VZ Analyse
Viele europäische Aktien mit starkem Konsumentenbezug standen zuletzt unter Druck. Doch ausgerechnet hier sehen Analysten enormes Potenzial. Wo sich jetzt Chancen auftun und welche Titel zu den Favoriten gehören.
Publiziert vor 4 Stunden
Beschreibung
Zalando zeigt, wie stark sich der Handel vom Laden ins Internet verlagert. An der Börse spiegelt sich die Vorreiterrolle des Onlinehändlers bisher aber kaum wider. Der Aktienkurs liegt aktuell sogar unter dem Ausgabepreis des Börsengangs von Ende 2014. Trotzdem bleiben Analysten für den Onlinehändler zuversichtlich.
Im ersten Quartal überzeugte Zalando mit soliden Zahlen. Das Unternehmen betonte zudem, dass künstliche Intelligenz das Einkaufserlebnis weiter verbessern soll. Ziel ist es, Kunden besser zu begleiten und Produktinformationen umfassender und genauer darzustellen.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld für Zalando herausfordernd. Ein schwelender Konflikt zwischen der Unternehmensführung und der Belegschaft des Logistikzentrums in Erfurt birgt Risiken. Im Extremfall könnte dies zur Entlassung von 2’700 Mitarbeitenden führen. Zusätzlich könnte eine schwächere Konsumnachfrage das Geschäft belasten, falls die Unsicherheit durch den Nahostkonflikt anhält. Trotz dieser Ausgangslage sehen Analysten für die Aktie ein Aufwärtspotenzial von fast 80 Prozent.
Privatkonsum als Grundlage
Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung und damit verbunden eine stärkere Konsumlust prägt auch die Erwartungen an andere Titel. Bei der britischen Beteiligungsgesellschaft 3i Group bildet der Discounter Action den wichtigsten Teil des Portfolios. Prosus ist neben seiner Beteiligung an Tencent auch in Essenslieferdienste wie Just Eat und Delivery Hero investiert. Exor, das Investmentvehikel der Familie Agnelli, konzentriert sich vor allem auf Beteiligungen an Ferrari, Stellantis und dem Fussballklub Juventus.
Auch EssilorLuxottica profitiert unmittelbar vom privaten Konsum. Der französische Optikkonzern verkauft Linsen und Brillengläser, verfügt mit Marken wie Ray-Ban und Oakley über starke Positionen im Premiumsegment und erreicht über eigene Optikergeschäfte direkt die Endkunden.
CTS Eventim ist ebenfalls nah am Konsumenten positioniert. Das Unternehmen verkauft nicht nur Tickets für Veranstaltungen, sondern ist auch an deren Durchführung beteiligt. Trotz der schwachen Kursentwicklung in den letzten 12 Monaten sehen Analysten deutliches Aufholpotenzial.
Analysten setzen weiter auf Rheinmetall
Überraschend hoch bleibt auch Rheinmetall in der Gunst der Analysten. Nach den starken Kursanstiegen im vergangenen Jahr hat die Aktie seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren. Ein Grund dafür war der Ausblick für 2026, der viele Investoren enttäuschte. Analysten sehen darin jedoch keinen Grund, ihre Kursziele zu senken. Sie setzen weiter auf eine hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern.
Was bedeuten die Analysteneinschätzungen?
Aktienanalysten prüfen genau, ob sich eine Investition in ein Unternehmen lohnt. Dafür berücksichtigen sie eine Vielzahl von Faktoren: aktuelle Nachrichten, Gespräche mit dem Management und vor allem die Analyse der Geschäftszahlen. Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist das sogenannte Kursziel. Es wird anhand etablierter Bewertungsmethoden und der Prognosen des Analysten berechnet. Da schon kleine Änderungen in den Annahmen grosse Auswirkungen haben können, unterscheiden sich die Kursziele oft deutlich. Im Durchschnitt zeigen sie jedoch, bei welchen Unternehmen die Experten ein besonders hohes Potenzial erwarten.
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