Marktgespäch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 5 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.15 Uhr):
LINDT&SPRÜNGLI (PS -2,4% auf 9'980 Fr.): Unter 10'000 Franken
Der Abwärtstrend bei den Papieren von Lindt & Sprüngli geht unvermindert weiter. Seit dem 52-Wochenhoch von Juni 2025 bei 13'740 Franken haben die PS über einen Viertel an Wert verloren und sind heute auch erstmals seit Anfang 2025 wieder in den vierstelligen Bereich zurückgefallen. Zwar gab es Anfang Jahr nach der Bekanntgabe der Umsatzzahlen eine klare Erholung, mit Beginn des Iran-Krieges brach diese aber wieder in sich zusammen. Belastend wirkt heute laut Händlern ein Kommentar aus dem Hause Goldman Sachs, verbunden mit einer Kurszielsenkung auf 10'000 Franken. Vorhandene Daten würden auf ein schwaches Ostergeschäft hindeuten. Preiserhöhungen seien bei den Konsumenten nicht gut angekommen, heisst es in der Studie. Ausserdem seien für eine nachhaltige Belebung der Absatzmengen tiefere Preise notwendig, meinen die Analysten mit Blick auf die nächsten Monate. Um Marktanteile zu sichern, könnte Lindt jedenfalls gezwungen sein, vermehrt auf Promotionen zu setzen. Auf News zum Geschäftsverlauf müssen Anleger allerdings noch bis in den Juli warten, da Lindt keine Quartalszahlen bekannt gibt. Eine schnelle Kurserholung sei im aktuellen Umfeld entsprechend nicht zu erwarten, heisst es denn auch im Handel.
LUXUSWERTE (Richemont -0,1% auf 157,60 Fr., Swatch +0,3% auf 185,40 Fr.): Uneinheitliche Exportdaten
Das Umfeld für Luxusaktien bleibt anspruchsvoll. Die jüngsten Exportdaten für März zeigen laut Vontobel ein gemischtes Bild: Während die USA als wichtigster Absatzmarkt um 1,6% nachgaben, verzeichneten Hongkong und insbesondere China bereits den zweiten Monat in Folge ein Wachstum - allerdings von tiefem Niveau aus. Im Nahen Osten ergibt sich ebenfalls kein einheitlicher Trend. Die Vereinigten Arabischen Emirate legten leicht zu, während Saudi-Arabien und Katar deutliche Rückgänge verzeichneten. Auch nach Preissegmenten bleibt das Bild differenziert: Uhren im Bereich von 200 bis 500 Franken wuchsen deutlich, während höherpreisige Segmente leicht rückläufig waren. An der Börse werden die Zahlen insgesamt konstruktiv aufgenommen. Richemont geben gegen den Trend nur leicht nach, während Swatch zulegen. Die Visibilität bleibt gemäss dem Vontobel-Experten jedoch eingeschränkt. Die monatlichen Exportdaten dürften weiterhin volatil ausfallen und durch Sondereffekte verzerrt bleiben - insbesondere durch Zoll- und Lagerbewegungen in den USA sowie Umlenkungseffekte innerhalb Europas.
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uh/an/hr