VZ Analyse
Die Halbleiterbranche gilt als besonders volatil. Die Geschäftsentwicklung ist zyklisch und die Qualität des Unternehmens ist entscheidend. Wer von den drei Schweizer Unternehmen überzeugt am meisten?
3. Okt. 2025
Beschreibung
Wenn in der Finanzwelt von Halbleitern die Rede ist, fallen häufig grosse Namen wie Nvidia, TSMC, Intel oder ASML. Der eine oder andere Aktienkurs von diesen Unternehmen eilt von Rekord zu Rekord oder weist zumindest eine erfreuliche Jahresperformance aus.
Schweizer Zulieferer
Die drei Schweizer Aktien VAT, Comet und Inficon haben hingegen seit Mitte 2024 grosse Mühe, an die früheren Kursentwicklungen anzuknüpfen. Gemeinsam haben alle drei, dass ihre Halbjahreszahlen von Enttäuschungen begleitet wurden. Bei Comet und Inficon musste der Ausblick gesenkt werden, bei VAT lag der Auftragseingang deutlich unter den Erwartungen. Ebenso sind sie von den US-Handelszöllen betroffen und dadurch anfällig auf politische Gegebenheiten.
Bei näherer Betrachtung gibt es allerdings auch Unterschiede im Geschäftsmodell: VAT und Comet erwirtschaften über 70 Prozent des Umsatzes im Halbleitergeschäft. Bei Inficon entstammt lediglich die Hälfte davon. Das macht Inficon etwas weniger schwankungsanfällig. Das grösste Auf und Ab am Aktienmarkt durchlebt in der Regel Comet. Nebst dem volatilen Halbleitergeschäft sind deren Röntgensysteme vom ebenfalls äusserst zyklischen Automobilsektor abhängig.
Grossinvestitionen beflügeln
Seit einigen Wochen ist eine neue Begeisterungswelle rund um die Künstliche Intelligenz entfacht, was viel mit den laufenden und weiter angekündigten Kapitalinvestitionen der grossen US-Unternehmen zu tun hat. Dies hat auch den Aktienkursen von VAT, Comet und Inficon neues Leben eingehaucht. Trotz Kursavancen von über 20 Prozent seit Anfang September konnten die Dellen beim Aktienkurs, welche zum Grossteil durch die Halbjahresresultate verursacht wurden, insbesondere bei Comet und Inficon nicht annähernd wieder geschlossen werden. Da besteht entsprechend noch Luft nach oben.
Gut möglich, dass im gesamten Sektor anhaltender Schwung Einzug hält. Die Anlegerfantasien befeuerte nicht zuletzt auch Nvidia, die mit 5 Milliarden Dollar bei Intel eingestiegen sind sowie die tieferen Zinsaussichten in den USA. Ebenfalls haben einige grosse Chiphersteller ihre Preise für Speicherchips erhöht, was auf eine steigende Nachfrage deutet.
Einiges spricht für VAT
Bezüglich der Aktienstory bietet VAT am meisten Substanz. Gemessen am Umsatz sind die Rheintaler das Grösste der drei Unternehmen. Zudem blicken branchenübergreifend viele neidisch auf die EBITDA-Marge von über 30 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 10 Milliarden bringt VAT einiges in die Waagschale. Zudem sind sie seit zwei Jahren auch Bestandteil des Swiss Leader Indexes (SLI), der die grössten 30 Unternehmen in der Schweiz umfasst.
Aktuell sind alle drei Aktien niedriger bewertet als in der Vergangenheit. VAT wird wie üblich mit einer Prämie zu den anderen beiden gehandelt. Dies ist insofern gerechtfertigt, da VAT nicht nur eine hohe EBITDA-Marge, sondern auch eine attraktive Rendite auf dem eingesetzten Kapitel von über 20 Prozent erzielt. Ebenso überzeugt das Unternehmen mit sehr solider Cashflow-Generierung und einer hohen Payout-Ratio.
Comet schneidet bei all diesen Kennzahlen schwächer ab, Inficon liegt in der Mitte. In der Summe resultiert für VAT eine Dividendenrendite von rund 2 Prozent. Diese wird zwar von Inficon leicht überboten (2,2 Prozent), deren Eigenkapitalausstattung ist allerdings etwas tiefer. Ganz grundsätzlich weisen alle drei Unternehmen eine solide Finanzierungsstruktur auf und haben für Wachstumsaktien eine tiefe Verschuldung.
Fazit
Aufgrund der Geschäftsdiversifikation gilt Inficon im hochzyklischen Halbleitermarkt als vergleichsweise defensiver und stabiler. Wer jedoch am nächsten technologischen Superzyklus maximal partizipieren möchte, sollte ein Auge auf Comet oder VAT haben. VAT besticht durch zahlreiche Qualitätsmerkmale und vereint langfristig die besten Opportunitäten. Für Comet spricht hingegen die moderate Bewertung sowie der Aktienkurs, welcher unmittelbar das grösste Erholungspotenzial aufweist.
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