Gold: Was ist die richtige Gewichtung im Depot?

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Der Aufschwung des Goldpreises seit 2024 hat das Interesse vieler Anlegerinnen und Anleger am Edelmetall geweckt. Doch wie hoch soll es im eigenen Portfolio gewichtet sein? Hierzu gibt es unterschiedliche Sichtweisen.

Publiziert 15. Apr 2026

Autor

Robert Leitner

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Seit über zwei Jahren ist Gold in aller Munde. In diesem Zeitraum hat sich der Preis pro Feinunze von rund 2000 Dollar zwischenzeitlich auf über 5600 Dollar verteuert. Aktuell pendelt der Preis um 4800 Dollar herum.

Dieser Boom hat das gelbe Edelmetall ins Blickfeld vieler Anlegerinnen und Anleger gerückt. Während einige sich bestätigt sehen, rechtzeitig auf diese Anlageklasse gesetzt zu haben, stellen sich andere die Frage, ob sie nach der jüngsten Korrektur doch noch einsteigen sollen.

Bei einem solchen Entscheid geht es auch darum, wie hoch Gold im eigenen Depot gewichtet werden sollte. Hier geht es aber gerade bei dieser Anlageklasse meist um mehr als nur um die reine Portfolio-Optimierung. Vielen geht es auch um ein Gefühl von Sicherheit, und zwar ausserhalb von klassischen Anlagezielen.


Gold als mentale Sicherheit    

Gold wird von vielen Privatanlegern nicht als selbstverständlicher Bestandteil des Portfolios wahrgenommen. Stattdessen wird es häufig isoliert betrachtet. Der Grund liegt in der gedanklichen Einteilung des Vermögens: Aktien stehen für Wachstum und Rendite, Obligationen für Stabilität und laufende Erträge. Gold hingegen passt in keine dieser Kategorien. Es liefert weder ein regelmässiges Einkommen noch dient es einem konkreten Sparziel wie dem Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge.

Entsprechend dient Gold mental eher als eine Absicherung gegen Krisen – quasi als Notbatzen. Ähnlich wie bei einer Versicherung wird der Nutzen nicht laufend hinterfragt, sondern gegen das Gefühl von Sicherheit eingetauscht. Wenn das Gold dann noch im Tresor statt im Depot liegt, wird die mentale Trennung vom Portfolio durch die räumliche zusätzlich verstärkt.

Folglich wird Gold häufig nicht als Teil des eigentlichen Portfolios betrachtet. Auch ein Verkauf steht selten zur Diskussion – selbst dann nicht, wenn sich der Wert innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Die Gewichtung der Goldposition ergibt sich unter diesem Aspekt weniger aus finanzmarkttechnischen Überlegungen als vielmehr aus dem gewünschten Sicherheitsgefühl. Aufgrund dieser Sichtweise ist leicht nachzuvollziehen, warum Gold in manchen Depots von Privatanlegern eine Gewichtung von 10 Prozent oder mehr einnimmt.

Doch wie sieht es aus, wenn man Gold aus der Portfoliosicht betrachtet?  

Gold als Teil des Portfolios    

Vergleicht man Gold langfristig mit klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen, weist Gold nicht nur sprunghafte Preisanstiege und eine höhere Schwankungsanfälligkeit auf, sondern teilweise auch lange Seitwärtsphasen. Entsprechend fallen die historischen Renditen je nach Betrachtungszeitraum sehr unterschiedlich aus. Zwar erzielte Gold seit 1980 eine durchschnittliche Rendite von 4,5 Prozent pro Jahr (in US-Dollar) - eine fundamental anerkannte Begründung, warum die zukünftige Renditeentwicklung weit über den Inflationsschutz hinausgehen sollte, gibt es jedoch nicht.

Ohne laufende Erträge und Einnahmen bei zusätzlichem Wertzuwachs, wie es bei Aktien der Fall ist, trägt Gold nicht zum Vermögensaufbau bei, sondern bestenfalls zum Vermögenserhalt. Aus diesem Grund spielen Edelmetalle in professionellen Portfolios, z.B. bei Pensionskassen, meist nur eine untergeordnete Rolle.

Ausserdem: Anders als in der Wahrnehmung von Gold als Sicherheitsanker weist das Edelmetall vergleichsweise hohe Schwankungen auf. Das Edelmetall schwankte in den vergangenen zwei Jahren deutlich stärker als breite Aktienindizes, womit der Einsatz als Stabilisator im Depot umstritten ist.

Die meisten Profi-Anleger setzen Gold daher allenfalls als kleine Beimischung ein. Nur in wenigen Fällen finden sich Gewichtungen von über 3 oder 5 Prozent im Depot. Bei höheren Gewichtungen würde Gold nämlich die Portfoliorendite dominieren – je nach Entwicklung im positiven oder auch im negativen Sinne.  

Fazit


Bei der Frage nach der Goldgewichtung prallen zwei Welten aufeinander: die Finanztheorie und das persönliche Sicherheitsbedürfnis.

Gold mag viele Anleger subjektiv beruhigen, weshalb eine Investition gerne mental vom klassischen Depot getrennt wird. Finanziell betracht bleibt Gold jedoch ein Vermögenswert, der gegenüber anderen Anlageklassen limitiert ist. 

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