Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 6 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.15 Uhr):
LINDT&SPRÜNGLI (-1,9% auf 111'400 Fr.): Warnung vor möglichen Enttäuschungen
Die Valoren von Lindt&Sprüngli fallen am Freitagmorgen auf den tiefsten Stand seit dem vergangenen Februar. Börsenhändler erklären sich die Kursverluste mit einer Studie der britischen Barclays über die europäischen Nahrungsmittelhersteller. Darin werden die Aktien des Premiumschokoladenherstellers gleich um zwei Stufen auf "Underweight" heruntergestuft und das Kursziel wird entsprechend massiv auf 105'000 (von 135'000) Franken gesenkt. Vor allem bei der künftigen Entwicklung der Absatzmengen sehen die Experten Raum für Enttäuschungen. Sie schliessen nicht aus, dass die Absatzmengen nach den kräftigen Preiserhöhungen von mehr als 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025 vorerst rückläufig bleiben werden. Ausserdem müssten die Preisabstände zu den Produkten anderer Anbieter im Auge behalten werden, wie die Barclays-Analysten in Anspielung auf die zuletzt beobachteten Preissenkungen einiger anderer Schokoladehersteller meinen. Dass die "doppelte Herunterstufung" aus London bei den Valoren von Lindt&Sprüngli kurz vor dem Wochenende nicht noch deutlichere Spuren in der Kursentwicklung hinterlässt, überrascht nun aber fast ein bisschen. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Lindt alleine seit Mitte Oktober knapp 20 Prozent an Börsenwert eingebüsst und damit bereits eine deutliche Kurszäsur erfahren haben. "Ein vorläufiger Boden erscheint daher wohl nicht mehr allzu fern", sagte ein Marktteilnehmer.
VAT (-1,7% auf 502,20 Fr.): Zu viel des Guten?
Wer Titel mit Bezug zur Halbleiter-Industrie in seinem Depot hat, muss meist starke Nerven haben. Mal geht es in horrendem Tempo abwärts und kurz darauf bereits wieder in rauschender Geschwindigkeit nach oben. Das zeigte sich zuletzt auch wieder mal bei VAT. Die Papiere des Ostschweizer Vakuumventil-Herstellers haben sich zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 mehr oder weniger halbiert, nun haben sie innert weniger Monate dieses Minus wieder wettgemacht und notieren nicht mehr allzu weit weg vom Allzeithoch. Mitte Januar haben sie dabei die Marke von 500 Franken erstmals seit Juli 2024 wieder überschritten. Nun hat sich die Erholung zuletzt allerdings etwas abgeflacht und manch ein Marktteilnehmer fragt sich denn auch, ob das nicht etwas zu schnell ging mit der Erholung. Auch bei der ZKB ist man entsprechend etwas vorsichtiger geworden. VAT nähmen mit der hohen Bewertung mindestens den ersten Teil eines Zyklusanstiegs vorweg, sodass sie wahrscheinlich erst bei nochmals deutlich verbesserten Auftragseingängen weiter steigen werden, heisst es dort in einem Kommentar. Der zuständige Analyst staunt aber auch selber ein bisschen über die jüngste Situation: "Die momentane Marktsituation mit explodierenden Speicherchips-Preisen haben wir noch nie gesehen, und auch die Auswirkungen und Dauer sind noch unklar."
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lb/uh/cg