Marktgespräch
Profi-Börsenhändler verraten jeden Morgen, welche Titel an der Schweizer Börse von besonderem Interesse sind.
vor 2 Stunden
Beschreibung
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.45 Uhr):
ALCON (-0,5% auf 48,49 Fr.): Zu grosse Erwartungen
Bei dem Augenheilkonzern Alcon scheinen die Dinge derzeit ein wenig aus den Fugen geraten zu sein. Obwohl das Unternehmen gemäss Analysten-Einschätzungen solide Zahlen vorgelegt hat, sind die Aktien seit der Vorlage der Quartalszahlen vor einer Woche von 58,22 Franken auf fast 48 Franken abgesackt. So tief haben die Papiere das letzte Mal vor sechs Jahren notiert. So richtige Erklärungen dafür gibt es denn auch nicht. Als ein Grund wird genannt, dass Investoren und einige Marktteilnehmer wohl schlicht noch mehr erwartet hätten. Hinzu komme wohl, dass die Vergleichsbasis im weiteren Jahresverlauf ambitionierter werde und zudem auch die Konkurrenz nicht schlafe. "Ein Mix, der am Markt offenbar schlecht ankommt", sagte ein Händler. Nun bleibe schlicht abzuwarten, wann die Papiere einen Boden gefunden haben. Nach dem kräftigen Tiefschlag der letzten Tage rücke das Rekordtief bei 38,63 Franken unweigerlich in den Fokus, warnt derweil Chartanalyst Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel. "Aus technischer Sicht ist es jedenfalls nicht ratsam, in das fallende Messer zu greifen."
GEORG FISCHER (-2,6% auf 42,98 Fr.): Weiteres Übergangsjahr?
Die Aktien von Georg Fischer sind auch am Dienstag unter Druck. Seit Jahresbeginn haben die Titel etwa 20 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht beträgt das Minus gar rund ein Drittel. Doch selbst auf dem Niveau nahe dem Mehrjahrestief sieht Research Partners keinen Einstiegszeitpunkt, sondern stuft die Titel sogar auf "Hold" von "Buy" zurück. 2026 dürfte wegen der schwachen Konjunktur erneut ein Übergangsjahr werden, heisst es dort. Europas Industrie komme kaum in Fahrt, der Lagerabbau belaste zusätzlich und inzwischen zeigten auch die USA erste Ermüdungserscheinungen bei den Investitionen. Gleichzeitig verweist der Experte auf die anhaltend hohe Verschuldung. Aufgrund der eingetrübten kurzfristigen Aussichten liegt die Hoffnung der Investoren also bereits auf 2027. Mit dem Sparprogramm "Fit for Growth" peilt GF Kosteneinsparungen von rund 40 Millionen Franken an und gleichzeitig dürften sich auch die Synergien aus der Uponor-Übernahme zunehmend positiv bemerkbar machen. Bis sich dies jedoch nachhaltig im Aktienkurs widerspiegeln wird, dürfte von Schnäppchenjägern aber weiterhin ein langer Atem gefragt sein, so ein Marktbeobachter.
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