Energie wird unsicher – Folgen für Hausbesitzer und Anleger

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Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen erhöhen die Unsicherheit bei der Energieversorgung. Für Hausbesitzer wird die Kostenplanung schwieriger – zugleich entstehen Verschiebungen, die auch für Anleger relevant sind.

Publiziert 18. Mai 2026

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Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen erhöhen die Unsicherheit bei der Energieversorgung. Für Hausbesitzer wird damit die Kostenentwicklung schwerer planbar – gleichzeitig entsteht ein zeitlich begrenztes steuerliches Fenster, wodurch Investitionen in Energieeffizienz häufiger vorgezogen werden. 

Konflikte wie der Iran-Konflikt wirken sich direkt auf die Energiemärkte aus. Öl- und Gaspreise reagieren sensibel, gleichzeitig nimmt die Unsicherheit bei der Versorgung zu. 

Damit verschiebt sich die Ausgangslage: Energie wird nicht nur teurer, sondern auch schwerer planbar. Erneuerbare Lösungen wie Solar, Wärmepumpen oder Windenergie gewinnen an Bedeutung, weil sie die Abhängigkeit von globalen Lieferketten reduzieren. Die Energiewende erhält dadurch zusätzlichen Rückenwind – nicht nur aus klimapolitischen Gründen, sondern zunehmend aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. 

Ein Zeitfenster bis 1. Januar 2029 

Für Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum ergibt sich daraus ein klar umrissenes Zeitfenster. Investitionen in energetische Sanierungen können noch bis zum 1. Januar 2029 steuerlich geltend gemacht werden. Danach dürfte diese Möglichkeit auf Bundesebene weitgehend entfallen. 

Das führt zu einem spürbaren Vorzieheffekt. Die Nachfrage nach entsprechenden Leistungen steigt bereits deutlich, während Anbieter an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. In vielen Bereichen sind die Preise um 20 bis 30 Prozent gestiegen – sowohl als Reaktion auf die hohe Auslastung als auch auf die veränderte Marktsituation. Branchenkenner erwarten, dass sich dieser Effekt bis etwa Mitte 2028 weiter verstärken könnte. Danach dürfte die Nachfrage wieder abflachen, sobald die steuerlichen Vorteile wegfallen. 

Neue Rahmenbedingungen für energetische Investitionen 

Nach aktuellem Stand sollen energetische Sanierungen ab 2029 auf Bundesebene nicht mehr steuerlich abzugsfähig sein. Zwar könnten Kantone eigene Fördermodelle einführen, erfahrungsgemäss orientieren sich viele jedoch an den bundesrechtlichen Vorgaben. Gleichzeitig ist auch die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts Teil dieser Verschiebung der steuerlichen Rahmenbedingungen – mit zusätzlichen Konsequenzen für Wohneigentümer (mehr dazu).

Parallel dazu steigt der regulatorische Druck. In einzelnen Kantonen gelten bereits strengere Vorschriften. Bei vermieteten Objekten kann etwa ein Gebäudeenergieausweis (GEAK) verlangt werden; fällt die Bewertung ungenügend aus, werden Sanierungen erforderlich. 

Diese Entwicklung betrifft vor allem selbstgenutztes Wohneigentum. Bei vermieteten Immobilien bleibt der steuerliche Abzug von Unterhaltskosten grundsätzlich bestehen. 

Insgesamt befinden sich die Rahmenbedingungen in einer Übergangsphase. Anpassungen bei Förderprogrammen sind wahrscheinlich, ihre konkrete Ausgestaltung bleibt jedoch offen. 

Wer an der Entwicklung verdient 

Die steigende Nachfrage nach Energieeffizienz und Elektrifizierung schafft eine Reihe von Profiteuren. Dazu zählen Stromversorger, die von der zunehmenden Elektrifizierung profitieren. In der Schweiz etwa Produzenten wie BKW, deren Geschäft stark auf die Stromproduktion ausgerichtet ist. 

Auch Industriekonzerne mit Lösungen in Netztechnik, Automatisierung und Energieeffizienz sowie Unternehmen aus der Bau- und Gebäudetechnik stehen im Fokus. In der Schweiz sind dies beispielsweise Firmen wie Sika oder Geberit, die von steigenden Investitionen in Infrastruktur und energieeffiziente Gebäude profitieren. Anbieter von Elektroinstallationen wie die Burkhalter Gruppe sind ebenfalls eng mit dieser Entwicklung verbunden – und aufgrund ihres Inlandfokus besonders direkt von der hiesigen Investitionsdynamik abhängig. 

Mit der abnehmenden Bedeutung traditioneller Energieabhängigkeit gewinnen Anbieter entlang von Elektrifizierung, Infrastruktur und Effizienz an Gewicht. Gleichzeitig erwirtschaften viele Schweizer Unternehmen einen grossen Teil ihres Umsatzes im Ausland und partizipieren damit am globalen Trend. 

Fazit und Ausblick 

Geopolitische Spannungen erhöhen die Unsicherheit auf den Energiemärkten und verstärken den Trend zu mehr Energieunabhängigkeit. 

Für Eigenheimbesitzer ergibt sich daraus ein zeitlich begrenztes Investitionsfenster bis zum 1. Januar 2029. In dieser Phase treffen steuerliche Anreize auf steigende Nachfrage, höhere Preise und unsichere Rahmenbedingungen. 

Für Anleger rücken Unternehmen in den Fokus, die von Elektrifizierung, Energieeffizienz und Infrastrukturinvestitionen profitieren. Entscheidend wird sein, ob die aktuelle Dynamik strukturell bestehen bleibt – oder sich nach dem Auslaufen der Anreize wieder abschwächt.

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