Heute im Fokus: Gesundheitswerte, Adecco

Marktgespräch

Marktgespräch

Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.

vor 3 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.00 Uhr):

GESUNDHEITSWERTE (Galderma, Novartis, Sandoz, Roche und Alcon zw. -1,6% und -0,4%): He did it again

Vor einem Jahr überrollte US-Präsident Donald Trump die Welt das erste Mal mit seinen Handelszöllen. Ein besonderer Dorn im Auge waren ihm dabei die Medikamentenpreise - entsprechend hoch war der Druck auf die Biopharma-Branche. Vor Ostern hat er nun eine neue Runde eingeläutet. Dabei beruft sich Trump auf den Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962 und droht mit einem Zollsatz von 100 Prozent auf patentierte pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe. Die Zölle treten für grosse Unternehmen in 120 Tagen und für kleinere Arzneimittelhersteller in 180 Tagen in Kraft. Dabei gibt es diverse Ausnahmen, die gerade den hiesigen grossen Pharmas zugute kommen. So haben Roche und Novartis bereits im Dezember mit der Trump-Regierung ihre eigenen Abkommen geschlossen. Zudem besteht ein Handelsabkommen mit der Schweiz, was die möglichen Zölle auf 15 Prozent beschränkte. Auch Hersteller von Generika und Biosimilars wie Sandoz können durchatmen: Diese Produkte und ihre "zugehörigen Inhaltsstoffe" unterliegen ebenfalls nicht den Zöllen. Dies gilt auch für sogenannte Orphan-Arzneimittel und "bestimmte andere Spezialpharmazeutika", wenn sie einen dringenden Bedarf im Bereich der öffentlichen Gesundheit abdecken. Damit dürften auch einige der kleineren Unternehmen erst einmal durchatmen können. Auch Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren zuversichtlich für die hiesigen Unternehmen. Dass die Kurse dennoch nach Süden gehen, dürfte an der neuen Unsicherheit liegen, die bei Investoren mit dem Thema Zölle aufkommt.

ADECCO (-0,3% auf 18,87 Fr.): KI könnte mehr schaden als nutzen

Für den Stellenvermittler Adecco sind die Zeiten schon länger eher düster. Und während andere Branchen vom KI-Hype profitieren, sehen die Analysten der ZKB für Adecco eher mehr Risiken als Chancen. Denn viele der durch das Unternehmen vermittelte Tätigkeiten seien strukturell von einem geringeren Bedarf an menschlichen Arbeitskräften betroffen. Das könne den bereits sehr wettbewerbsintensiven Markt noch zusätzlich beeinträchtigen. Hinzu kommen nun die konjunkturellen Sorgen durch den Nahost-Konflikt. Denn rutscht die Weltwirtschaft oder zumindest Adeccos Kernmärkte in die Rezession, dämpft das auch das Wachstum beim Personaldienstleister. Die ZKB preist dies nun in ihre neuesten Schätzungen mit ein und erwartet zudem eine Markterholung erst für 2028 nach bislang 2027. Positive Impulse sind also derzeit nicht in Sicht. Das spiegelt sich auch bereits deutlich im Aktienkurs. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 18 Prozent zu Buche, seit dem letzten Hoch Ende 2023 haben sich die Papiere sogar mehr als halbiert. Bis die Q1-Zahlen etwas Licht ins Dunkel bringen, müssen sich Anleger aber noch bis in den Mai gedulden.

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dm/hr/rw