VZ Monatsrückblick April
Der Nahost-Konflikt und die Störungen rund um die Strasse von Hormus hielten Energiepreise und Volatilität erhöht. Gleichzeitig blieb das KI-Narrativ intakt – und trug die Aktienmärkte nach Rückschlägen wieder nach oben.
Publiziert 1. Mai 2026
Beschreibung
Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts bleibt ein dominierender Faktor. Am stärksten zeigt sich das über den Ölmarkt: Nachrichten zur Schifffahrt und zur Verfügbarkeit von Energie lassen die Preise weiterhin schwanken. Die Blockade iranischer Exporte durch die USA treibt den Ölpreis zwar nach oben, gleichzeitig dominiert an den Finanzmärkten jedoch die Erwartung, dass der wirtschaftliche Druck den Iran mittelfristig an den Verhandlungstisch bringen könnte.
Auffällig ist dabei die kurzfristige Entkopplung zwischen Öl und Aktien: Obwohl der Ölpreis zuletzt erneut gestiegen ist, setzen die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fort. Der Grund liegt weniger in der aktuellen Versorgungslage als in der Erwartung, dass sich die Blockade nicht dauerhaft aufrechterhalten lässt und es zu einer politischen Lösung kommen könnte. Zwar gelingt es dem Iran weiterhin, einzelne Schiffe durchzuschleusen, doch Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Transport- und Lagerkapazitäten mittelfristig an Grenzen stossen könnten.
Der Markt preist damit derzeit weniger die unmittelbare physische Knappheit ein, sondern vielmehr die Aussicht auf eine spätere Entspannung – was erklärt, warum steigende Ölpreise bislang nicht in eine nachhaltige Risikoaversion umschlagen.
USA und Asien stark, Europa holt auf, Schweiz defensiv
Trotz der geopolitischen Schlagzeilen behaupteten sich die Aktienmärkte gut. In den USA legte der S&P 500 im April deutlich zu (10,5 Prozent in Franken). Europa konnte ebenfalls profitieren: Der Eurostoxx 50 liegt klar im Plus (5,5 Prozent in Franken). Der SMI bewegt sich ebenfalls auf höheren Niveaus als Ende März und stieg auf Monatsbasis 4,2 Prozent. Erwähnenswert erscheinen insbesondere auch die Börsen in Asien: Nach Ausbruch des Nahostkriegs zählten Japan und Südkorea zunächst zu den klaren Verlierern. Beide Länder sind stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig, zudem waren ihre Börsen im Vorfeld sehr gut gelaufen. Im April fiel die Erholung hier auch besonders stark aus und die Leitindizes der beiden Länder konnten ihre Rekordjagd fortsetzen.
Gegen Ende des Monats richtete sich der Blick der Märkte auf die Quartalszahlen der US-Big-Techs: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta haben insgesamt starke Quartalszahlen vorgelegt, gestützt von hoher Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten. Während Umsatz und Gewinne deutlich zulegen, sorgen allerdings stark steigende Investitionen in KI-Infrastruktur und Datenzentren für wachsenden Kostendruck und rücken die Kapitalrendite stärker in den Fokus der Investoren.
Inflationsdaten halten die Zinsdebatte offen
Die US-Inflation überraschte im März deutlich nach oben. Die Konsumentenpreise stiegen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,3 Prozent gegenüber Vorjahr. Das prägte im April die Diskussion, wie schnell und wie stark sich die Teuerung wieder normalisieren kann – insbesondere, solange Energie ein zentraler Treiber bleibt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich zuletzt um 4,4 Prozent. In der Schweiz bleiben die Renditen mit rund 0,4 Prozent auf tiefem Niveau.
Die US-Notenbank belässt derweil den Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent und signalisiert angesichts von Inflation und geopolitischen Risiken weiterhin Zurückhaltung. Jerome Powell warnte jedoch zum Abschied noch vor politischem Druck, während mit Kevin Warsh der Führungswechsel in den Fokus rückt.
Der Franken zeigt sich gegenüber Euro (92 Rappen) und Dollar (79 Rappen) stabil. Das dämpft die importierte Inflation, kann aber exportorientierte Unternehmen belasten. Gold entwickelt sich im April per Saldo wenig und bewegt sich seitwärts.
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