VZ Analyse
Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise nach oben – mit direkten Folgen für die Bauindustrie. Steigende Kosten und eine schwächere Nachfrage setzen Sika und Holcim unter Druck.
Publiziert 23. März 2026
Beschreibung
Der Angriff auf den Iran, die Ausweitung des Konflikts auf den gesamten Nahen Osten und die Gefahr einer länger anhaltenden Blockade der Strasse von Hormus rücken die Energiemärkte weltweit in den Fokus. Die Folgen reichen weit über Öl- und Gasunternehmen hinaus. Steigende Energiepreise wirken wie ein Bremsklotz für die Weltwirtschaft, treiben die Inflation und belasten insbesondere konjunktursensitive Branchen wie die Bauindustrie. Für europäische Baustoff- und Bauchemiekonzerne ergeben sich die Risiken dabei weniger aus direkten Lieferkettenproblemen, sondern vielmehr aus steigenden Kosten und einer nachlassenden Nachfrage.
Baukonjunktur unter Druck
Die Zuspitzung rund um die Strasse von Hormus trifft die Bauindustrie in einem denkbar ungünstigen Moment. Denn die Branche befindet sich ohnehin erst am Beginn einer fragilen Stabilisierung, und dass bei stark divergierenden regionalen Entwicklungen. Der Energieschock verstärkt damit die bestehenden Belastungsfaktoren in einem ohnehin anspruchsvollen Umfeld.
Entsprechend geraten global tätige Anbieter von Baustoffen und -chemie zunehmend unter Druck – über steigende Kosten ebenso wie über eine gefährdete Nachfrage.
Der Blick auf die Branchenaussichten unterstreicht das fragile Bild: In Europa zeichnet sich nur eine langsame Erholung ab und China bleibt strukturell belastet. Die USA zeigen sich vergleichsweise stabil. Genau in diesem Umfeld liefern führende Schweizer Bauzulieferer wie Sika und Holcim ihre aktuellen Einschätzungen. Die Börse reagieren indes sensibel auf diese Kombination aus Inflation, Unsicherheit und schwachem Wachstumsausblick.
Sika durch China-Schwäche gebremst
Für Sika verschlechtern sich damit die Rahmenbedingungen spürbar. Zwar wird für 2026 ein Wachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährungen erwartet, doch die Blockade der Strasse von Hormus treibt die Kosten: Petrochemische Vorprodukte verteuern sich, Transport wird teurer und Lieferketten werden anfälliger.
Parallel dazu gerät die Nachfrageseite unter Druck. Höhere Energiepreise bremsen Bauinvestitionen – besonders im ohnehin schwachen Wohn- und Gewerbebau, wo Sika stark exponiert ist. Stabiler bleibt das Infrastrukturgeschäft, etwa durch Investitionen in Rechenzentren.
Die jüngsten Zahlen zeigen, wie begrenzt die Puffer sind: Bereits ohne Energieschock belasteten China-Schwäche, Währungseffekte und andere geopolitische Unsicherheiten die Gewinne. Die Hormus-Blockade verstärkt diese Faktoren und lässt das laufende Effizienzprogramm noch stärker in den Fokus rücken.
Energiepreise treffen Holcim direkt
Bei Holcim zeigt sich die Wirkung noch direkter. Die Zementproduktion ist sehr energieintensiv. Damit schlagen steigende Öl- und Gaspreise unmittelbar auf die Kostenbasis durch. Eine anhaltende Blockade der Strasse von Hormus wirkt damit direkt auf die Margen, sofern Preiserhöhungen nicht vollständig weitergegeben werden können.
Zugleich hängt Holcim stärker von der tatsächlichen Bauaktivität ab. Werden Bauprojekte wegen höherer Finanzierungskosten und Unsicherheit verschoben, trifft das das Kerngeschäft unmittelbar. Stabiler wirken die breite geografische Aufstellung sowie der Fokus auf margenstärkere Baulösungen und Infrastrukturprojekte.
Unter dem Strich ist das Unternehmen strategisch gut aufgestellt, kurzfristig aber klar exponiert: Steigende Kosten bei gleichzeitig unsicherer Nachfrage machen das Umfeld für klassische Baustoffhersteller anspruchsvoll.
Was das für Anleger bedeutet
Für Investoren verschiebt sich die Perspektive: Neben der Baukonjunktur rückt vor allem die Dauer des Energiepreisschocks in den Fokus. Eine rasche Entspannung würde die Erholung stützen, während anhaltend hohe Energiepreise die Branche weiter belasten könnten.
Kurzfristig spricht vieles für erhöhte Volatilität durch steigende Kosten und unsichere Nachfrage. Mittel- bis langfristig eröffnen sich jedoch Chancen – insbesondere bei Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht. Entscheidend bleibt damit die Qualität des Geschäftsmodells.
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