Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
28. Jan. 2026
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.15 Uhr):
PHARMABRANCHE: Und immer wieder Ärger mit dem US-Markt
(Sandoz -3,0%, Roche -2,8%, Galderma -2,4%, Novartis -1,7%)
Als hätten die US-Zolldrohungen und der Preisdruck von US-Präsident Donald Trump der Gesundheitsbranche im vergangenen Jahr nicht schon genug Probleme bereitet, kommt nun der nächste Belastungsfaktor aus den USA. Die zuständige Bundesbehörde Centers for Medicare & Medicaid Services hat angekündigt, die Zahlungen an private Medicare-Versicherungen für die sogenannten Advantage-Pläne im nächsten Jahr quasi unverändert zu lassen. Analysten hatten einen Anstieg von bis zu 6 Prozent erwartet. Letztlich sei die Pharmabranche davon zwar nur indirekt betroffen, heisst es im Markt, trotzdem sei es negativ einzuschätzen. So bedeute eine tiefere Erstattung für die Versicherer weniger Spielraum für höhere Medikamentenpreise. Zudem könnten die Versicherer versucht sein, den Kostendruck an die Hersteller weiterzugeben. Vor dem Hintergrund, dass die US-Regierung ohnehin tiefere Preise von den Herstellern fordert, sei dies jedenfalls eine weitere Daumenschraube für die Branche und trage zu der allgemeinen Verunsicherung bei, meinte ein Händler.
LUXUSGÜTER & UHREN: China und LVMH erweisen sich als Belastungsfaktoren
(Richemont 1,4% auf 150,75 Fr.), Swatch I (-1,3% auf 164,60 Fr.)
Die Aktien der beiden Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch Group werden am Mittwochmorgen zu tieferen Kursen gehandelt. Mit der Zahlenenttäuschung beim französischen Mischkonzern LVMH und der Nachrichtenlage in China führen Beobachter gleich zwei Gründe hierfür an. Nachdem der Rivale LVMH am Dienstag nach Börsenschluss ein schwächer als erwartet ausgefallenes Jahresergebnis vorgelegt hat, werden dessen Aktien am Mittwoch in Paris mit Kursverlusten von mehr als 7 Prozent abgestraft. Auch dass die Franzosen keinen konkreten Ausblick fürs neue Geschäftsjahr abgeben wollen, kommt in Börsenkreisen nicht gut an. Wie andere europäische Luxusgüteraktien werden in der Folge auch jene von Richemont und Swatch Group für LVMH "in Sippenhaft" genommen. Auch die Nachricht, wonach ein Militär-Putsch in China vereitelt worden sei, sorgt für Verunsicherung. Nicht nur bei der Swatch Group, auch bei Richemont gilt China als ein wichtiger Absatzmarkt. Nach einem Aufbäumen in den ersten beiden Januar-Wochen mussten die Valoren der beiden Schweizer Luxusgüterhersteller zuletzt deutlich Federn lassen. Vermutlich halten sich die Aktien am Mittwoch nicht zuletzt auch deshalb etwas besser als jene vieler anderer europäischer Rivalen.
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