Im Duftgeschäft weht Gegenwind – Givaudan und Symrise bleiben standfest

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Beide Duft- und Aromenriesen behaupten sich in einem schwierigen Umfeld mit klarer Strategie und solider Profitabilität. Während Givaudan international expandiert, schärft Symrise Effizienz und Nachhaltigkeitsprofil – und gewinnt damit Spielraum für künftiges Wachstum.

17. Okt. 2025

Beschreibung

Givaudan wächst solide unter Gegenwind

Der Duft- und Aromen-Spezialist Givaudan hat im dritten Quartal 2025 ein stabiles Geschäft gezeigt, das weitgehend im Rahmen der Erwartungen lag. Trotz der Belastung durch den starken Franken und einer anspruchsvollen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr konnte das Unternehmen organisch weiter wachsen. Besonders das Luxusparfümgeschäft trug überdurchschnittlich dazu bei, während auch die Segmente Aromen für Konsumgüter, Gesundheit und Wohlbefinden solide zulegten. Regional fiel Nordamerika positiv auf, während Lateinamerika rückläufig war. Währungsbedingte Einbussen belasteten zwar, die Gewinnmargen blieben dank der breiten regionalen Produktion jedoch stabil.

Parallel setzt Givaudan seine Expansionsstrategie entschlossen fort. In den USA entsteht für über 200 Mio. Dollar eine neue, moderne Produktionsstätte in Ohio, die hunderte Arbeitsplätze schaffen soll. In China baut das Unternehmen für rund 40 Mio. Franken ein Werk samt Kreativzentrum in Guangzhou, um dort Entwicklung, Vertrieb und Marketing stärker zu verzahnen. Zudem übernimmt Givaudan den US-Dufthersteller Belle Aire Creations – ein kleiner, aber strategisch sinnvoller Zukauf, um die Position bei regionalen Kunden zu stärken.

Die anhaltende Frankenstärke bleibt ein strukturelles Problem: In den letzten 14 Jahren hat sie den Umsatz um mehrere Milliarden Franken geschmälert und einen grossen Teil des Wachstums aufgezehrt. Dennoch steht Givaudan im internationalen Vergleich robust da. Das Unternehmen überzeugt mit Innovationskraft, hoher Profitabilität und einer klaren strategischen Ausrichtung. Trotz der Währungseinflüsse und makroökonomischen Unsicherheiten bleibt Givaudan ein verlässlicher Wert mit langfristigem Potenzial.

Seit Ende 2023 befanden sich die Anteilsscheine von Givaudan in einem mehrmonatigen Aufwärtstrend, welcher im darauffolgenden Jahr kehrte. In der gesamten Laufzeit resultierte unter dem Strich eine Rendite von rund 21 Prozent. Die Analysten positionieren sich verhalten positiv, während das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im laufenden Jahr aufgrund erwarteten Gewinnsteigerungen sinken dürfte.

Symrise erhöht die Margen trotz schwieriger Märkte

Symrise gilt als Innovationsführer im Bereich Duft-, Geschmacks- und Pflegewirkstoffe und lieferte eine solide Performance unter schwierigen Bedingungen. Im ersten Halbjahr 2025 war das organische Wachstum spürbar, wenn auch moderater als in früheren Phasen. Das Management führt das zurück auf unterschiedliche Nachfrage in verschiedenen Regionen sowie auf starke Vergleichswerte aus dem Vorjahr. Die Profitabilität nahm hingegen zu – unter anderem durch gezielte Effizienzsteigerungen und selektive Portfolioanpassungen. Das Ergebnis: Die Gewinnmargen haben sich erhöht, angekurbelt auch durch stärkere Nachfrage in margenstärkeren Produktsegmenten und strafferes Kostenmanagement. Wechselkurseffekte und volatile Rohstoffkosten belasten, doch Symrise scheint die Belastung abzufedern durch Preismanagement, Produkte mit Mehrwert und Anpassungen im Portfolio.

Symrise geht eine Partnerschaft mit dem kanadischen Biotech-Unternehmen Aplantex ein, um Zugang zu schwer beschaffbaren pflanzlichen Molekülen zu sichern. Die Zusammenarbeit fokussiert sich auf die Nutzung neuer biotechnologischer Verfahren für nachhaltige Rohstoffgewinnung. Aplantex hat bereits mehrere relevante Moleküle erfolgreich produziert und erfüllt wichtige Validierungsschritte für Symrise. Für Symrise stärkt die Partnerschaft die Position als Anbieter natürlicher, funktionaler Inhaltsstoffe und unterstützt die langfristige Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Innovationsführerschaft.

Symrise setzt zudem klar auf Effizienz, Wachstum und Portfoliooptimierung. Massnahmen wie Kostensenkung, organisatorische Straffung und Investitionen in Innovationen stehen im Zentrum. Ein Beispiel: Das Unternehmen hat eine grosse Anleihe über 800 Mio. Euro erfolgreich platziert, was das Vertrauen der Kapitalgeber in die Strategie unterstreicht. Zudem wurden erste Einsparziele bereits erreicht und weitere Effizienzmassnahmen beschlossen. Die Mittelfristziele bleiben ambitioniert – auch wenn für das laufende Jahr die Wachstumserwartung etwas nach unten korrigiert wurde, um das Umfeld realistisch zu berücksichtigen. Damit signalisiert Symrise: Man ist nicht blind optimistisch, sondern richtet sich pragmatisch auf ein Umfeld mit Unsicherheiten ein.

Der Kursverlauf von Symrise zeigt ein ähnliches Bild zu Givaudan: im Spätjahr 2024 wurde der Aufwärtstrend durch eine deutliche Gegenbewegung gebremst. Im gesamten Zeitraum notieren die Aktien von Symrise bei einem Verlust von knapp 21 Prozent. Die Analysten sprechen sich dennoch mehrheitlich für eine Kaufempfehlung aus. Wie auch bei Givaudan, liegt nur eine einzige Verkaufsempfehlung vor. Das KGV notiert für das laufende Jahr tiefer, was auf steigende Gewinne hindeutet.

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