Heute im Fokus: Centiel, Stadler Rail

Marktgespräch

Marktgespräch

Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.

vor 3 Stunden

Beschreibung

Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.15 Uhr):

CENTIEL (+2% auf 3,85 Fr.): Wachgeküsst durch Listing

Vom Milchverarbeiter zum Tech-Unternehmen: Die Aktien von Centiel werden nun erstmals offiziell an der Schweizer Börse gehandelt - und das löst einen weiteren Schwung Käufe aus. Dass der Tessiner Spezialist für die unterbrechungsfreie Stromversorgung die Börsenhülle der ehemaligen Hochdorf-Gruppe übernimmt, wurde bereits im Januar angekündigt. Von dem Termin an stiegen die Valoren von rund 1,50 Franken auf rund den doppelten Wert. Der unlängst erfolgte Vollzug des Fusionsvertrags und der heutige Start an der SIX bescherten dem Papier dann weitere zweistellige Kursgewinne - der Börsenwert beträgt nun 300 Millionen Franken. "Zuletzt hat die Firma viel Publizität erhalten - das löst spekulative Käufe aus", sagte ein Händler. Mit Centiel kauft man sich ein Unternehmen, das insbesondere Rechenzentren zu seinen wichtigsten Kunden zählt - ein "Buzzword" für Börsianer. Und mit einem Freefloat von rund 30 Prozent dürfte auch der Handel weiter lebhaft bleiben.

STADLER RAIL (-2,8% auf 22,74 Fr.): Branchennachbar Alstom kassiert wichtige Zielgrösse

Die Aktien von Stadler Rail werden am Freitag im frühen Handel zeitweise um mehr als 3 Prozent zurückgebunden. Beobachter erklären sich diese Verluste mit dem "Kursmassaker" bei Alstom. Nachdem der französische Zughersteller seine mittelfristigen Vorgaben für den freien Cashflow für Analysten überraschend ausgesetzt hat, befinden sich dessen Valoren im freien Fall. Ursprünglich wollte Alstom in den kommenden drei Jahren kumuliert einen freien Cashflow im Umfang von mindestens 1,5 Milliarden Euro erzielen. Dass das Unternehmen dieses Ziel nun aussetzt, weckt mit Blick auf die hohe Verschuldung gewisse Vorbehalte in Bezug auf die finanzielle Zukunft des Zugbauers. Wie aus hiesigen Börsenkreisen verlautet, dürfte es sich bei den Problemen Alstoms vorwiegend um solche hausgemachter Natur handeln. Doch wie die Franzosen sei auch Stadler Rail in einem Geschäft mit einer eher hohen Kapitalbindung und tiefen Gewinnmargen tätig. Deshalb sei die Entwicklung des freien Cashflows auch bei Stadler Rail immer mal wieder ein Thema. Dass sich die Aktien der Schweizer am Freitag deutlich besser als jene von Alstom halten, dürfte auch dem vergleichsweise soliden letztjährigen Ergebnis sowie dem ermutigenden Ausblick geschuldet sein. Ausserdem wird vermutet, dass die Ostschweizer längerfristig sogar von den Problemen des Branchennachbarn profitieren könnten.

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