der Eskalation. Peking fordert einen Waffenstillstand und betont, dass die Sicherheit der internationalen Seewege nur durch Frieden und Stabilität in der Golfregion wiederhergestellt werden könne.

Nach Trumps neuen Angriffsdrohungen gegen den Iran hat China die Konfliktparteien aufgerufen, ihre militärischen Einsätze sofort einzustellen. Peking warnte, militärische Mittel könnten das Problem nicht lösen und die Eskalation widerspreche den Interessen beider Seiten.

Trumps Äusserungen zu einem möglichen Nato-Austritt stossen auf überparteilichen Gegenwind im US-Senat, der betont, dass das Bündnis Frieden und Sicherheit für Amerika, Europa und die Welt bietet. Der Präsident kritisiert gleichzeitig, dass einige Nato-Mitglieder den Iran-Krieg nicht unterstützen, insbesondere beim Zugang zu Stützpunkten und der Strasse von Hormus.

Die US-Botschaft in Bagdad warnt vor möglichen Attacken pro-iranischer Milizen in den nächsten 24 bis 48 Stunden und ruft US-Bürger zur sofortigen Ausreise auf. Die Drohungen erfolgen im Kontext laufender US- und Israel-Angriffe auf den Iran sowie iranischer Vergeltungsaktionen im Nahen Osten.

In seiner ersten grossen Fernsehansprache gestern Abend kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass die strategischen Ziele der USA im fünf Wochen andauernden Iran-Krieg fast erreicht seien und das Ende des Konflikts bald bevorstehe. Gleichzeitig plant er für die kommenden zwei bis drei Wochen "extrem harte" Angriffe, um die militärische Infrastruktur des Iran weiter zu schwächen. 

Der Ölpreis zog während und nach Trumps Rede wieder deutlich an und überschritt erneut die Marke von 100 Dollar je Barrel. Damit bleibt der Energiemarkt der empfindlichste Seismograf des Konflikts. Die Aktienmärkte hatten auf konkretere Signale für eine Entspannung gehofft, wurden von der Rede aber nicht beruhigt. US-Futures fielen nach den Aussagen, und auch die asiatischen Börsen drehten im Anschluss mehrheitlich ins Minus.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die iranische Marine und Luftwaffe seien praktisch neutralisiert, die Raketen nahezu aufgebraucht, und alle militärischen Ziele würden "sehr bald" erreicht.

Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich derweil in einem ungewöhnlichen offenen Brief direkt an die amerikanische Bevölkerung gewandt und den Krieg der USA gegen sein Land scharf kritisiert. Beobachter werten den Schritt als Versuch, über den Druck der US-Öffentlichkeit indirekt auf eine Waffenruhe hinzuwirken. Trump hatte zuvor behauptet, der Iran habe um eine Waffenruhe gebeten – Teheran wies dies umgehend zurück.

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