EZB lässt Leitzinsen unverändert

Aktualisiert

Die Europäische Zentralbank hat zum Jahresende wie erwartet den Einlagesatz bei 2 Prozent belassen.

18. Dez. 2025

Beschreibung

An ihrer heutigen Sitzung hielt der EZB-Rat am Einlagesatz von 2 Prozent fest. Diesen erhalten Banken für das Parken überschüssiger Gelder bei der EZB. Er dient als massgebliches Steuerungselement für die Geldpolitik im Euroraum. Damit setzt die EZB die Zinspause zum vierten Mal in Folge fort. Eine weitere Zinssenkung ist nach aktuellem Stand noch nicht absehbar. Denn auch für 2026 erwarten Ökonomen keinen Zinssschritt der europäischen Notenbank.   

Da die Inflation nahe des Zielwerts der EZB liegt, war die Fortsetzung der Zinspause erwartet worden. Den mit einer abwartenden Geldpolitik bewahrt sich die EZB die Flexibilität, je nach Wirtschaftsentwicklung die Zinsen in beide Richtungen anzupassen. Im November lag die Teuerungsrate in der Währungsunion den zweiten Monat in Folge bei 2,1 Prozent. Die EZB strebt für die 20-Länder-Gemeinschaft einen Wert von 2,0 Prozent an, den sie als optimal für die Wirtschaft in der Euro-Zone ansieht. 

Gegen eine weitere Zinssenkung spricht allerdings die vergleichsweise hohe Kerninflation von aktuell 2,4 Prozent. Hier werden die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet. Gegen sie kann die Geldpolitik wenig ausrichten, da deren Weltmarktpreise eher von geopolitischen und klimatischen Bedingungen abhängen.

Hinter den Kulissen dürfte es aber rege Diskussionen über den künftigen Inflationsausblick und die damit verbundenen Risiken geben. An den Finanzmärkten wird bereits über eine mögliche Zinserhöhung spätestens 2027 spekuliert. Preisdruck dürfte etwa von der expansiven deutschen Finanzpolitik ausgehen, die im kommenden Jahr viele Milliarden Euro für Infrastruktur und Verteidigung ausgeben will. Das könnte für neuen Inflationsdruck sorgen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatte zuletzt signalisiert, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein könnte. Händler preisen inzwischen eine etwa 30-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt bis Ende 2026 ein. Hinzu kommt, dass die Euro-Wirtschaft trotz Belastungen wie den hohen US-Zöllen in diesem Jahr um mehr als1  Prozent wachsen könnte.