Holcim im Umbau: Hier liegen die Chancen

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Die laufende Portfolio-Bereinigung belastete zwar Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal 2026, doch operativ bleibt das Geschäft stabil.

Publiziert 28. Apr 2026

Autor

Claudio Betschart

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Holcim sieht sich trotz Transformationsphase gut positioniert, um von steigenden Infrastrukturinvestitionen zu profitieren.

Der Baustoffkonzern Holcim hat eine intensive Phase der Portfolio-Rotation hinter sich. Dabei hat Holcim im Juni 2025 den Konzern aufgespalten und das Nordamerika-Geschäft separat, als Amrize an der Börse kotiert. Zudem hat Holcim bedeutende M&A-Transaktionen wie Xella und Cementos Pacasmayo vollzogen, bei gleichzeitigem Rückzug aus Nigeria. 

Der Verkauf des Geschäfts in Nigeria warf im vergangenen Geschäftsjahr einen Schatten auf die Geschäftszahlen, da ein hoher Währungsverlust von 1,38 Milliarden Franken verbucht werden musst. Entsprechet hat Holcim im vergangenen Jahr einen Gewinnbruch erlitten. Der Reingewinn fiel von 1,46 Milliarden Franken im Geschäftsjahr 2024 auf 387 Millionen Franken im Gesamtjahr 2025.

Fokus auf die Konzernstrategie

Mit der Abspaltung von Amrize wurde der Grundstein für die Strategie NextGen Growth 2030 gelegt. Dabei verfolgt Holcim das Ziel, die Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit zu nutzen, um profitables Wachstum in Europa, Australien und Nordafrika zu erzielen und gleichzeitig das Wachstum in Lateinamerika zu beschleunigen. Die Umwälzungen im Portfolio von Holcim sind daher noch nicht abgeschlossen. Mit dem Kauf und Verkauf von Geschäftsteilen will Holcim diese strategische Ausrichtung schärfen. 

Entsprechend führt Holcim die Einkaufstour fort und plant für 2026 ⁠rund fünfzehn Übernahmen. Mit fünf abgeschlossenen Transaktionen im ersten Quartal 2026 stimmt der Fahrplan. Dabei sollen vor allem Wachstumstreiber akquiriert werden, welche das Margenprofil des Konzerns stützen. Mit den Veräusserungen soll die nötige Flexibilität geschaffen werden.

Umsatzentwicklung im Umbruch

Mit der Abstossung von Geschäftsteilen wird jedoch auch der Umsatz gemindert. Der Ergebnisrückgang im ersten Quartal 2026 ist mehrheitlich auf die fortgesetzte Portfolio-Bereinigung zurückzuführen. Konkret lag der Umsatz im ersten Quartal um rund 104 Millionen Franken tiefer. Neben den Portfolioeffekten drückten zudem der harte Winter in einigen europäischen Ländern und Währungseffekte auf das Ergebnis. Operativ zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. 

Bereinigt um Portfolioveränderungen und Wechselkurseinflüsse konnte Holcim aus eigener Kraft ein organisches Wachstum von 3,9 Prozent erzielen. Insgesamt beschleunigte sich die Wachstumsdynamik im Verlauf des Quartals deutlich. Diese Entwicklung unterstreicht, dass das operative Geschäft trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine gewisse Stabilität aufweist.

Zukunftsaussichten

Mit Blick nach vorne dürfte Holcim aufgrund der Aussichten auf verbesserte Branchenfundamentaldaten profitieren. Mehrere europäische Staaten haben ihre Bereitschaft zu Investitionen in Infrastrukturprojekte erhöht. Beispielsweise weist Holcim eine nennenswerte Umsatzexponierung gegenüber Deutschland auf und sollte daher die erhöhten fiskalischen Ausgaben in der Region gewinnbringend nutzen können.

CEO Miljan Gutovic hat unter Beweis gestellt, dass er den Konzern während der umfassenden Umwälzung des Portfolios erfolgreich führen kann. Auch die ersten Geschäftszahlen für 2026 deuten darauf hin, dass Holcim trotz Transformationsprozess die operativen Stärken ausspielen kann. 

Positiv zu werten ist zudem, dass der Baustoffkonzern trotz steigender Energiepreisen die Prognose für 2026 bestätigt hat. Im Geschäftsjahr 2026 erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent in lokaler Währung.

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