Fünf Strategien, wie Sie sich vor Verlusten schützen können

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VZ Analyse

Wenn es an den Börsen unruhiger wird, fragen sich viele Anlegerinnen und Anleger, wie sie ihr angelegtes Geld schützen können. Das VZ präsentiert fünf Absicherungsstrategien und nennt deren Vor- und Nachteile.

Publiziert 27. Nov. 2025

Autor

Robert Leitner

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Vielen Anlegern ist in den vergangenen Wochen bewusst geworden, dass die Börsen keine Einbahnstrasse sind. Die Aktienmärkte zeigten sich mal wieder von ihrer volatilen Seite. 

Gerade in diesen Phasen hilft es, Strategien zu kennen, mit denen man das Vermögen schützen kann. Wem die Bewertungen an der Börse ungemütlich werden, kann sich damit Abhilfe verschaffen. Diese fünf Massnahmen geben Anleger eine Orientierung.

1. Aktien reduzieren

Eine einfache und vermeintlich offensichtliche Möglichkeit, Risiken zu senken, ist die Verringerung der Aktienquote im Depot. Durch den Verkauf von schwankungsreichen Titeln lässt sich die Abhängigkeit vom Aktienmarkt reduzieren. So bringt man sprichwörtlich einen Teil der Gewinne in trockene Tücher. 

Allerdings fällt es den meisten Anlegern schwer, an der Seitenlinie zu stehen und zu warten, bis sich die Lage entspannt. Es muss ausserdem nicht nur der richtige Zeitpunkt für die Aktienreduktion gefunden werden, sondern auch der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg. Das ist leichter gesagt als getan. Deshalb wird diese Strategie meist nur dann empfohlen, wenn es auch einen Plan gibt, was man mit den freigewordenen Mitteln machen möchte. Sonst ist es nämlich langfristig betrachtet besser, an der Strategie festzuhalten.

2. Stop-Loss setzen

Stop-Loss-Orders sind ein bewährtes Instrument, um Verluste zu begrenzen. Anleger legen dabei ein Kursniveau fest, bei dessen Erreichen die Aktie oder der ETF automatisch verkauft wird. So lassen sich emotionale Entscheidungen vermeiden und das Risiko plötzlicher Verluste kontrollieren. 

Diese Massnahme empfiehlt sich, wenn man auf einen Teil des investierten Vermögens angewiesen ist und es schützen möchte. Die Strategie eignet sich aber auch für technisch versierte Anleger, wenn der Stop-Loss als Unterstützungsmarke gesetzt wird. Ziel ist es dann, während eines allgemeinen Verkaufsdrucks am Markt rechtzeitig auszusteigen.

3. Defensive Aktien einsetzen

Defensive Titel wie Versorger, Nahrungsmittel- oder Gesundheitsunternehmen gelten als weniger anfällig für Konjunkturschwankungen. Typische Beispiele für Schweizer Titel sind Nestlé, Roche oder Novartis. Sie bieten stabile Umsätze und Dividenden, selbst wenn die Märkte korrigieren. Wer auf defensive Aktien setzt, kann sein Portfolio robuster gegen plötzliche Rückschläge machen. 

Verluste lassen sich damit aber nicht gänzlich vermeiden, lediglich die Marktsensitivität wird reduziert. Diese Strategie eignet sich besonders für einkommensorientierte Anleger, für die das regelmässige stabile Einkommen wichtiger ist als die Vermögensbewertung.

4. Absicherungsgeschäfte, z.B. Puts kaufen

Der Kauf von Put-Optionen ermöglicht es, sich gegen fallende Kurse abzusichern. Sie wirken wie eine Versicherung: Sinkt der Kurs unter einen bestimmten Wert, steigt der Wert der Option. Zwar kosten solche Absicherungen eine Prämie, doch sie können in turbulenten Marktphasen Sicherheit bieten. Sie sollten jedoch nur situativ in Betracht gezogen werden. Wird das Portfolio regelmässig abgesichert, fressen die Prämienkosten grosse Stücke der Marktrendite auf. Letztlich gilt der Grundsatz: Ohne Risiko keine Rendite.

5. Auf Alternative Anlagen setzen

Neben Aktien gibt es zahlreiche andere Anlageklassen, die zur Diversifikation beitragen können. Immobilienfonds, Rohstoffe wie Gold oder Infrastrukturinvestments gelten als Alternativen, deren Wertentwicklung weniger vom Aktienmarkt abhängig ist. Wer breit streut, senkt das Risiko und schafft Stabilität im Portfolio. 

Der langfristige Einsatz von alternativen Anlageklassen ist jedoch ebenso umstritten wie derjenige von Put-Optionen. Dafür fehlt es Alternativen Anlagen meist an einer attraktiven ökonomischen Rendite oder die Kosten sind zu hoch für ein sinnvolles Investment. Auch hier gilt: Situativ und abhängig von der Zielsetzung kann es sinnvoll sein.

Ein Allheilmittel gegen Bewertungssorgen existiert am Finanzmarkt nicht. Die Entscheidung zur Absicherungsstrategie sollte vielmehr von den persönlichen und finanziellen Umständen abhängig gemacht werden. Sogenanntes Markt-Timing sollte dabei jedoch kein Grund sein. Wissenschaftliche Studien zeigen nämlich unstrittig, dass dies den wenigsten Anlegern gelingt. Dann doch besser an der bewährten Anlagestrategie langfristig festhalten. 


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