Gold und Inflation: Wie gut schützt es Schweizer Anleger

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Steigende Energiepreise und geopolitische Risiken schüren Inflationssorgen. Gold gilt als klassischer Inflationsschutz. Doch wie gut schützt Gold Schweizer Investoren tatsächlich?

Publiziert vor 8 Stunden

Autor

Ramon Hess

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Im Zuge des Iran-Konflikts haben sich die Preise für Rohöl und Erdgas deutlich erhöht. Diese Entwicklung wirkt wie ein klassischer Angebotsschock und treibt weltweit die Inflationserwartungen nach oben. Höhere Energiepreise wirken direkt über Produktionskosten und indirekt über Zweitrundeneffekte auf Konsumgüterpreise.

In der Schweiz zog die Inflation im März auf 0,3 Prozent an. Der Ausblick bleibt aber moderat - trotz steigender Energiepreise. Für 2026 erwartet die SNB eine durchschnittliche Teuerung von lediglich 0,5 Prozent – insbesondere, weil die Frankenstärke den Inflationsdruck auf den Importwaren dämpft.

Gold als Inflationsschutz: Mythos oder Realität?

Gold gilt seit Jahrzehnten als klassischer Inflationsschutz. Das Angebot wächst nur langsam, und es kann nicht beliebig vermehrt werden. Dabei wird der Inflationsschutz von Gold häufig anhand von US-Daten untersucht. Für Schweizer Anleger ist jedoch die Rendite in Franken entscheidend.

Viele Anleger fragen sich daher, ob Gold ihre Kaufkraft auch in der Schweiz schützen kann.

Die SNB definiert Preisstabilität als Inflationsrate zwischen 0 und 2 Prozent. In den vergangenen 40 Jahren gab es in der Schweiz nur wenige Phasen, in denen die Inflation über diesem Zielband lag. Entsprechend selten wurden Anleger mit ausgeprägten Inflationsschocks konfrontiert.

Während dieser Inflationsphasen zeigte sich jedoch, dass Gold kurzfristig kein verlässlicher Schutz der Kaufkraft bot. Die einjährigen realen Goldrenditen in Franken weisen historisch sogar einen leicht negativen Zusammenhang mit der Schweizer Inflation auf.

Gold entwickelte sich tendenziell besser in Phasen niedriger Inflation. Kurzfristig werden die Preisbewegungen jedoch stärker von anderen Faktoren bestimmt – insbesondere von den Realzinsen, der Stärke des US-Dollars sowie der globalen Investorennachfrage.

Steigende Realzinsen belasten den Goldpreis typischerweise, da zinstragende Anlagen im Vergleich attraktiver werden und die Opportunitätskosten des Haltens von Gold steigen.

Auch eine Aufwertung des US-Dollars wirkt dämpfend: Da Gold in Dollar gehandelt wird, verteuert sich der Kauf für Investoren ausserhalb des Dollarraums, was die Nachfrage und damit den Preis belasten kann.

Langfristig kann Gold zum Werterhalt beitragen

Betrachtet man jedoch die langfristige Performance von Gold als 10-jährige annualisierte Rendite mit der 10-jährigen annualisierten Inflation, so kann Gold als Werterhaltungsmittel dienen und die Kaufkraft erhalten.

Über längere Zeiträume wird Gold eher als Versicherung im Portfolio verstanden: Es wirft keine laufenden Erträge ab, kann aber in systematischen Krisenphasen als Diversifikator dienen und stabilisierend wirken.

Für Schweizer Portfolios spielt zusätzlich der Franken eine wichtige Rolle. Da der Franken selbst als sicherer Hafen gilt, fällt die Absicherungsfunktion von Gold in Franken häufig weniger ausgeprägt aus als aus Sicht von Dollar-Investoren.

Fazit

Der jüngste Energiepreisschub zeigt, wie schnell geopolitische Ereignisse Inflationsängste auslösen können.

Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger liegt der Mehrwert von Gold vor allem in der langfristigen Kaufkrafterhaltung und der Portfolio-Diversifikation. Die Inflation in der Schweiz allein taugt hingegen kaum als isoliertes Kaufargument.

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