Goldpreis-Schock: Lohnt sich nun der Einstieg in Goldminen?

Analysen
Analysen

VZ Analyse

Goldminenaktien gerieten unter Druck, nachdem der Goldpreis innert weniger Tage deutlich nachgab. Bieten sie nun einen günstigen Einstieg?

Publiziert vor 7 Stunden

Autor

Ramon Hess

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Vor gut zwei Wochen kam es zu einem abrupten Ausverkauf am Edelmetallmarkt. Der Goldpreis fiel in Franken gerechnet innerhalb eines Tages um rund 8 Prozent. Am darauffolgenden Handelstag setzte sich die Abwärtsbewegung fort, bevor sich der Preis anschliessend stabilisierte.

Diese starke Korrektur lässt sich durch das Auflösen spekulativer Positionen erklären.

Der rapide Verfall des Goldpreises machte sich auch bei Goldminenaktien bemerkbar. Der Solactive Global Pure Gold Miners Index, der Unternehmen mit mindestens 90 Prozent Umsatzanteil aus der Goldförderung abbildet, verlor zwischen dem 30. Januar und dem 2. Februar 14 Prozent.

Die Stärke der Reaktion erklärt sich aus dem operativen Hebel der Minenunternehmen. Eine Veränderung des Goldpreises wirkt sich direkt auf die Marge zwischen Förderkosten und Verkaufspreis aus. Ein wesentlicher Teil dieser Förderkosten ist kurzfristig fix (z.B. Gehälter oder Maschinen). Steigt der Goldpreis, expandiert die Marge überproportional. Fällt er, schrumpft sie entsprechend stark. 

Dieser Hebeleffekt führt dazu, dass Goldminen in Aufwärtsphasen typischerweise stärker steigen als das Metall selbst – in Korrekturphasen jedoch ebenso deutlich unter Druck geraten.

Sind Minenaktien nun günstig?

Mittlerweile konnte Gold einen Grossteil der Verluste wieder wettmachen und wird derzeit bei leicht über 5000 Dollar je Feinunze gehandelt. Die jüngste Preiskorrektur hat sich aber unmittelbar auf die Bewertungskennzahlen der Minenunternehmen ausgewirkt.

Bei Branchenriesen wie Newmont und Barrick Gold ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) unter den Dreijahresdurchschnitt gefallen. Dies deutet auf eine relative Bewertungsentspannung hin. Agnico Eagle notiert bereits seit Sommer 2024 unter dem dreijährigen Durchschnitts-KGV. Bei Gold Fields hingegen blieb das Bewertungsniveau trotz Rückgang oberhalb der entsprechenden Durchschnittswerte.

Fundamentale Treiber des Goldpreises

Für die mittelfristige Attraktivität von Goldminen bleibt entscheidend, wie sich die fundamentalen Einflussfaktoren für Gold entwickeln.

Eine mögliche Fortsetzung des Zinssenkungszyklus der US-Notenbank wirkt tendenziell unterstützend, da sinkende Nominal- und insbesondere Realzinsen die Opportunitätskosten der Goldhaltung reduzieren. Zudem treiben geopolitische Unsicherheiten die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold. Zudem spielen Zentralbanken eine wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Notenbanken ihre Goldreserven ausgebaut, um ihre Währungsreserven breiter zu diversifizieren und die Abhängigkeit des Dollars zu reduzieren. Diese Nachfrage wirkt stabilisierend auf den Markt.

Einordnung

Die jüngste Korrektur hat die Bewertungsniveaus mehrerer grosser Goldproduzenten unter historische Durchschnittswerte gedrückt. Fundamental bleibt das Umfeld für Gold grundsätzlich intakt. Für risikobewusste Anleger mit positiver Goldpreis-Erwartung kann die Korrektur eine selektive Einstiegsmöglichkeit darstellen – insbesondere bei Produzenten mit starker Bilanz und solider Reservebasis. Goldminen bleiben jedoch ein Hebelinstrument auf den Goldpreis mit entsprechend höherem Chancen- und Risikoprofil.

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.