Heute im Fokus: Swiss Re, Amrize

Marktgespräch

Marktgespräch

Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.

vor 7 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 11.00 Uhr):

SWISS RE (-0,8% auf 130,05 Franken): Zurückhaltung vor Jahreszahlen

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re büssen am Tag vor den Jahreszahlen an Terrain ein. Belastend wirken dabei die Zahlen des Mitbewerbers Munich Re, heisst es im Handel. Zwar hat der Münchner Rückversicherer sein Gewinnziel für 2025 dank eines relativ schadenarmen Jahrs übertroffen. Auch Swiss Re dürfte dies gemäss den Analystenprognosen gelingen. Für Zurückhaltung sorgen aber die anhaltenden Preisrückgänge im Rückversicherungsmarkt, nachdem die Preise zuvor mehrere Jahre lang gestiegen waren. So berichtete Munich Re bei der Vertragserneuerung mit Erstversicherern zum Jahreswechsel von einem Rückgang um zweieinhalb Prozent. Bereits Hannover Re hatte Anfang Februar einen risikobereinigten Preisrückgang von durchschnittlich 3,2 Prozent vermeldet. Hinzu kommt, dass es bei den Kapitalrückflüssen wohl keine positive Überraschung geben wird. Swiss Re hatte bereits im Dezember Aktienrückkäufe im Umfang von 500 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, was als umgehend als zu wenig ambitioniert kritisiert wurde. Entsprechend gilt es am Markt als unwahrscheinlich, dass die Titel kurzfristig aus ihrer Lethargie erwachen - vielmehr dürften sie auch nach dem Zahlenausweis weiter nur schleppend vorankommen, so die allgemeine Erwartungshaltung. Seit Jahresbeginn stehen die Swiss-Re-Aktien mit 3 Prozent im Minus, auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Rückgang von fast zehn Prozent.

AMRIZE (-3,3 auf 47,96 Fr.): Gewinnmitnahmen wegen KI-Sorgen

Amrize-Aktien scheint der Schnauf ausgegangen zu sein. Nachdem die Titel nach den Zahlen vergangene Woche raketenartig nach oben geschossen sind, setzte bereits am Mittwochnachmittag eine plötzliche Gegenbewegung ein. Gleichzeitig mit dem Knick beim US-Konzern gingen auf der anderen Seite die Kurse von Holcim und Heidelberg Materials nach oben. Nun setzen Amrize am Donnerstag die Talfahrt fort. Man sehe gerade Gewinnmitnahmen bei vielen Unternehmen, die indirekt mit dem KI-Boom verbunden sind, sagte ein Händler. "Zuletzt wurden insbesondere Bauunternehmen und Baustoffzulieferer, in Erwartung einer erhöhten Bauaktivität im Rechenzentrenbereich, nachgefragt. Diese Erwartungshaltung kühlt sich nun etwas ab, da es fraglich ist, ob diese Baudynamik sich auch in den kommenden Quartalen fortsetzen wird." Und diesmal schliessen sich die Aktien von Holcim (-4,6%) an, die am morgigen Freitag Jahreszahlen vorlegen. Auch die Titel von Heidelberg Materials (-5,2%) gehen nun in die Knie. Diese in Europa tätigen Baustoffkonzerne werden von einer anderen Nachricht belastet: Italien soll eine Suspension es EU-Emissionshandels verlangt haben. Der europäische Emissionshandel (ETS) sei in seiner jetzigen Konstruktion eine Zusatzsteuer für europäische Unternehmen, was die Kosten hochtreibe und die Wettbewerbsfähigkeit schwäche, erklärte der italienische Industrieminister Adolfo Urso. Mit einer Suspendierung würden die Preise für CO2-Zertifikate unter Druck geraten, die zuvor stark gestiegen waren. Der Preisanstieg bei den Zertifikaten hatte es Unternehmen wie Holcim oder Heidelberg Materials erlaubt, ihre Zementpreise deutlich erhöhen. Bei einer Suspendierung hätten die Unternehmen weniger Macht, die Preise zu erhöhen und ihre Margen zu verbessern. Amrize wiederum wäre von einer Suspendierung des Emissionshandels nicht betroffen, da das Unternehmen nur in Nordamerika tätig ist.

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an/jb/hr