Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 2 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 09.40 Uhr):
SWISS LIFE (-2,9% auf 877,40 Fr.): UBS sät Zweifel
Eigentlich zählt die Versicherungsbranche an Tagen mit roten Kurstafeln zu den von Anlegern gerne aufgesuchten Sicherungsankern. Für den heutigen Tag gilt dies nicht, insbesondere nicht für die Papiere der Swiss Life. Denn die UBS sät Zweifel und stellt die Risiken in den Vordergrund. So zeigen sich die Analysten erstaunt, dass die Aktie mit dem Gesamtmarkt Schritt hält, obwohl die Dividendenerwartungen nicht erfüllt wurden. Investoren hätten die Aktien aber insbesondere aufgrund der Ausschüttungen in ihrem Portfolio. Zudem zeigen sich Zinsrisiken in Europa. Und das könnte Gegenwind für das Anlagegeschäft der Swiss Life bringen, etwa durch negative Immobilien-Neubewertungen wie bereits 2023. Alles zusammen ist dies trotz unveränderter Schätzungen und bestätigtem Kursziel von 850 Franken Grund genug für die Experten, die Titel auf "Sell" abzustufen. Nach wie vor bevorzugt die UBS den neu fusionierten Konkurrenten Helvetia Baloise - was deren Aktien am heutigen Handelstag aber auch nicht hilft (-1,4%).
INTERROLL (+0,7% auf 1666 Fr.): Royal-Apollo-Kauf stösst in Bankenkreisen auf Beifall
Die Aktien von Interroll wissen sich am Freitag in einem schwächeren Börsenumfeld zu behaupten. Der Anbieter von Logistiklösungen übernimmt die niederländische Royal Apollo Group für eine nicht genannte Summe. Bei den Analysten kommen die Pläne gut an. Der für Vontobel tätige Mark Diethelm schätzt, dass Royal Apollo im laufenden Jahr zwischen 45 und 55 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern könnte. Das wiederum würde die Übernahme zur grössten dieser Art in der Geschichte von Interroll machen. Diethelm zufolge schliesst die Transaktion eine wichtige Lücke im Produktangebot der Käuferin und stärkt entsprechend die Wettbewerbsposition von Interroll. Ausserdem gehe diese mit grösseren Synergien einher, wie er weiter schreibt. Etwas zurückhaltender ist sein Berufskollege Walter Bamert bei der Zürcher Kantonalbank. Für ihn ist die finanzielle Tragweite der Transaktion noch nicht abschätzbar. Doch auch er rechnet mit steigenden Gewinnerwartungen. Für Chefanalyst Torsten Sauter von Kepler Cheuvreux passt Royal Apollo geradezu perfekt ins Beuteschema von Interroll. Sauter hegt keine Zweifel daran, dass die Käuferin die Transaktion finanziell aus eigener Kraft stemmen kann. Mit einem Minus von gut 24 Prozent seit Januar zählen die Interroll-Aktien zu den diesjährigen Schweizer Börsenverlierern. Gerade mit Blick auf diese bisher enttäuschende Kursbilanz werden die Neuigkeiten in hiesigen Börsenkreisen sehr begrüsst.
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dm/lb/cg