EZB erhöht Leitzins - was das für Schweizer Anleger bedeutet

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Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Weitere Zinsschritte sind nicht ausgeschlossen.

Publiziert 12. Jun 2026

Autor

Luca Liebi

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Die EZB hat am Donnerstag erstmals seit September 2023 wieder an der Zinsschraube gedreht. Der EZB-Rat beschloss, den Einlagesatz von 2,00 auf 2,25 Prozent zu erhöhen.

Damit reagiert die Notenbank auf den anhaltenden Inflationsdruck im Euroraum, der sich zuletzt vor allem durch den Krieg im Nahen Osten und den dadurch ausgelösten Energiepreisschock verstärkt hatte. Die Teuerung stieg im Mai weiter auf 3,2 Prozent (3,0 Prozent im April), getrieben von Energiepreisen, die im Jahresvergleich um 10,9 Prozent zulegten.

Neue Prognosen: Inflation bleibt bis 2027 deutlich über Ziel

Die neuen Projektionen der EZB verdeutlichen die Schwere der Lage. Für 2026 wird neu eine Gesamtinflation von 3,0 Prozent erwartet, für 2027 noch 2,3 Prozent. Erst 2028 soll die Teuerung wieder auf das EZB-Ziel von 2,0 Prozent zurückfallen.

Gleichzeitig wurde das Wirtschaftswachstum nach unten revidiert. Dieses soll in der Eurozone 2026 noch um 0,8 Prozent wachsen - weniger als zuletzt erwartet. Für 2027 und 2028 rechnet die EZB mit einer schrittweisen Erholung auf 1,2 respektive 1,5 Prozent.

Was bedeutet das für Schweizer Anleger?

Für Schweizer Anleger hat der EZB-Entscheid mehrere Implikationen. Erstens steigt der Druck auf die SNB: Höhere Zinsen im Euroraum erhöhen die Attraktivität des Euro gegenüber dem Franken. 

Zweitens sind Anleger, die in Euro-Obligationen investieren, gefordert: Höhere Zinsen bedeuten einerseits bessere Couponzahlungen bei neuen Obligationen, drücken aber auf die Kurse bestehender Obligationen. 

Drittens bleibt die Unsicherheit hoch: Lagarde warnte ausdrücklich davor, dass die Inflation weiter steigen und das Wirtschaftswachstum zurückgehen könnte. Sollte der Energiepreisschock länger andauern als erwartet, dürfte die EZB bei den zinsennachlegen. Ökonomen rechnen mit mindestens einem weiteren Zinsschritt bis Ende Jahr.

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