Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 5 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 09.40 Uhr):
PARTNERS GROUP (-2,6% auf 862,80 Fr.): Gefürchteter Leerverkäufer sucht die Öffentlichkeit
Die Aktien der Partners Group geben am frühen Mittwochmorgen zeitweise um mehr als drei Prozent nach. Dies, nachdem die Valoren des Risikokapitalspezialisten bereits in den Tagen zuvor einen eher schweren Stand hatten. Nun scheint sich der Nebel rund um die mysteriöse Kursschwäche zu lichten, sucht mit Grizzly Research doch ein gefürchteter Leerverkäufer mit einer negativen Unternehmensstudie die Öffentlichkeit. In der Studie werfen die Autoren der Partners Group vor, den Wert der Beteiligungen in den sogenannten Evergreen-Fonds zu hoch auszuweisen. Teilweise seien die Bewertungen um bis zu 40 Prozent zu hoch angesetzt, wird kritisiert. Im Zentrum dieser Vorwürfe steht auch der "Master Fund", einer der Flaggschiff-Fonds des Risikokapitalspezialisten aus Baar. Wie hiesige Börsenbeobachter feststellen, scheint der Zeitpunkt für eine solche Leerverkaufskampagne klug gewählt. Schon seit Wochen notieren die Partners-Group-Aktien aufgrund einer hartnäckigen Kursschwäche bei den Valoren von Anbietern von Risikokapitalanlagen am diesjährigen SMI-Tabellenende. Personen aus der Geschäftsleitung versuchen ebenfalls schon seit Wochen mit Titelkäufen in Millionenhöhe Gegensteuer zu geben, wenn auch mit überblickbarem Erfolg. Dass neben der allgemeinen Branchenschwäche nun auch noch firmenspezifische Vorwürfe hinzukommen, dürfte alles andere als hilfreich sein und die Verunsicherung der Anleger weiter anheizen.
VAT (+4,4% auf 580,80 Fr.): Goldman springt vor Big-Tech-Zahlenreigen ins Käuferlager
Es ist wieder "Magnificent 7"-Zeit. Am Abend legen gleich vier der sieben grössten US-Techkonzerne ihrer Ergebnisse für das erste Quartal vor. Wie immer sind die Erwartungen hoch - am Markt wird von einem Umsatzplus im Bereich von 40 Prozent für die Branchenriesen insgesamt ausgegangen. Das würde zwar eine leichte Abschwächung gegenüber den fulminanten Wachstumsraten der vergangenen Quartale bedeuten, sei aber immer noch stark, sagten Händler. Und die hiesigen Zulieferer, zu denen auch der Vakuumventil-Spezialist VAT zählt, kommen nun ebenfalls in den Genuss der KI-Welle. Denn Analysten rechnen mit hohen Investitionen in die Ausrüstung neuer Fabriken und Rechenzentren und schrauben entsprechend ihre Prognosen in die Höhe. So bleibt die UBS zuversichtlich und traut den Titeln 650 Franken zu. Und die US-Bank Goldman Sachs springt ebenfalls in das Lager der Käufer. Mit einem Ziel von knapp über 700 Franken sind die Amerikaner sogar noch etwas optimistischer als ihre Schweizer Kollegen. Und ein solch hohes Kursziel tut auch Not, wenn man nach einer bisherigen Jahresperformance von über 40 Prozent eine frische Kaufempfehlung rechtfertigen will. Anleger sollten hoffen, dass die "Magnificent 7" ihrem prächtigen Namen alle Ehre machen, und den Zulieferern nicht die Bewertungen um die Ohren fliegen.
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